Life Sciences Center Salzburg: 15 Millionen Euro für Forschung, Gesundheit und Innovation
Mit dem Life Sciences Center Salzburg (LSCS) entsteht ein neues interuniversitäres Zentrum, das den Life-Sciences-Standort Salzburg gezielt stärkt. Bund und Land Salzburg investieren von 2025 bis 2027 insgesamt 15 Millionen Euro in den Aufbau des Zentrums. Ziel ist es, Forschung, Lehre sowie die Überführung von Forschungsergebnissen in konkrete Anwendungen enger zu verknüpfen – mit spürbarem Nutzen für die Menschen in Salzburg.
„Fortschritt entsteht dort, wo Wissen geteilt und Verantwortung gemeinsam getragen wird. Das Life Sciences Center ist ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit Forschung stärkt und gesellschaftlichen Nutzen schafft“, betont Eva-Maria Holzleitner. „Große Herausforderungen lösen wir nicht im Alleingang und genau deshalb beteiligt sich der Bund am Aufbau des Life Sciences Center Salzburg. Durch enge Zusammenarbeit fördern wir Spitzenforschung, die schneller bei den Menschen ankommt. Genau solche Partnerschaften stärken Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen“, so die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
Kooperation als Fundament
Das LSCS ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Salzburg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), die in enger Kooperation mit dem Uniklinikum Salzburg (SALK) umgesetzt wird. Es ist ein zentrales Vorhaben des Life Sciences Masterplans Salzburg und Teil der langfristigen Wissenschafts- und Innovationsstrategie des Landes. Mit der Gründung des LSCS wird nun ein erster zentraler Umsetzungsschritt dieses Masterplans realisiert. Das Zentrum bündelt die bestehenden Kompetenzen der beteiligten Institutionen. Verankert ist es bei den Partnerorganisationen.
„Das Zentrum ist ein wichtiger Baustein unserer Standortstrategie: Die gemeinsame Investition von Bund und Land stärkt die Forschung, schafft Wertschöpfung und bringt einen klaren Mehrwert für die Menschen in Salzburg“, sagt Daniela Gutschi, Landesrätin für Wissenschaft und Forschung.
Das LSCS wurde am Dienstag, 17. Februar 2026, im Unipark Nonntal erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die gemeinsame Präsentation durch Politik, Hochschulen, Klinik, Innovation Salzburg und die beteiligten Forschungsgruppen machte deutlich, dass die Umsetzung des Masterplans auf enger Zusammenarbeit und breitem politischen Bekenntnis basiert.
Präsentiert wurde das LSCS gemeinsam von Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Landesrätin Daniela Gutschi, Walter Haas, Geschäftsführer von Innovation Salzburg, Bernhard Fügenschuh, Rektor der Universität Salzburg, Annemarie Weißenbacher, Rektorin der PMU, Silvia Lechner und Thomas Gamsjäger, Geschäftsführungen der SALK sowie den Leiter:innen der beteiligten Forschungsgruppen.
Forschung mit gesellschaftlicher Wirkung
Im Fokus des LSCS stehen jene Forschungsfelder, die für Gesundheit, Versorgung und Lebensqualität besonders relevant sind. Dazu zählen Krebsforschung und Immunologie, Neurowissenschaften sowie regenerative Medizin, ergänzt um Querschnittsthemen wie digitale Medizin, Public Health, Pflege, Prävention und Rehabilitation.
Für die Universität Salzburg eröffnet das LSCS neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Salzburger Forschungseinrichtungen sowie den Datenwissenschaften. „Wir können unsere Stärken in zentralen Forschungsfeldern gezielt bündeln und weiterentwickeln – das stärkt Exzellenz, Interdisziplinarität und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagt Bernhard Fügenschuh, Rektor der Universität Salzburg.
Auch für die PMU ist das Zentrum ein wichtiger Schritt. „Das Life Sciences Center Salzburg ermöglicht es, klinische Expertise und Forschung noch enger zu verbinden. Unsere medizinischen und wissenschaftlichen Kompetenzen fließen gezielt in gemeinsame Programme ein, und sind entscheidend für Qualität und Fortschritt“, betont Annemarie Weißenbacher, Rektorin der PMU.
Ein Schwerpunkt liegt zum Beispiel auf den Neurowissenschaften: Mit Förderinstrumenten, Postdoc-Fellowships und interdisziplinären Kooperationen werden Forschungen zu Gehirn, Nervensystem und neurologischen Erkrankungen gestärkt und international vernetzt.
Durch die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Klinik und weiteren Partner:innen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung gelangen – etwa in neue Diagnose- und Therapieansätze oder in innovative Versorgungsmodelle. Die Salzburger Landeskliniken bringen ihre Expertise aus der medizinischen Versorgung in das Zentrum ein. „Wir entwickeln an unseren Standorten Spitzenmedizin permanent weiter. Das ermöglicht uns auch, Forschungsergebnisse rasch in die medizinische Praxis zu überführen“, erklären Silvia Lechner und Thomas Gamsjäger, Geschäftsführungen der SALK
Ausbildung, Talente und Innovation
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung und Förderung junger Talente. Geplant sind unter anderem Doktoratsprogramme, Research Fellowships sowie praxisnahe Qualifizierungsangebote. Damit stärkt das Zentrum Salzburg als attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsstandort im Bereich Life Sciences.
Neben Lehre und Forschung steht auch die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis im Mittelpunkt. Das LSCS unterstützt dabei, neue Erkenntnisse schneller in medizinische Anwendungen, innovative Produkte und neue Unternehmen zu überführen – in enger Zusammenarbeit von Forschung, Klinik und Wirtschaft.
