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Medizinphysikerin Monika Ritsch-Marte wird zum OSA-Fellow ernannt

Univ.-Prof.in Dr.in Monika Ritsch-Marte, Leiterin der Sektion für Biomedizinische Physik an der Medizinischen Universität Innsbruck, wird heute im Rahmen der  Europäischen Konferenz in Biomedizinischer Optik (ECBO) in München zum OSA Fellow ernannt. Die renommierte Optische Gesellschaft Amerikas (OSA) verleiht diese Ehre nur an einen erlesenen Kreis ihrer weltweit zahlreichen Mitglieder.

Innsbruck, 14.05.2013: Die OSA, international renommierte und rund 18.000 Mitglieder aus 175 Ländern zählende Optische Gesellschaft mit Sitz in Washington, verleiht jährlich an 72 ihrer Mitglieder den Titel Optical Society Fellow. Die ehrenhafte Stellung gebührt profilierten OSA-WissenschafterInnen, die aufgrund ihrer Forschungsleistungen herausragende Beiträge auf den Gebieten der Optik und der Photonik einbringen konnten. Der Nominierungsprozess ist dabei höchst kompetitiv, zumal schon der Anteil der Nominierten für die Auszeichnung zum Fellow auf 0,5 Prozent aller OSA-Mitglieder limitiert ist. Neben Christoph K. Hitzenberger von der Medizinischen Universität Wien ist Monika Ritsch-Marte eine von zwei ÖsterreicherInnen unter den diesjährigen Fellows, von denen inzwischen bereits über 40 Prozent außerhalb der USA beheimatet sind.
Überzeugende optische Technologien für Medizin und Zellbiologie

Der offizielle Akt der Ernennung in den Rang eines Fellows erfolgt für die mehrfach ausgezeichnete Medizin-Physikerin heute in München, wo im Rahmen des World of Photonics 2013 Kongresses auch die von der OSA mitgetragene Europäische Konferenz in Biomedizinischer Optik (ECBO) abgehalten wird. „In den Rang eines Fellows gehoben zu werden, bedeutet eine große Ehre für mich und mein Team“, freut sich Monika Ritsch-Marte. Im Labor für „Biomedizinische Laseranwendungen“, das die gebürtige Vorarlbergerin gemeinsam mit  Prof. Stefan Bernet leitet, entstehen jene Technologien, die den Einsatz von Licht für relevante (bio)medizinische Anforderungen ermöglichen und für die Ernennung zum OSA Fellow ausschlaggebend waren. Monika Ritsch-Marte hat sich neben der optischen Mikromanipulation auf die Entwicklung von Lichtmodulatoren spezialisiert. Spatial Light Modulators (SLMs) heißen die winzigen LCD-Bildschirme, die computer-generierte Holographie verwenden, um mikroskopische Teilchen in verschiedenen Ebenen festzuhalten oder gezielt anzuleuchten und ohne Farbstoff sichtbar zu machen. Und mit der Etablierung von Techniken, die sich den in der Arbeitsgruppe von Monika Ritsch-Marte erfundenen und patentierten Spiralphasenkontrast zunutze machen, leuchten Konturen einer Nerven- oder Bindegewebszelle auf. Auch die sogenannte CARS (Wide-Field Coherent-anti-Stokes-Raman-Scattering)-Mikroskopie, eine Methode der nichtlinearen Optik, die „chemische Abbildungen“ von ungefärbten Proben liefert, ist ein Spezialgebiet von Prof.in Ritsch-Marte, von dem im Besonderen die klinische Forschung profitiert.

Monika Ritsch-Marte wurde 1961 im Vorarlberger Höchst geboren. Die zweifache Mutter studierte Theoretische Physik in Innsbruck und Quantenoptik an der Universität von Waikato in Neuseeland. Nach ihrer Habilitation und zahlreichen Forschungsaufenthalten in Europa und den USA hält sie seit 1998 eine Professur für Medizinische Physik an der Universität Innsbruck bzw. leitet seit 2004 die Sektion für Biomedizinische Physik an der Medizinischen Universität Innsbruck. Prof.in Ritsch-Marte erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kardinal-Innitzer-Preis für Naturwissenschaften 2009 und den Tiroler Landespreis für Wissenschaft, sowie 2010 einen mit zwei Millionen Euro dotierten “ERC Advanced Grant”, dem kompetitivsten Exzellenzprogramm des Europäischen Forschungsrates, für ihr Forschungsprojekt catchIT. In den Jahren 2007 und 2008 war sie die erste Frau, die der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft als Präsidentin vorstand.

Weiterführende Links:

Optical Society of America (OSA)
http://www.osa.org/en-us/home/

World of Photonics 2013 Congress
http://www.osa.org/en-us/meetings/topical_meetings/european_conferences_on_biomedical_optics_(ecbo)/world_of_photonics/

Sektion für Biomedizinische Physik
https://www.i-med.ac.at/dpmp/bmp/

Für Rückfragen:
o.Univ.-Prof. Mag.Dr.rer.nat. Monika Ritsch-Marte
Sektion für Biomedizinische Physik
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E-Mail: Monika.Ritsch-Marte@i-med.ac.at
 
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Neu entdeckter Immunabwehr-Mechanismus kann Therapie für Infektionen und Krebs verbessern

  • Protein NO (Stickstoffmonoxid) löst Eisenreduktion in Immunzellen aus
  • Eisenverminderung unterstützt Immunabwehr
  • Innovative Therapien für Infektionen und Krebs in Sicht

Beim Schutz des Körpers vor dem Eindringen und der Ausbreitung von Erregern oder Tumorzellen nimmt der Eisenstoffwechsel eine wichtige Rolle ein. Eisen ist einerseits ein essentieller Wachstumsfaktor für Mikroorganismen und beeinflusst andererseits die Wirksamkeit der körpereigenen Immunantwort. Nun entdeckten ForscherInnen um Univ.-Prof. Günter Weiss, Leiter der Univ.-Klinik für Innere Medizin VI, einen neuen Mechanismus der Immunabwehr, in dem das Molekül NO und sein Eingreifen in den Eisenstoffwechsel die Hauptrolle spielt.

Innsbruck, 07.05.2013: Die schützende Wirkung von Stickstoffmonoxid bei bakteriellen Infekten wie Tuberkulose oder Typhus  aber auch bei Malaria und HIV war – nicht zuletzt aufgrund  intensiver Forschungsarbeit in Innsbruck – schon länger bekannt. Der zugrunde liegende Mechanismus dieser Immunreaktion wurde jedoch erst jetzt durch ein Team um Univ.-Prof. Günter Weiss und Dr. Manfred Nairz von der Medizinischen Universität Innsbruck eindeutig geklärt. Die für die Entwicklung effektiver Krebs- und Infektionstherapien wegweisende Forschungsarbeit wurde im renommierten Fachjournal Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.

NO – neu entdeckter Auslöser für Eisenreduzierung

Mithilfe eines bereits seit über zehn Jahren in Innsbruck etablierten Tiermodells für Salmonelleninfektion konnten die Forscher nun zeigen, dass das von Immunzellen gebildete Molekül NO in der Lage ist, den zellulären Eisenstoffwechsel – die Eisenhomöostase – zu verändern. „Das Molekül NO aktiviert einen bestimmten Proteinkomplex (Nrf2), der für die Bildung des einzig bekannten zellulären Eisenexportproteins, Ferroportin, verantwortlich ist. Ferroportin pumpt vermehrt Eisen aus der Immunzelle, wodurch eindringenden Mikroorganismen ein wichtiger Wachstumsfaktor entzogen wird und sie sich nicht weiter vermehren können. Gleichzeitig kurbelt der Eisenentzug die körpereigene Immunantwort an, sodass die Infektionserreger vom Immunsystem effektiver eliminiert werden s“, erklären die Autoren Günter Weiss und Manfred Nairz, deren Arbeit auf der erfolgreichen Kooperation und Vernetzung mit KollegInnen am Universitätsklinikum Erlangen, der Universität Heidelberg, der Universität Seattle und der Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, fußt.

Mit der Aufklärung dieses Wirkprinzips stehen der Therapieentwicklung neue, zielführende Wege in der Behandlung von Infektionen und Tumorerkrankungen offen. „Der gezielte Eingriff in die Eisenverfügbarkeit über die Wirkungsweise von NO sowie über Beeinflussung der Aktivität von Nrf2 und Ferroportin ermöglicht eine positive Beeinflussung des Verlaufs von spezifischen Infektionen und auch bösartigen Tumorerkrankungen“, ist Prof. Weiss überzeugt.

