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Neuer Campus in Hainburg an der Donau: Ausbildungs-Hotspot im Bereich der Biotechnologie

06.02.2023

LH Mikl-Leitner/BM Polaschek/LR Teschl-Hofmeister: Ein Meilenstein im NÖ Bildungswesen und eine Lösung für den Fachkräftemangel

In einer Pressekonferenz stellten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bildungsminister Martin Polaschek und Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister am heutigen Mittwoch den neuen Campus Hainburg an der Donau vor, der zum Ausbildungs-Hotspot im Bereich der Biotechnologie werden soll.

Niederösterreich zähle schon jetzt im Bereich Gesundheit und Medizin zu den führenden Bundesländern, „weil wir als Wirtschaftsstandort die besten Rahmenbedingungen für national und international renommierte Firmen aus dem Gesundheits- und Pharmabereich bieten“, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner. Sie nannte hier beispielhaft Croma Pharma, Marinomed Biotech oder auch das Unternehmen Takeda, genauso wie die größte Ansiedelung in der Geschichte Niederösterreichs, das Unternehmen Boehringer Ingelheim, das Medikamente gegen Krebs herstellt. „Aber auch diese Unternehmen leiden unter einem enormen Fachkräftemangel und sind auf hochqualifiziertes Personal angewiesen“, so Mikl- Leitner, und weiter: „Deshalb werden wir mit dem Campus Hainburg einen weiteren Meilenstein im NÖ Bildungswesen schaffen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“

Zum einen entstehe am Campus ein neues öffentliches Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, zum anderen zusätzliche, dislozierte Standorte der Fachhochschulen IMC Krems und Wiener Neustadt. „Das Gymnasium und die Hochschulstandorte bilden den Anker am Campus“, erklärte die Landeshauptfrau, mit 32 Klassen im Gymnasium und 480 Plätzen für Studierende im Bereich der Biotechnologie im Vollausbau.“ Bei der Finanzierung dieser Studienplätze trete das Land Niederösterreich in Vorleistung, führte Mikl-Leitner weiter aus: „Für Vorbereitungs- und Personalkosten, Laborgeräte oder auch Mieten werden wir den Fachhochschulen in den nächsten Jahren 13 Millionen Euro zur Verfügung stellen.“ Die jährlichen Kosten im Vollausbau beliefen sich auf sechs Millionen Euro, die zum Großteil vom Bund übernommen werden.

Die Entscheidung für den Campusstandort Hainburg sei aufgrund der guten öffentlichen Erreichbarkeit mit Bahn und neu geplanter Bushaltestelle wie auch der Grenznähe zur Slowakei getroffen worden. „Der zweite Grund ist die Nähe zu Medizinunternehmen wie Boehringer Ingelheim in Bruck an der Leitha oder auch Takeda in Orth an der Donau“, erklärte die Landeshauptfrau, „die angehenden Fachkräften schon während der Ausbildung Praktika anbieten werden.“

Gerade die globalen Krisen der letzten Jahre hätten gezeigt, wie abhängig man von weltweiten Entwicklungen nicht nur im Bereich Energie und Lebensmittel, sondern auch im Gesundheitsbereich und der pharmazeutischen Industrie sei. „Mit dem neuen Campus Hainburg setzen wir einen weiteren Schritt, um die Gesundheitskompetenz in Niederösterreich weiterzuentwickeln, Fachkräfte auszubilden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht zuletzt“, so Mikl-Leitner abschließend, „um unsere Unabhängigkeit vom Weltmarkt in Medizin- und Pharmabereich auszubauen.“

Auch Bundesminister Martin Polaschek sagte in der Pressekonferenz, Bildung und Ausbildung seien in der heutigen Zeit wichtiger denn je. „Unsere Schulen sind Kompetenzzentren, Bildungs- und Entwicklungsräume, und diese Räume zu schaffen, ist eines meiner zentralen Anliegen.“ Man brauche diese Zukunftsplätze sowohl in der Allgemeinbildung als auch in der Berufsbildung, führte Polaschek weiter aus, „und es braucht sie vor allem regional differenziert und abhängig vom jeweiligen Bedarf.“ Mit dem Standort Hainburg würde man nun genau das ermöglichen.

Zum Bereich der Fachhochschulen meinte der Bildungsminister, hier werde eine Maßnahme ganz im Sinne des Pakets für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) des Bundes gesetzt, „denn im Zentrum des neuen Fachhochschulentwicklungs- und Finanzierungsplans 2023/24 bis 2025/26, der gestern gerade in Konsultation gegangen ist, stehen Ziele und Maßnahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung hochqualifizierter Fachkräfte für den Arbeitsmarkt.“ Damit schaffe der Bund Rahmenbedingungen in der Fachhochschulentwicklung, um strukturrelevante und nachhaltige Investitionen unterstützen zu können, wie es nun beim Campus Hainburg geschehe.

Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister unterstrich in ihrem Statement die Bedeutung der Zusage für den Bau des öffentlichen Gymnasiums, denn sowohl die Schülerströme, als auch die Entlastung für bestehende Schulen und die gute öffentliche Anbindung sprechen dafür. Zudem hob sie den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt des geplanten Gymnasiums hervor: „Ich bin überzeugt, dass Niederösterreich hier eine Vorreiterrolle übernimmt, weil wir danach trachten, in Biologie, Chemie und Physik von Anfang an – also ab der ersten Schulstufe – bereits einen Freigegenstand anbieten zu können, der mit Labortätigkeit verbunden ist.“ In den Oberstufen werde man schließlich Ferialpraktika in den umliegenden Firmen anbieten können, „damit die Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Theorie etwas in diesen Fächern lernen, sondern sich dort auch praktisch ausprobieren können.“

Im Rahmen der Pressekonferenz kam auch Marian Bendik, Standortleiter der Firma Takeda, ein weltweit führendes, forschendes, biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan und Sitzen in Wien, Linz und Orth an der Donau, zu Wort. „Wir begrüßen den neuen Campus Hainburg“, so Bendik, denn die Ausbildung und Akquise neuer Fachkräfte sei enorm wichtig für die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Unternehmens. Für die Entwicklung neuer Technologien brauche man neue Expertise und innovative Fachkräfte, „deshalb ist diese Entscheidung für die Errichtung des Campus Hainburg auch für unser Unternehmen sehr wichtig.“

Der Geschäftsführer des Economica-Instituts Christian Helmenstein unterstrich zum Ende der Pressekonferenz ebenso die Wichtigkeit des neuen Standorts: „Das Gesundheitswesen ist enorm beschäftigungsintensiv und deshalb müssen wir dafür Sorge tragen, Fachkräfte auszubilden.“ Niederösterreich habe sich im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens spektakulär entwickelt, so Helmenstein, und befinde sich im Bundesländervergleich unter den Top Drei in den Bereichen Gesundheitsinfrastruktur, Tourismuswirtschaft und Humankapitalaufbau. Zu letzterem Punkt erläuterte er:
„Niederösterreich ist nach Wien der größte Ausbildner an Fachhochschulen in Bezug Gesundheits- und Sozialberufe, ebenso bei den Privatuniversitäten in Bezug auf medizinische Studiengänge.“ Zusammen studierten 8.500 Menschen an Fachhochschulen und Privatunis mit Gesundheits- und Sozialbezug, „eine wirklich gut gefüllte Pipeline, um temporäre Engpässe auf Sicht auch zu überwinden.“ Die Ursachenlösung für den Fachkräftemangel bestehe genau darin, genug Menschen auszubilden, um die nötige Infrastruktur in Zukunft aufrechterhalten zu können.

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