Investition in den Standort Salzburg
Die Finanzierung der ersten Aufbauphase (2025–2027) erfolgt durch Bund und Land Salzburg. Beide steuern 7,5 Millionen Euro bei. Der Teil aus den Bundesmitteln stammt aus der Leistungsvereinbarung mit der Universität. Für Innovation Salzburg ist das LSCS ein bedeutender Standortfaktor zur Positionierung Salzburgs in diesem wichtigen Zukunftsfeld. „Wir begleiten den Aufbau des Zentrums von Beginn an, vernetzen die zentralen Akteur:innen aus Hochschulen, Klinik, Forschung, Wirtschaft und Politik, um damit die Forschung und Verwertung von Wissen in die Anwendung in der Wirtschaft und Gesellschaft weiter zu professionalisieren“, sagt Walter Haas, Geschäftsführer von Innovation Salzburg.
Mit dem LSCS wird ein zentraler Knotenpunkt im bestehenden Life-Sciences-Ökosystem geschaffen. In Salzburg sind bereits heute rund 40 Life-Science-Unternehmen mit über 3.000 Beschäftigten tätig, die gemeinsam etwa eine Milliarde Euro Umsatz jährlich erwirtschaften. Zudem entstehen zunehmend Startups in diesem Wachstumsmarkt. Das neue Zentrum soll diese Stärken bündeln, Synergien ausbauen und Salzburg international weiter positionieren.
Forschungsprogramme und Maßnahmen im Life Sciences Center Salzburg
Der folgende Überblick zeigt die zentralen Forschungsprogramme und Maßnahmen, die im Rahmen des LSCS umgesetzt werden.
Krebsforschung – CANBIO GmbH
Mit der neuen CANBIO GmbH wird die Krebsforschung in Salzburg gebündelt. Zwei spezialisierte Labore werden gemeinsam genutzt und durch regionale sowie internationale Kooperationen weiter gestärkt, um neue Erkenntnisse schneller voranzubringen.
Tumorbiologie und Immunologie
Ein internationales Doktoratskolleg zur Krebs- und Immunforschung mit starkem Praxisbezug stärkt die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Programm wird gemeinsam von der Universität Salzburg und der PMU umgesetzt und von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Neurowissenschaften
Die Neurowissenschaften werden gezielt ausgebaut, um Forschung zu Gehirn, Nervensystem und neurologischen Erkrankungen zu stärken. Förderungen, Postdoc-Fellowships und Exzellenzprogramme sollen interdisziplinäre Kooperationen am Standort Salzburg weiterentwickeln.
Regenerative Medizin
In der regenerativen Medizin stehen neue Ansätze zur Gewebe- und Organregeneration im Mittelpunkt. Leitprojekte sowie die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Ludwig Boltzmann Institute for Nanovesicular Precision Medicine fördern die Anwendung neuer Forschungsergebnisse, den Aufbau einer Organoid-Biobank (Sammlung künstlich gezüchteter Gewebemodelle) und die Nachwuchsförderung.
Brückenprofessur
Geplant ist eine transdisziplinäre Professur mit Nachwuchsstellen, die künftig die Zusammenarbeit zwischen den zentralen Forschungsfeldern stärken soll. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.
BioMed Data Lab Salzburg
Das BioMed Data Lab Salzburg verbindet mehrere Forschungsschwerpunkte im wichtigen Schlüsseltechnologiebereich Data und KI. Postdoc-Stellen und ein gemeinsames Beratungsangebot schaffen langfristig Kompetenzen und spezialisierte Ausbildungsstrukturen zur Nutzung biomedizinischer Daten.
Core Facility: Biobank und Spatial Analysis Platform
Eine zentrale Service- und Forschungsinfrastruktur bündelt bestehende Biobanken und erleichtert den Zugang für Forschende. Biobanken sammeln biologische Proben und Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung. Ein Biobank Access Board regelt die Nutzung dieser Proben transparent und stellt sicher, dass ethische und rechtliche Vorgaben eingehalten werden.
Fellowship für Jungmediziner:innen
Ein Fellowship unterstützt junge Ärzt:innen dabei, klinische Tätigkeit und Forschung miteinander zu verbinden. Gefördert werden translationale Projekte, internationale Vernetzung und langfristig auch die Entwicklung neuer Ausgründungen.
Public Health – Fokus auf vulnerable Gruppen
Die Bereiche Public Health, Pflege und Rehabilitation werden gezielt gestärkt. Eine gemeinsame Gesundheitsdatenbasis, digitale Strategien und Prognosemodelle sollen insbesondere die Versorgung und Lebensqualität vulnerabler Gruppen verbessern.
Dachstruktur Life Sciences Center Salzburg
Ein zentrales Projektmanagement koordiniert die Umsetzung des Masterplans. Gleichzeitig wird Open Innovation in der Forschung – also der offene Austausch von Wissen und Ideen über Institutionen hinweg – verankert, um zusätzliche Fördermittel zu mobilisieren und die Zusammenarbeit zu stärken.
Nanovesikel-Forschung und Präzisionsmedizin
Eine standortweite Plattform für Nanovesikel-Technologien fördert innovative Therapieansätze wie Wirkstofftransport, extrazelluläre Vesikel-Therapien und mRNA-Technologien. Ziel ist es, Salzburg als führenden Entwicklungsstandort in der Präzisionsmedizin zu positionieren.
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