Weiterführende Links:

Nitric oxide-mediated regulation of ferroportin-1 controls macrophage iron homeostasis and immune function in Salmonella infection.Nairz M, Schleicher U, Schroll A, Sonnweber T, Theurl I, Ludwiczek S, Talasz H, Brandacher G, Moser PL, Muckenthaler MU, Fang FC, Bogdan C, Weiss G., J Exp Med. 2013 Apr 29.
http://dx.doi.org/10.1084/jem.20121946

Univ.-Klinik für Innere Medizin VI
https://www.i-med.ac.at/patienten/ukl_inneremedizin6.html

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Univ.-Prof. Dr. Günter Weiss
Universitätsklinik für Innere Medizin VI
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ForscherInnen der Medizinischen Universität identifizieren Gendefekt für seltene angeborene Hauterkrankung

  • Krankheitsauslösende Genmutation gefunden
  • Gezielte Diagnostik für angeborene Verhornungsstörung nun möglich
  • Neue biologische Einblicke unterstützen Therapieentwicklung

Für die Entstehung einer angeborenen Ichthyose ist die durch eine Mutation im Gen CERS3 verursachte Deaktivierung des Enzyms Ceramid-Synthase 3 (CerS3) verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team der Innsbrucker Sektion für Humangenetik. Die Aufklärung der Ursache für diese schwere Form der Verhornungsstörung der Haut ermöglicht nun eine gezielte Diagnose und gibt Hoffnung für die Entwicklung kausaler Therapien.

Innsbruck, 02.05.2013: Trockene, raue Haut mit einer großflächigen Schuppung und gelegentlicher Juckreiz sind meist Zeichen für eine Form der Ichthyose. Die Symptome resultieren aus einer gestörten Barrierefunktion der obersten Hautschicht, der Hornhaut, deren Zellen gemeinsam mit dazwischen eingelagerten Fetten eine wasserabweisende Schicht zum Schutz vor Austrocknung und dem Eindringen von Keimen bilden. Im Rahmen der Ichthyose ist die natürliche Balance zwischen Abstoßung und Neubildung kleinster Hautschuppen gestört. Die Haut Betroffener entwickelt große Hautschuppen und eine verdickte Hornhaut. Ist ein Kind bereits von Geburt an von dieser Hautfunktionsstörung betroffen, sprechen MedizinerInnen von einer kongenitalen (angeborenen) Ichthyose, die aufgrund stark erhöhter Infektionsgefahr lebensbedrohlich sein kann und sofort durch wärmeregulierende Maßnahmen (Brutkasten) behandelt werden muss. Mit einer Häufigkeit von etwa 1:200.000 in Mitteleuropa zählt die kongenitale Ichthyose zu den seltenen Krankheiten.

Fehlendes genetisches Bindeglied gefunden

Das Krankheitsbild der kongenitalen Ichthyose kann durch Veränderungen in unter­schiedlichen Genen verursacht werden. Mit der Identifikation des krankheitsauslösenden Enzyms Ceramid-Synthase 3 durch die Forschungsgruppe Dermatogenetik um Priv.-Doz. Dr. Hans Christian Hennies von der Sektion für Humangenetik (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Johannes Zschocke) der Medizinischen Universität Innsbruck ist nun ein entscheidendes genetisches Bindeglied gefunden. „Auf der Grundlage genetischer Analysen an einer Familie aus Deutschland mit gehäuftem Auftreten der kongenitalen Ichthyose konnten wir nachweisen, dass das Enzym Ceramid-Synthase 3 (CerS3) eine entscheidende Rolle in der Ausbildung der Barrierefunktion der Haut inne hat. Wir können außerdem darstellen, dass vor allem die langkettigen Ceramide am Aufbau der Hornhaut maßgeblich beteiligt sind“, erklärt Priv.-Doz. Hennies. Grundsätzlich handelt es sich bei den meisten Ichthyosen um erblich bedingte Verhornungsstörungen. „Ist CerS3 durch eine Mutation in dem Gen CERS3 deaktiviert, wird der Prozess des Hornhaut-Aufbaus gestört und es entwickelt sich eine angeborene Ichthyose. Diese Form der kongenitalen Ichthyose kann nun anhand eines spezifischen genetischen Tests eindeutig nachgewiesen werden“, erklärt die Erstautorin der Forschungsarbeit, Dr.in Katja Martina Eckl, Leiterin des Projekts Translationale Haut­forschung.

Zielführende genetische Analysemethoden

Für die Identifikation des krankheitsauslösenden Gens bedienten sich die ForscherInnen um Dr. Hennies der Kopplungsanalyse und der Exom-Sequenzierung. Im Rahmen von Kopplungsanalysen werden verschiedene genetische Marker in der betroffenen Familie verglichen, um eine chromosomale Region zu identifizieren, in der sich die krankheitsverursachende Genveränderung befindet. Der Nachweis krankheitsauslösender Mutationen in der Kandidatenregion gelang schließlich mit der Methode der Exom-Sequenzierung, welche sämtliche für die Herstellung von Proteinen notwendigen Abschnitte der mehr als 20.000 Gene (Exom) im Erbgut untersucht. Auf diesem Weg konnte der kausale Zusammenhang zwischen der Mutation in CERS3 und dem vorliegenden Krankheitsbild hergestellt werden.

Entwicklung innovativer Therapieoptionen

Die in der angesehenen dermatologischen Fachzeitschrift Journal of Investigative Dermatology veröffentlichten Ergebnisse bieten mit dem einhergehenden besseren biologischen Verständnis über die Funktion der langkettigen Ceramide auch neue Ansatzpunkte für die Entwicklung kausaler Therapiekonzepte. Die Therapie der Ichthyose-Formen beinhaltet bislang ausschließlich symptomatische Maßnahmen in Form von Bädern, Cremes und Salben. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Deaktivierung von CerS3 bereits sehr früh in den Prozess der Differenzierung der hornbildenden Zellen (Keratinozyten) eingreift. Auf der Basis geeigneter Hautmodelle könnten  ursächliche Behandlungsstrategien entwickelt werden, vorstellbar ist die Modulierung des Ceramid-Stoffwechsels“, betont Dr. Hennies, der seit Ende letzten Jahres an der von Univ.-Prof. Johannes Zschocke geleiteten Sektion für Humangenetik in Innsbruck tätig ist. Als Koordinator im EU-Projekt ERAnet will der Kölner Biochemiker In-vitro- und In-vivo-Modelle für seltene angeborene Hautkrankheiten nutzen, um so die Therapiesituation seltener Hauterkrankungen zu verbessern. Bereits seit einigen Jahren ist Dr.in Eckl in der Forschungsgruppe damit erfolgreich, dreidimensionale Zell-Modelle der menschlichen Haut zu etablieren. In Innsbruck profitiert dieses Vorhaben vor allem auch durch die gute Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Matthias Schmuth, dem Leiter der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie, dessen Forschungsinteresse im Besonderen auf epidermaler Biologie liegt.

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Zulassungsverfahren für Studium der Molekularen Medizin in Innsbruck gestartet

  • 30 Studienplätze stehen zur Verfügung
  • Anmeldung  bis zum 21.04.2013 möglich
  • Naturwissenschaftlicher Kenntnistest und Auswahlgremium entscheiden

In der modernen Medizin werden Therapien immer spezifischer auf den molekularen Fingerabdruck von PatientInnen ausgerichtet. Molekulare MedizinerInnen haben daher exzellente Jobaussichten. In Österreich wird das Bachelorstudium der Molekularen Medizin exklusiv von der Medizinischen Universität Innsbruck seit dem Wintersemester 2011/12 angeboten. Interessierte können sich noch bis zum 21.04.2013 für das Aufnahmeverfahren anmelden.

Innsbruck, 05.03.2013: Das Bachelorstudium der Molekularen Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck bietet eine wissenschaftlich-fundierte und anwendungsorientierte Ausbildung. „Wir bilden Studierende aus, die ihre Zukunft in der Aufklärung der molekularen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit sehen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Peter Loidl, Leiter des Bachelorstudiums. „Wir bieten ein sehr persönliches Studium, engen Kontakt mit den ProfessorInnen, das Arbeiten in kleinen Teams in modernen Laboren.“ Pro Jahr stehen nur 30 Studienplätze zur Verfügung. Interessierte müssen daher nicht nur eine allgemeine Universitätsreife nachweisen können, sondern auch einen naturwissenschaftlichen Kenntnistest (QMM-Test / Qualification for Molecular Medicine) absolvieren. Das Testergebnis entscheidet darüber, ob eine Kandidatin bzw. ein Kandidat zu einem anschließenden Interview vor einem Aufnahmegremium eingeladen wird. Das Formular zur Anmeldung und weitere Informationen finden Interessierte unter http://mol-med.i-med.ac.at/

 

Erster Schritt: Die Internet-Anmeldung und Bezahlung der Kostenbeteiligung

Die Anmeldung mittels Web-Formular ist Voraussetzung für die Teilnahme am Kenntnistest.  Die definitive Fixanmeldung zum Aufnahmeverfahren erfolgt allerdings erst nach Einlangen des vollen Unkostenbeitrages (22.4. – 3.5.2013). Eine nachträgliche Anmeldung nach dem 21.04.2013 ist nicht mehr möglich. Auch die Berücksichtigung einer verspätet bezahlten Kostenbeteiligung ist leider nicht möglich.

Zweiter Schritt: Der naturwissenschaftliche Kenntnistest

Ordnungsgemäß angemeldete StudienbewerberInnen erhalten spätestens drei Wochen vor dem Termin eine Einladung zum Eignungstest, welche am Testtag vorzulegen ist. Bei dem QMM-Test wird das naturwissenschaftliche Wissen der BewerberInnen auf Maturaniveau abgefragt.

Der QMM-Test wird gleichzeitig mit den Aufnahmetests für die Diplomstudien Human- bzw. Zahnmedizin am 5. Juli 2013 an der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführt.

Dritter Schritt: Das Interview vor dem Aufnahmegremium

Die 80 besten TestteilnehmerInnen werden dann zu einem Interview eingeladen. Unabhängig von dem erzielten Testergebnis wird in Folge des Aufnahmegespräches eine endgültige Rangliste erstellt. Das Aufnahmegremium entscheidet anhand eines Interviewkatalogs über die 30 Studienplatzzusagen.

 

Pressebilder mit Bildunterschriften

Zum Herunterladen: http://www.i-med.ac.at/pr/presse/2013/16.html

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Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.400* MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. Neu im Studienplan seit Herbst 2011 ist das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

*vollzeitäquivalent

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Med Uni Innsbruck: Neuer Mechanismus für die Entstehung von Typ 2 Diabetes entdeckt

  • Neues Verständnis zur Entstehung von Diabetes Typ 2
  • Protein RANKL hemmt die Wirkung von Insulin
  • Tiroler Erkenntnis verbessert Prävention und Therapie

Das Protein RANKL (receptor activator of nuclear factor-κB) hat maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung der Stoffwechselerkrankung Diabetes Mellitus Typ 2. Diese aus Daten der bekannten Bruneck-Studie und speziellen Laboruntersuchungen gewonnene Erkenntnis eines großen internationalen Konsortiums unter Leitung von Tiroler Forschungsgruppen wird die Prävention und Therapie bei Diabetes Typ 2 verändern. Die Ergebnisse wurden jetzt im hochrangigen Wissenschaftsmagazin Nature Medicine veröffentlicht.

Innsbruck, 11.2.2013: Acht Prozent der Bevölkerung sind in Österreich von der Stoffwechselstörung Diabetes Mellitus Typ 2 betroffen, rund 2.500 Typ 2 DiabetikerInnen  werden derzeit an der von Prof. Herbert Tilg geleiteten Univ.-Klinik für Innere Medizin I betreut. Über die letzten 20 Jahre hat sich die Häufigkeit des Diabetes Mellitus Typ 2  verdoppelt. Als Folge von falscher Ernährung und Übergewicht ist der Typ 2 Diabetes weltweit zu einer Massenerkrankung mit weitreichenden Folgen geworden – für die PatientInnen wie für das gesamte Gesundheitssystem.

Fortschritt für Prävention und Therapie

ForscherInnen um Prof. Stefan Kiechl und Prof. Johann Willeit von der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie, Univ.-Prof. Herbert Tilg (Univ.-Klinik für Innere Medizin I) und Prof. Georg Schett von der Universität Erlangen konnten nachweisen, dass das Knochenumbauprotein RANKL entscheidend an der Entwicklung der Zuckerkrankheit mitbeteiligt ist. RANKL aktiviert den relevanten „Entzündungsschalter“ in der Leber, wodurch das Hormon Insulin seine Wirkung verliert. „Gelingt es, in diesen Prozess gezielt mit Medikamenten einzugreifen, könnte die Entstehung von Diabetes Mellitus 2 verhindert bzw. eine nachhaltige Normalisierung des Blutzuckerspiegels erreicht werden“, betonen die Tiroler Forscher Kiechl, Tilg und Schett.

RANKL ist ein Protein, das nicht nur im Knochenstoffwechsel, sondern auch in der Entstehung von Gefäßverkalkungen eine relevante Rolle spielt. Auch Leberzellen sind empfänglich für die Aktivität von RANKL – ein Umstand, der das Interesse des Tiroler Forschungsteams weckte. RANKL führt zur Insulinresistenz sowie zu einer Entzündung und Verfettung der Leber. Hierbei nimmt der Transkriptionsfaktor NF-kB, der als zentraler Entzündungsschalter eine Aktivierung von Entzündungsgenen im Zellkern bewirkt, eine wichtige Rolle ein. „RANKL ist ein besonders starker Stimulator von NF-kB und könnte damit eine bislang nicht bekannte Rolle in der Entstehung des Diabetes Mellitus Typ 2 spielen“, so Erstautor Prof. Kiechl. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden aktuell von der führenden Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Daten-Ressource Bruneck-Studie

Der erstmalige Nachweis, dass RANKL den Transkriptionsfaktor NF-kB in der Leber stimuliert und so die Entwicklung der Insulinresistenz in der Leber forciert, wurde epidemiologisch und experimentell erbracht. Dabei wurde die Konzentration von RANKL im Blut von fast 1000 TeilnehmerInnen der Bruneck-Studie gemessen. Bei dieser Untersuchung zeigte sich, dass Personen mit hohem RANKL-Spiegel,  unabhängig von Geschlecht und Alter, ein deutlich erhöhtes Risiko aufwiesen Diabetes Mellitus Typ 2 zu entwickeln. Bei der Bruneck-Studie handelt es sich um eine seit 22 Jahren laufende Langzeitbeobachtung von zufällig ausgewählten Einwohnern der Stadt Bruneck in Südtirol, die auf die Erforschung der Ursachen von Herzinfarkt und Schlaganfall, Diabetes, Osteoporose und Erkrankungen des Nervensystems abzielt. Initiiert wurde diese Studie von Prof. Johann Willeit von der Univ.-Klinik für Neurologie und dem Brunecker Forschungsteam um Prof. Friedrich Oberhollenzer.

Die epidemiologischen Daten aus Bruneck wurden von den ForscherInnen durch mehrjährige Laborarbeit bestätigt. Es konnten die zellulären Mechanismen und Wege, die zum Auftreten der Zuckerkrankheit führen, aufgeklärt werden. Hierfür wurde die RANKL-Aktivierung in der Leber spezifisch gehemmt und dadurch eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels erreicht. „Die Laboruntersuchungen bestätigen, dass das Protein RANKL ein großes Potential für künftige Therapieansätze aufweist“, so Prof. Schett.

Schon bald ein Medikament gegen Diabetes mellitus Typ 2?

Seit kurzem ist bekannt, dass das weitläufig eingesetzte Diabetesmedikament Metformin  die RANKL Aktivität beeinflusst. Jetzt gilt es, spezifische Medikamente gegen RANKL zur Behandlung der Zuckerkrankheit zu entwickeln und zu testen. Bei der Osteoporose wird die RANKL-Aktivität bereits erfolgreich mittels Antikörper vermindert. Dieser „Startvorteil“ könnte für künftige Medikamenten- und Interventionsstudien genützt werden und deren Durchführung wesentlich beschleunigen. „Eine zugelassene Medikation zur Vorbeugung oder Therapie des Diabetes Mellitus Typ 2 könnte schon in wenigen Jahren Realität sein“, zeigen sich die Tiroler Forscher zuversichtlich.

Für Rückfragen:

ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Stefan Kiechl
Universitätsklinik für Neurologie
Tel.: +43 512 504 26274
E-Mail: Stefan.Kiechl@i-med.ac.at
 
Univ.Prof. Dr.med.univ. Herbert Tilg
Universitätsklinik für Innere Medizin I
Tel.: +43 512 504 23540
E-Mail: Herbert.Tilg@i-med.ac.at
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Weiterführende Links:

Blockade of receptor activator of nuclear factor-κB (RANKL) signaling improves hepatic insulin resistance and prevents development of diabetes mellitus. Stefan Kiechl, Jürgen Wittmann, Andrea Giaccari, Michael Knoflach, Peter Willeit, Aline Bozec, Alexander R Moschen, Giovanna Muscogiuri, Gian Pio Sorice, Trayana Kireva, Monika Summerer, Stefan Wirtz, Julia Luther, Dirk Mielenz, Ulrike Billmeier, Georg Egger, Agnes Mayr, Friedrich Oberhollenzer, Florian Kronenberg, Michael Orthofer, Josef M Penninger, James B Meigs, Enzo Bonora, Herbert Tilg, Johann Willeit & Georg Schett + et al.Nature Medicine, published online 10 February 2013

http://dx.doi.org/10.1038/nm.3084

Univ.-Klinik für Neurologie

https://www.i-med.ac.at/neurologie/

Bruneck-Studie

https://www.i-med.ac.at/neurologie/forschung/atherosklerose/documents/Praesentation_Bruneck_Studie.pdf

Univ.-Klinik für Innere Medizin I

https://www.i-med.ac.at/patienten/ukl_inneremedizin1.html

Medizinische Klinik 3, Universitätsklinikum Erlangen

http://www.medizin3.uk-erlangen.de/

Informationen zur Diabetesprävalenz weltweit

http://www5.imperial.ac.uk/medicine/metabolic_risks/diabetes/

Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.400 MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. Neu im Studienplan seit Herbst 2011 ist das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

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Human Brain Project (HBP): EU FET-Flagship mit österreichischer Beteiligung


Die Europäische Kommission hat offiziell bekannt gegeben, dass das Human Brain Project (HBP) als eines ihrer beiden FET-Flaggschiffprojekte ausgewählt wurde. In diesem neuen Projekt werden europäische Bemühungen im Hinblick auf eine der größten Herausforderungen der modernen Wissenschaft – das Verstehen der Funktionsweise des menschlichen Gehirns – gebündelt.

Innsbruck, 28.01.2013: Zweck des Human Brain Project ist es, unser gesamtes bestehendes Wissen über das menschliche Gehirn zusammenzuführen und das Gehirn Stück für Stück auf Supercomputern in Modellen und Simulationen nachzubilden. Diese Modelle bieten die Möglichkeit eines neuen Verständnisses des menschlichen Gehirns und seiner Erkrankungen sowie die Aussicht auf die Entwicklung völlig neuer Rechner- und Robotertechnologien. Am 28. Januar unterstützte die Europäische Kommission diese Vision durch die Mitteilung, dass das HBP als eines von zwei Projekten im Rahmen des neuen FET-Flaggschiffprogrammes finanziert wird.

Das Human Brain Project ist als Zusammenarbeit von über 80 europäischen und internationalen Forschungsstätten auf einen Zeitraum von zehn Jahren (2013-2023) angelegt. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,19 Milliarden Euro. An diesem Projekt werden auch einige wichtige nordamerikanische und japanische Partner beteiligt sein. Die Koordination erfolgt an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz durch den Neurowissenschafter Henry Markram. Seine Kodirektoren sind Karlheinz Meier von der Universität Heidelberg (Deutschland) und Richard Frackowiak von der Clinique Hospitalière Universitaire Vaudoise (CHUV) bzw. der Universität Lausanne (UNIL).

Wissenschafter aus Innsbruck, Graz und Klosterneuburg beteiligt

Prof. Alois Saria von der Medizinischen Universität Innsbruck ist als einziger Vertreter Österreichs im Managementbereich des Projektkonsortiums tätig. Er soll in dem zukunftsweisenden Projekt die Ausbildung von rund 500 bis 1.000 PhD Studierenden koordinieren, neue Ausbildungsmodelle und Curricula entwickeln sowie eine neue Fernstudienplattform für junge WissenschafterInnen aufbauen. In dem Projekt werden darüber hinaus weitere Wissenschafter aus Österreich mitarbeiten. Der renommierte Hirnforscher Prof. Peter Jonas vom Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg wird essentielle Daten aus dem Hippocampus generieren, die dann in das Simulationsmodell einfließen.

Prof. Wolfgang Maass, Vorstand des Instituts für Grundlagen der Informationsverarbeitung der TU Graz, leitet im „Human Brain Project“ die Erforschung der „Principles of Brain Computation“. Dazu müssen die Forscher zuerst die Arbeitsweise von typischen Schaltkreisen von Neuronen verstehen: „Wir arbeiten dabei mit Supercomputer-Simulationen, die eine bisher nie dagewesene Fülle von einzelnen experimentellen Ergebnissen integrieren“, erklärt Maass. Sein Team will auf zentrale Fragen Antworten liefern: Worin unterscheidet sich die Arbeitsweise neuronaler Schaltkreise von jener von Computerchips? Können wir der Natur vielleicht den Trick abschauen, mit dem es ihr gelingt, mit unzuverlässigen Komponenten im besonders energieeffizienten Nanobereich zu arbeiten? Lässt sich dieser Trick sogar für den Entwurf von zukünftigen Computerbausteinen im Nanobereich nutzen?

„Da Teile des Projektvolumens offen ausgeschrieben werden, besteht die Möglichkeit für weitere Fachgruppen, sich an dem Projekt in Zukunft zu beteiligen und zusätzlich Mittel nach Österreich zu lenken,“ erklärt Prof. Alois Saria, Leiter der Innsbrucker Abteilung für Experimentelle Psychiatrie.

Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle gratuliert zur erfolgreichen Beteiligung am Projekt „Human Brain Project“. „Die Beteiligung österreichischer Einrichtungen neben renommierten Institutionen wie der Cambridge University, der Yale University oder dem Weizmann Institute of Science ist ein hervorragendes Beispiel für die innovative und exzellente Forschungsarbeit, die in Österreich geleistet wird. Es zeigt auch, dass die österreichische Forschung auf internationaler Ebene konkurrenzfähig ist und vermehrt strategische Partnerschaften eingeht.“

Auch FWF-Präsident Prof. Christoph Kratky freut sich über die Zusage. „Ich möchte allen in Österreich tätigen, am Human Brain Project beteiligten Wissenschaftern sehr herzlich gratulieren. Sie leisten mit diesem großartigen Erfolg einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung und zur internationalen Sichtbarkeit der österreichischen Grundlagenforschung, deren Leistungsfähigkeit einmal mehr unter Beweis gestellt wird.“

Dreijährige Vorbereitung

Die Auswahl des Human Brain Project als FET-Forschungsflaggschiff ist das Ergebnis einer über dreijährigen Vorbereitung sowie einer rigorosen Evaluierung durch eine von der Europäischen Kommission ausgewählte große Gruppe unabhängiger und hervorragender Wissenschafter. Die Partner werden in den nächsten Monaten einen detaillierten Vertrag mit der Gemeinschaft für die zweieinhalbjährige Anlaufphase (2013 bis Mitte 2016) aushandeln. Die Arbeit am Projekt beginnt in den letzten Monaten des Jahres 2013.

Statements aus Österreich

Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs, Rektor Medizinische Universität Innsbruck

Das Ziel des Projektes die Funktionsweise des Gehirns in seiner Komplexität zu verstehen ist sehr visionär. Für die Medizinische Universität Innsbruck und den Forschungsstandort Tirol ist es eine besondere Auszeichnung, dass Prof. Saria im Managementteam einen zentralen Beitrag leistet. Darüber hinaus ist die Beteiligung der Medizinischen Universität Innsbruck eine weitere Anerkennung für unseren hervorragenden neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt.“

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dr.h.c. Harald Kainz, Rektor der TU Graz

“International und interdisziplinär gemeinsam zum Erfolg: Eine so komplexe Materie wie das menschliche Gehirn zu erforschen braucht ein breites Spektrum an Disziplinen, die an einem Strang ziehen. Das neue Forschungs-Flaggschiff der EU eröffnet bisher ungekannte Möglichkeiten für die Gehirnforschung. Wir freuen uns und sind stolz, dass Wissenschafter der TU Graz hier mit ihrer weltweit beachteten Expertise eine zentrale Rolle spielen.”

Weitere Informationen: https://www.i-med.ac.at/pr/presse/2013/04.html

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Preis der Stadt Innsbruck geht an drei Forscherinnen der Medizinischen Universität Innsbruck

Im Rahmen eines Festaktes in der Weiherburg wurde am vergangenen Freitag der Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung 2012 an der Medizinischen Universität Innsbruck vergeben. Die Forscherinnen Valentina Di Biase, PhD, Dr.in Verena Labi und Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Doris Wilflingseder wurden für ihre hervorragenden Erkenntnisse ausgezeichnet.

Innsbruck, 10.12.2012: Der 1979 ins Leben gerufene „Preis für wissenschaftliche Forschung an der Universität Innsbruck“ wird seit dem Bestehen der Medizinischen Universität Innsbruck  2004 jedes dritte Jahr an WissenschafterInnen der Medizin vergeben. Die hervorragende Arbeit und das besondere Engagement junger MedizinerInnen findet durch die Auszeichnung eine besondere Wertschätzung durch die Stadt Innsbruck. Entsprechend dem Vorschlag eines Gremiums der Medizinischen Universität Innsbruck ging der Preis in diesem Jahr an die drei ForscherInnen Valentina Di Biase, PhD, von der Sektion für Physiologie,  Dr.in Verena Labi  von der Sektion für Entwicklungsimmunologie und Ass.-Prof.in Priv.-Doz.in Doris Wilflingseder von der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie.

Die Preisträgerinnen und ihre Forschungsarbeiten

Valentina Di Biase, PhD wurde 1975 im italienischen Chieti geboren, wo sie 2001 auch ihr Pharmaziestudium abschloss. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt im Labor von Clara Franzini-Armstrong an der University of Pennsylvania in Philadelphia absolvierte die Pharmazeutin von 2005 bis 2008 ein Doktoratsstudium im Graduiertenprogramm Molecular Cell Biology der Medizinischen Universität Innsbruck und dissertierte in der Arbeitsgruppe von ao.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Flucher an der Sektion für Physiologie. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle von L-Typ Kalziumkanälen  in Neuronen.

In ihrer nun prämierten Forschungsarbeit „Surface traffic of dendritic CaV1.2 calcium channels in hippocampal neurons“, beschäftigte sich die junge Forscherin mit L-Typ-Kalziumkanälen, die für Lern- und Gedächtnisprozesse relevant sind. Das Gehirn ist das Organ, das Gedanken, Gefühle und Stimmungen erzeugt. Daneben finden im Gehirn weitere wichtige Prozesse, wie Entscheidungsfindung, Lernen oder Gedächtnisleistungen statt. Das Gehirn besteht aus hochspezialisierten Zellen – Neuronen -, die durch ihre Aktivität für das Auftreten dieser Phänomene verantwortlich sind. Die Neuronen erfüllen diese wichtige Aufgabe, indem sie ihre Zell-Funktionen im Zusammenspiel mit verschiedenen externen Stimuli regulieren. Rezeptoren und Ionenkanäle in den Zellmembranen spielen bei diesen Prozessen eine Schlüsselrolle. Sie registrieren Veränderungen in der Umgebung (Stimuli) und beeinflussen auf jeweils spezifische Weise das Funktionieren der Zelle. Es gibt verschiedene Belege dafür, dass die Neuronen das Ausmaß und die Ausprägung ihrer Reaktionen modulieren, indem sie das Zellmembran-Niveau verschiedener Rezeptoren und Ionenkanäle modifizieren und/oder indem sie diese für spezialisierte Membrankompartimente rekrutieren, die dafür ausgerüstet sind, bestimmte Signale zu übertragen. „In unserer Studie haben wir uns auf L-Typ-Kalziumkanäle konzentriert, die bei Prozessen wie Lernen und Gedächtnis eine Schlüsselrolle spielen. Es zeichnet sich interessanterweise ab, dass eine Funktionsstörung der Kalziumkanäle ein entscheidender Faktor bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen ist. In diesem Zusammenhang haben wir die Signalübermittlungseigenschaften dieser Kanäle in der Zellmembran von Nervenzellen untersucht. Insbesondere haben wir beschrieben, wie lange sie in der Membrane verweilen und welche Bahnen ein einzelner Kanal innerhalb der Zellwandschicht abdeckt. Das Datenmaterial und die Ergebnisse unserer Studie liefern die Grundlage und das Knowhow für weitere Untersuchungen und dazu, wie bestimmte Stimuli verschiedene Dynamiken auslösen und wie in der Folge verschiedene Dynamiken mit der Modulation und Regulierung der intrazellulären Signalübertragung zusammenwirken“, erklärt Valentina di Biase. Weitere Erkenntnisse unter diesem Forschungsansatz könnten zum Verständnis der molekularer Mechanismen, die die Funktion verschiedener Kanäle steuern, maßgeblich beitragen – sowohl im Bereich der Physiologie wie auch der Pathologie.

Dr.in Verena Labiwurde 1978 in Knittelfeld, Steiermark, geboren und absolvierte nach ihrem Diplomstudium der Mikrobiologie an der Universität Innsbruck ab 2003 ein Doktoratsstudium der Naturwissenschaften an der Medizinischen Universität Innsbruck in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Andreas Villunger zum Thema “Die Rolle der zelltodauslösenden Proteine Bim und Bmf”. Seit 2010 befindet sie sich auf einem wissenschaftlichen Auslandsaufenthalt an der Harvard Medical School und am MDC Berlin, um weitere Erkenntnisse zur Rolle des Zelltodes in verschiedenen Zellsystemen und Erkrankungen zu gewinnen.

Der programmierte Zelltod, auch Apoptose genannt, dient dazu, geschädigte oder entartete und deshalb potentiell gefährliche Zellen zu eliminieren. Viele Krebstherapien machen sich eben dieses Prinzip zu Nutze, indem sie Tumorzellen in den zellulären Selbstmord treiben. In der von der Stadt Innsbruck ausgezeichneten Forschungsarbeit “Apoptosis of leukocytes triggered by acute DNA damage promotes lymphoma formation” konnte Verena Labi zeigen, dass entgegen gängiger Meinung beispielsweise der durch Bestrahlung induzierte Zelltod auch krebsfördernd sein kann. Dies führt dann zum Problem, wenn im Rahmen der  Therapie zusätzlich zu den Tumorzellen auch gesunde Zellen abgetötet werden. Die überlebenden Vorläufer- oder Stammzellen im Gewebe, wie zum Beispiel dem Knochenmark, sind in der Folge enormem Stress ausgesetzt, da sie nach therapieinduzierter Schädigung ihre eigene DNA reparieren, aber gleichzeitig auch den Verlust ihrer Nachkommen im Gewebe wieder ausgleichen müssen. Dies ist mit massiver Zellteilung der Stammzellen verbunden und führt zu einer Expansion teilweise geschädigter Zellen, die dann im schlimmsten Fall durch die angehäuften Mutationen in ihrer DNA als Keimzellen für einen neuen Tumor dienen können. „In unserem Projekt konnten wir durch eine Hemmung von Zelltod im Knochenmark verhindern, dass wiederholte Bestrahlung zur Tumorentstehung führt. Insbesondere konnten wir zeigen, dass das Zelltod-auslösende Protein PUMA in diesem Prozess eine herausragende Rolle spielt, und dass die alleinige Hemmung von PUMA in Blutstammzellen zu einem deutlichen Schutz vor der akuten Zerstörung dieser Zellen aber auch vor späterer Krebsentstehung führte. Diese Beobachtung könnte auch eine mechanistische Erklärung für die Entstehung sogenannter behandlungsbedingter sekundärer Erkrankungen bieten, die vom Primärtumor unabhängig  oft erst Jahre oder Jahrzehnte später entstehen. Die durch die erste Tumortherapie verursachten Schäden im gesunden Gewebe bilden dabei die Basis für die Entstehung weiterer Tumorerkrankungen. Unsere Arbeit liefert Hinweise darauf, dass das Risiko, solch eine sekundäre Erkrankung zu entwickeln durch Reduktion des therapievermittelten Zelltods im gesunden Gewebe während der Therapie deutlich verringert werden könnte“, erklärt Preisträgerin Labi. Die Studie wurde vom FWF und dem Spezialforschungsbereich SFB021 finanziert,

Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Doris Wilflingseder wurde 1971 in Innsbruck geboren, wo sie Biologie,  Studienrichtung Zoologie, studierte. Nach ihrer Doktorarbeit am Institut für Theoretische Chirurgie der Universität Innsbruck war sie Universitätsassistentin an der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, habilitierte 2009 im Fach Immunologie und ist seit Jänner 2012 stellvertretende Direktorin der Sektion. Die bereits durch drei FWF Projekte in Folge geförderte Preisträgerin forscht mit ihrem Team an Wechselwirkungen von dendritischen Zellen mit unterschiedlichen Krankheitserregern, vor allem HIV-1 und Pilzen, unter Berücksichtigung der angeborenen und erworbenen Immunität.

Im Zuge der nun von der Stadt Innsbruck prämierten Publikation „Complement as an endogenous adjuvant for dendritic cell-mediated induction of retrovirus-specific CTLs“ untersuchte Prof.in Doris Wilflingseder mit ihren MitarbeiterInnen  die Rolle von Komplement für die durch dendritische Zellen vermittelte Ausbreitung HIV-spezifischer zytotoxischer, also zellzerstörender, T Zellen. Das Komplementsystem ist ein zentraler Bestandteil der angeborenen Immunität, bildet aber auch eine Brücke zur erworbenen Immunabwehr unseres Körpers. Nach dem Eindringen von Krankheitserregern in den Körper werden diese aufgrund ihrer Antigene vom Komplementsystem und später von spezifischen Antikörpern erkannt, indem Komplementfragmente wie auch Antikörper den Krankheitserreger bedecken und diesen damit als „fremd“ markieren. Dieser Prozess nennt sich Opsonisierung. „Ein solch markiertes Virus ist für dendritische Zellen – die Wächterzellen unseres Immunsystems – besser erkennbar. Dendritische Zellen nehmen Bestandteile von Krankheitserregern oder Krebszellen auf, und verarbeiten nicht opsonisierte und opsonisierte Antigene unterschiedlich. Anschließend präsentieren sie diese in einer für die T Zellen erkennbaren Form. Durch die Aktivierung der T Zellen verwandeln die dendritischen Zellen Warnsignale in zielgerichtete Immunreaktionen und verstärken somit die spezifische zelluläre Immunabwehr“, erklärt Doris Wilflingseder die unterstützende Rolle der HIV-1-Komplementopsonisierung.  In der durchgeführten Forschungsarbeit konnte erstmals in vitro und in vivo belegt werden, dass die Kapazität dendritischer Zellen, zytotoxische T Zellen zu aktivieren durch Komplementopsonisierung retroviraler Partikel, wie HIV-1, signifikant erhöht wird. Nach genauerer Charakterisierung dieses Mechanismus´ könnten die neuen Erkenntnisse zukünftig für eine innovative, dendritische zellbasierende Vakzinierungsstrategie in Betracht gezogen werden. Die Studie wurde vom FWF (P22165 an DW) finanziert.

Pressebild zum Herunterladen: http://www.i-med.ac.at/pr/presse/2012/91.html

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Links zu den prämierten Arbeiten:

Surface traffic of dendritic CaV1.2 calcium channels in hippocampal neurons. Di Biase V, Tuluc P, Campiglio M, Obermair GJ, Heine M, Flucher BE., J Neurosci. 2011 Sep 21;31(38):13682-94.
http://dx.doi.org/10.1523/​JNEUROSCI.2300-11.2011

Apoptosis of leukocytes triggered by acute DNA damage promotes lymphoma formation. Labi V, Erlacher M, Krumschnabel G, Manzl C, Tzankov A, Pinon J, Egle A, Villunger A, Genes Dev. 2010 Aug 1;24(15):1602-7.
http://dx.doi.org/10.1101/gad.1940210

Complement as an endogenous adjuvant for dendritic cell-mediated induction of retrovirus-specific CTLs. Bánki Z*, Posch W*, Ejaz A, Oberhauser V, Willey S, Gassner C, Stoiber H, Dittmer U, Dierich MP, Hasenkrug KJ, Wilflingseder D., PLoS Pathog. 2010 Apr 29;6(4):e1000891. * equal contribution.
http://dx.doi.org/10.1371/journal.ppat.1000891

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Mag.a Doris Heidegger
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Medizinische Universität Innsbruck
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Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.400* MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. Neu im Studienplan seit Herbst 2011 ist das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

*vollzeitäquivalent

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Med Uni Innsbruck: Ausgezeichnete Kooperationen: Neue Erkenntnisse zu Diabetes Typ 2 und die fatale Wechselwirkung von Drogen und Angst

Der Jubiläumsfonds der Medizinischen Universität Innsbruck und der Universität Innsbruck fördert wissenschaftliche Kooperationsprojekte. Im Rahmen eines Festaktes wurden zwei Teams ausgezeichnet: In einem der Siegerprojekte gehen Wissenschafter der beiden Universtäten der fatalen Wechselwirkung zwischen Drogen und Angst auf den Grund. Im zweiten ausgezeichneten Kooperationsprojekt wird Grundlagenforschung zu den Ursachen von Diabetes betrieben, um vorbeugende und bessere Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Innsbruck, 27.09.2012: Die VizerektorInnen für Forschung der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck haben 2011 aus dem Jubiläumsfonds Forschungsmittel für wissenschaftliche Kooperationsprojekte ausgeschrieben. „Gefördert werden interdisziplinäre Forschungsprojekte, die in enger Zusammenarbeit zwischen Instituten oder auch Personen beider Universitäten durchgeführt werden“, erklärt Vizerektorin Univ.-Prof.in Dr.in Sabine Schindler (Universität Innsbruck). „Es wurden sehr viele ausgezeichnete Projekte eingereicht. Da die beiden höchstgereihten von den GutachterInnen als gleichwertig hervorragend beurteilt wurden, haben wir uns entschieden, diesmal zwei Teams auszuzeichnen“, erläutert Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Günther Sperk (MUI).

Drogen und Angst: Welche Nervenzellgruppen sind verantwortlich?

Ausgezeichnet wurde ein Projekt von ao.Univ.-Prof. Dr. Nicolas Singewald vom Institut für Pharmazie (Abteilung Pharmakologie) der Universität Innsbruck und ao.Univ.-Prof. Dr. Gerald Zernig von der Abteilung für Experimentelle Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck. Ziel des Projekts ist, die Wechselwirkung von Drogen und Angst näher zu beleuchten. Viele Menschen greifen zu Drogen, um ihre Angst zu bekämpfen. Am nächsten Tag, also im Entzug, erleben sie aber, dass der Drogenkonsum ihre Angst noch verstärkt hat. Durch die Erforschung der neurobiologischen Ursachen von Angst und des Einflusses von Drogen darauf sollen neue Möglichkeiten gefunden werden, den Betroffenen zu helfen. In der Forschungskooperation wird die Expertise der Suchtforschungsgruppe von Prof. Zernig und Prof. Alois Saria mit der des international beachteten Angstforschers der Universität Innsbruck, Prof. Singewald, synergetisch genutzt. „Wir möchten herausfinden, welche Nervenzellgruppen im Gehirn sowohl durch Angst als auch durch Kokain beeinträchtigt werden, um Hinweise für arzneitherapeutische Ansätze zu erhalten. Auch sollen Nervenzellgruppen identifiziert werden, deren gezielte medikamentöse Beeinflussung die entzugsbedingte Angst bei Drogenabhängigen lindert, um ihnen den Weg aus der Sucht zu erleichtern”, sagen die Innsbrucker Forscher. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Förderpreis unsere Kräfte bündeln können.“ Angebahnt wurde die Kooperation im interdisziplinären Innsbrucker Doktoratskolleg “Signal Processing in Neurons“ (Sprecher Prof. Dr. Georg Dechant). Die jahrelange ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Psychologie der Universität Innsbruck (Studienleiter Univ.-Prof Harald R. Bliem) und der Suchtforschungsgruppe waren eine weitere wichtige Voraussetzung. “Es ist uns dadurch gelungen, Psychologie-Studierende mit der Problematik und der Therapie von Abhängigkeitserkrankungen vertraut zu machen und die begabtesten und motiviertesten unter ihnen zu wertvollen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen auszubilden“, erklärt Prof. Zernig. So führt die Studentin Constanze Barwitz im Rahmen des Projektes ihre Diplomarbeit durch. Das Forschungsprojekt ist darüber hinaus für den lokalen neurowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich des FWF (F44), zu dem die Arbeitsgruppe von Prof. Singewald beiträgt, von großem Interesse.

Vorbeugende und bessere Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes mellitus

Die Förderung ebenfalls erhalten haben Petronel Tuluc, PhD, vom Institut für Pharmazie (Abteilung Pharmakologie) der Universität Innsbruck und Univ.-Prof. DI Dr. Zlatko Trajanoski von der Sektion für Bioinformatik vom Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie überzeugten mit einem Projekt, in dem sie die Rolle bestimmter Ionenporen für die Funktion des Pankreas bei Diabetes mellitus untersuchen wollen. Ihre Forschungsergebnisse tragen dazu bei, vorbeugende und bessere Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes zu entwickeln. Zentral ist diese Forschung nicht zuletzt deshalb, weil die Zahl von PatientInnen mit Diabetes mellitus, insbesondere Typ-2-Diabetes, steigt. Ein Grund dafür sind Umweltfaktoren wie Übergewicht, Mangel an körperlicher Bewegung und einer immer älter werdenden Bevölkerung. Neben äußeren Faktoren muss auch eine genetische Disposition gegeben sein, um an Diabetes zu erkranken. Einer der wichtigsten Regulatoren der Insulinproduktion und Insulinfreisetzung von Beta-Zellen, spezielle Zellen der Bauchspeicheldrüsen, sind die Calciumionen. Zu hoher Calcium-Einstrom führt zu Calcium-Überladung und damit zum Zelltod, während zu wenig Calcium zu Fehlfunktionen führt. In ihrem Forschungsprojekt untersuchen die beiden Wissenschafter die Rolle einer spannungsgesteuerten Calcium-Kanal Isoform (CaV1.3) im Zusammenhang mit der Gentranskription und der Regelung in Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Sie arbeiten dabei mit einem speziellen Tiermodell, das im Labor von Dr. Jörg Striessnig (Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Innsbruck) entwickelt worden ist. „Unsere Forschungsergebnisse tragen dazu bei, mehr über die Entstehung und den Verlauf von Diabetes zu erfahren und neue vorbeugende oder bessere Behandlungsstrategien zu identifizieren“, erklärt Petronel Tuluc.

Pressebilder mit Bildunterschriften

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Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.800 MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. Neu im Studienplan seit Herbst 2011 ist das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitende Clinical PhD angeschlossen werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

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Steigender weiblicher Studierendenanteil an der Medizinischen Universität Innsbruck

Nach den diesjährigen Auswahlverfahren erhalten für die Human- und Zahnmedizin insgesamt 212 Männer (2011: 219) und 187 Frauen (2011: 181) einen Studienplatz. Für die Molekulare Medizin wurden insgesamt 40 Personen, davon 24 Frauen (2011: 7) und 16 Männer (2011: 18) zum Aufnahmegespräch eingeladen. Im Sinne einer effizienten Auswahl kamen in diesem Jahr erstmals unterschiedliche Testverfahren für die drei medizinischen Studien zum Einsatz.

Innsbruck, 01.08.2012: Insgesamt stehen an der Medizinischen Universität Innsbruck 430 Studienplätze für die Studien Human-, Zahnmedizin und Molekulare Medizin zur Verfügung: 360 für das Diplomstudium Humanmedizin, 40 für Zahnmedizin und 30 für das 2011 neu implementierte Bachelorstudium Molekulare Medizin. Auf Basis der geltenden Quotenregelung stehen jeweils 75 Prozent der Plätze für BewerberInnen mit österreichischem Reifezeugnis, 20 Prozent für EU-BürgerInnen und fünf Prozent für Nicht-EU-BürgerInnen zur Verfügung, wobei die Quotenregelung für das Studium der Molekularen Medizin nicht anzuwenden ist. Danach erhalten 270 TestabsolventInnen mit österreichischem Reifezeugnis einen Studienplatz der Humanmedizin, 30 in der Zahnmedizin. Zur Österreich-Quote gehören auch SüdtirolerInnen, LiechtensteinerInnen sowie LuxemburgerInnen, hier wurden 2012 insgesamt 63 Studienplätze vergeben. Über die 20 Prozent-Quote der EU-BürgerInnen erhalten insgesamt 80 BewerberInnen einen Studienplatz in der Human- oder Zahnmedizin. Davon geht an 77 BewerberInnen aus Deutschland jeweils ein Studienplatz. Fünf Prozent der Studienplätze in der Human- und Zahnmedizin gehen an Nicht-EU-BürgerInnen.

Stetige geschlechtsspezifische Verbesserungen für mehr Chancengleichheit

„Die Erfolgsquote der Frauen mit österreichischem Reifezeugnis war bei den heurigen Testverfahren niedriger als jene der männlichen Bewerber und niedriger als jene der deutschen Bewerberinnen“, konstatiert der Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Norbert Mutz eine geschlechtsspezifische als auch nationale Differenz.

„Wir haben mit den Landesschulinspektoraten, vor allem mit Landesschulinspektor Dr. Thomas Plankensteiner aus Tirol, Probetests in Tiroler, Vorarlberger und Südtiroler Schulen organisiert. Diese Initiativen sollen die Schülerinnen und Schüler besser auf die Testsituation vorbereiten. In den vergangenen Jahren konnten wir dank unserer Bemühungen ein ausgeglichenes Verhältnis in der Erfolgsquote bei den österreichischen BewerberInnen um einen Platz für ein Humanmedizinstudium erzielen. Die Zulassungsstatistiken der letzten Jahre zeigen seit der Einführung der intensiven Informationskampagnen an Tiroler, Vorarlberger und Südtiroler Schulen einen klaren Anstieg an Zulassungen von Bewerberinnen.“ Um die Chancengleichheit für alle BewerberInnen zu verbessern, arbeiten alle drei Medizinischen Universitäten in Österreich aber bereits an einem neuen, einheitlichen Testverfahren. „Dabei werden wir noch besser auf die unterschiedlichen Kenntnisse der weiblichen und männlichen Bewerberinnen und Bewerber eingehen. Es ist daher gut möglich, dass die Testverfahren, so wie sie heuer durchgeführt wurden, im kommenden Jahr bereits Geschichte sind“, erklärt Prof. Mutz.

Auswahl für Molekulare Medizin

Für das Studium der Molekularen Medizin stehen 30 Studienplätze zur Verfügung – die Quotenregelung kommt hier nicht zur Anwendung. Im Jahr 2011 haben 25 der 30 Studienplätze nach dem Ranking an 7 Frauen und 18 Männer erhalten. Die letzten 5 Studienplätze wurden an die Bewerberinnen und Bewerber aufgrund eines Aufnahmegespräches vergeben, welche nach dem Ranking des Aufnahmetests in der provisorischen Rangliste auf den Positionen 26 bis 35 platziert waren.  Für die Studienplatzvergabe 2012 wird das positive Ergebnis des BMS sowie das Ergebnis des Aufnahmegesprächs zu einer endgültigen Rangliste zusammengeführt, die Bewerberinnen und Bewerber auf den Postionen 1 bis 30 erhalten einen Studienplatz zugeteilt.  Die Aufnahmegespräche finden am 31.07. und 01.08. statt.

Zahlen und Fakten zu den Auswahlverfahren EMS-AT, EZS-AT und BMS in Innsbruck:

Humanmedizin: EMS-AT 2012 Zahnmedizin: EZS-AT 2012 Molekulare Medizin: BMS-AT 2012 Anmerkungen
Anmeldungen 2.490* 226 58 *davon haben 53 den Testwert aus 2011   mitgenommen
Frauen 1.427 137 36
Männer 1.063 89 22
6.7.2012:TeilnehmerInnen gesamt: 1.915 174 41
Frauen 1.107 106 25
Männer 808 68 16
31.7.2012: Ergebnis gesamt: 360 39 40
Frauen 171 16 24
Männer 189 23 16

Zahlen und Fakten zum Auswahlverfahren am 6.7.2012 in Innsbruck:

Auswahlverfahren 2012 EMS-AT 2011 EMS-AT 2010 Anmerkungen
Anmeldungen 2.774

(2.721) 2

3.144
(3.116)1
2.715 128 Personen haben ihren Testwert aus dem Vorjahr   mitgenommen.
2 53 haben den Testwert aus 2011 mitgenommen, schreiben also den   diesjährigen Test nicht mit.
Frauen 1.600 1.761 1.475
Männer 1.174 1.383 1.240
TeilnehmerInnen gesamt (6.7.2012) 2.130 2.417 1.970
Frauen 1.238 1.339 1.072
Männer 892 1.078 898

 

Differenzierte Auswahlverfahren

Seit Einführung der Aufnahmetests galt das Bestreben einem möglichst effizienten Procedere im Interesse der Universitäten wie auch jenem der Studierenden. Dazu gibt es in diesem Jahr zwei Neuerungen. Für das Studium der Zahnmedizin besteht der Eignungstest aus zwei Teilen – einem verkürzten theoretischen Teil des EMS Tests für das Humanmedizinstudium – und einem praktischen Teil, bei dem die feinmotorischen Fähigkeiten, beispielsweise durch einen Drahtbiegetest, überprüft werden (Bewertungsanteil 30 %). Für das Bachelorstudium Molekulare Medizin kommt nunmehr ein spezieller Eignungstest (Basiskenntnistest Medizinische Studien, BMS) zur Anwendung, der von der Medizinischen Universität Graz entwickelt wurde. Dabei wird Wissen in den naturwissenschaftlichen Fächern abgefragt. Die bestgereihten BewerberInnen für das Bachelorstudium der Molekularen Medizin werden anschließend zu einem Aufnahmegespräch eingeladen. Der EMS-Test für die BewerberInnen um das Humanmedizinstudium bleibt unverändert.

Kontakt

Mag.a Amelie Döbele
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Medizinische Universität Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck, Austria
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Wird ein Computer unser Gehirn simulieren können?

Human Brain Project: Ein Großprojekt der Superlative mit österreichischer Beteiligung

Im Rahmen des „Human Brain Project“ (HBP) will ein Konsortium europäischer Universitäten, darunter die Medizinische Universität Innsbruck, das menschliche Gehirn simulieren. Nicht nur die Neurowissenschaften, Medizin und Sozialwissenschaften, sondern auch die Informationstechnologie und Robotik sollen revolutioniert werden. Der Leiter der Innsbrucker Abteilung für Experimentelle Psychiatrie, Univ.-Prof. Dr. Alois Saria, ist der einzige Österreicher im Managementteam des Großprojektes.

Innsbruck, 03.07.2012: Das „Human Brain Project“ (HBP) ist in jeder Hinsicht ein wissenschaftliches Projekt der Superlative: Die wichtigsten Partner sind 13 Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, der Schweiz, Schweden, Israel, Österreich und Belgien. Insgesamt vereint das Vorhaben über 100 weitere Organisationen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen: Neurowissenschaften, Genetik, angewandte Mathematik, Computerwissenschaft, Robotik und Sozialwissenschaften. „Wir verfolgen einen völlig neuen Ansatz, um die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Alois Saria von der Medizinischen Universität Innsbruck. Auf einer Pressekonferenz in Innsbruck informierte er Anfang Juli 2012 gemeinsam mit dem renommierten Hirnforscher, Univ.-Prof. Dr. Peter Jonas, vom Institute of Science and Technology Austria (IST) über den aktuellen Stand des HBP, das zu den insgesamt sechs finalen Projekten des FET-Flagship Programmes der EU gehört.

Zukunftsweisende Methoden entwickelt

Prof. Peter Jonas wird ebenso wie Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Maas von der TU Graz am HBP mitarbeiten, sollte die EU Ende 2012 bzw. Anfang 2013 dem HBP den Zuschlag geben. Mit rund 1 Milliarde Euro könnte dann rund zehn Jahre lang geforscht werden. Damit soll eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur mit Neurowissenschaftslabors und Supercomputeranlagen sowie neue Plattformen für Sozialwissenschaften und Bildung aufgebaut werden. „Wir haben allerdings im Rahmen der jahrelangen Vorbereitung bereits jetzt viele zukunftsweisenden Methoden entwickelt, die uns in unserer alltäglichen Forschungsarbeit entscheidende Fortschritte bringen werden“, erklärt Prof. Saria. So existiert bereits ein datenbasiertes elektronisches Modell einer funktionellen Einheit der Großhirnrinde an der EPFL (Eidgenössische Technische Hochschule) in Lausanne, ein Prototyp eines Computerchips mit der Architektur von Nervenzellen an der Universität  Heidelberg oder eine einzigartige Datenbankstruktur zur Aufbereitung einer großer Menge von Forschungsdaten am INCF (International Neuroinformatics Coordinating Facility) am Karolinska Institut in Stockholm.

Bereits jeder Dritte hat neurologische Erkrankung

Das Gehirn zu simulieren ist eine gigantische Herausforderung: Unser wichtigstes Organ ist mit seinen Milliarden vernetzten Nervenzellen (Neuronen) extrem komplex. Bisher können Hirnforscher daher nicht jene Experimente und Messungen durchführen, die sie bräuchten, um die Funktionsweise des Gehirns vollständig zu verstehen.

Ziel des HBP ist es, eine Simulation zu entwickeln, mit der alle Aspekte des Gehirns, von kleinen Neuronengruppen bis zur Gesamtaktivität der Hirnrinde gemessen und beeinflusst werden können. „Das würde einen enormen Innovationsschub für die Hirnforschung bedeuten und die Erforschung von Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten vieler neurologischer Erkrankungen erleichtern“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Peter Jonas vom IST Austria. Derzeit können viele Krankheiten des Gehirns, wie Alzheimer oder Parkinson, nicht ursächlich behandelt werden. Allerdings hat bereits jeder dritte Europäer eine Erkrankung des Gehirns. Dadurch entstehen jährlich Kosten von 800 Milliarden Euro. Auch vor diesem Hintergrund zählt die Hirnforschung zu einem der wichtigsten Forschungsbereiche des 21. Jahrhunderts.

IT-Revolution: Neuer Supercomputer nach dem Vorbild des Gehirns

Jedes Jahr veröffentlichen NeurowissenschaftlerInnen weltweit rund 60.000 wissenschaftliche Dokumente, die jeweils die Rolle eines bestimmten Gens, Moleküls oder Aspekts des elektrischen Verhaltens von Neuronen, ihre Vernetzung oder aber die Mechanismen einer neurologischen Erkrankung beschreiben. Das HBP soll diese Daten sammeln und somit eine solide Grundlage für die Simulation schaffen. Damit sollen kurzfristig präzisere Diagnosen erstellt sowie eine maßgeschneiderte Behandlung für PatientInnen mit Gehirnerkrankungen entwickelt werden. Dafür wird allerdings eine enorme Rechenkapazität benötigt. Im Rahmen des HBP wird daher eine neue Generation von Supercomputern geschaffen werden. Dabei nehmen sich die WissenschafterInnen das Gehirn zum Vorbild, denn es ist 300.000 Mal leistungsfähiger als heutige Hochleitungscomputer und verbraucht dabei gerade einmal so viel Strom wie eine Glühbirne (ca. 30 Watt). „Es wäre bereits ein gigantischer Fortschritt, wenn nur wenige der Fähigkeiten des Gehirns in einem Computer realisiert werden können“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Saria. „Mit der bisherigen Computertechnologie bräuchten wir einen Supercomputer, der so viel Strom verbraucht wie ein mittleres Kraftwerk produzieren kann, um das Gehirn zu simulieren.“ Deshalb soll eine neue Technik angewandt werden, um einen sogenannten „neuromorphen“ Computer zu entwickeln. Dabei wird die Architektur der Nervenzellen auf einen Computerchip gebracht.

Innovation in der Ausbildung

Im HBP-Managementteam ist Prof. Alois Saria für den Bereich „Bildung“ zuständig. Er wird für die Ausbildung von rund 500 bis 1.000 PhD-Studierenden verantwortlich sein. „Dafür müssen zunächst eigene Curricula geschaffen werden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Alois Saria. Die Ausbildung wird dann mittels E-Learning erfolgen. „Das Human Brain Project wird damit auch weiterreichende Auswirkungen auf die Ausbildung haben, da wir eine neue Fernstudiumplattform für junge WissenschafterInnen aufbauen.“

FET-Flagship Initiative

Die Europäische Union bündelt ihre Programme der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration traditionell in zeitlich befristeten Forschungsrahmenprogrammen. Die Future and Emerging Technologies (FET) – Flagship Initiative ist eine Förderlinie aus dem Förderbereich Informations- und Kommunikationstechnologien im 2014 auslaufenden 7. Rahmenprogramm der EU. FET Flagships sind groß angelegte, wissenschaftsgetriebene und aufgabenorientierte Initiativen, mit denen visionäre technologische Ziele erreicht werden sollen. In einer Vorbereitungsphase wurden zunächst sechs Pilotprojekte, darunter das HBP, mit je 1,5 Millionen Euro über zwölf Monate unterstützt. In der zweiten Jahreshälfte 2012 werden aus den Pilotprojekten dann zwei Flagship-Projekte ausgewählt, die Anfang 2013 ihre Arbeit aufnehmen sollen. Die beiden ausgewählten Projekte werden über zehn Jahre lang mit einem Budget von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr gefördert.

Weitere Zahlen und Fakten

Die Komplexität des Gehirns:
- 89 Milliarden Neuronen (Nervenzellen)
- 70.000 Neuronen passen auf einen Stecknadelkopf
- Ein Neuron hat über eine Milliarde Proteine

Neurologische Erkrankungen:
- Jeder dritte Mensch in der EU ist betroffen.
- Kosten: 800 Milliarden Euro
- Jedes Jahr veröffentlichen NeurowissenschafterInnen weltweit 60.000 wissenschaftliche Arbeiten.

HUMAN BRAIN PROJECT

-       13 Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Schweden, Israel, Österreich und Belgien

-       Über 100 Organisationen

-       150 Principal Investigators (führende ForscherInnen)

Beteiligung aus Österreich:

Management Team: Medizinische Universität Innsbruck, verantwortlich für den Bereich „Bildung“
Partner: Institute of Science and Technology Austria (IST)

Mitarbeitende Wissenschaftler:

Univ.-Prof. Dr. Peter Jonas (Institute of Science and Technology Austria, Klosterneuburg)
Univ.-Prof. Dr. Alois Saria (Leiter Abteilung für Experimentelle Psychologie, Medizinische Universität Innsbruck)
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Maas (Leiter des Instituts für Grundlagen der Informationsverarbeitung, TU Graz)

Zu den Teilnehmern der Pressekonferenz:

Der Leiter der Abteilung für Experimentelle Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Alois Saria, kam 1987 nach Innsbruck und übernahm die Leitung der damaligen Abteilung für Neurochemie. 1997 wurde er zum Professor für Neurochemie berufen. Prof. Saria engagierte sich in vielen internationalen Vereinigungen. Unter anderem wurde er 2011 das erste nicht US-amerikanisches Mitglied im Finanzkomitee der „Society for Neuroscience“, der größten weltweit tätigen Non-Profit Organisation der Neurowissenschaften mit über 42.000 Mitgliedern. Der Innsbrucker Wissenschafter hat bereits mehrere Forschungspreise gewonnen und wird vom „Institute for Scientific Information“ (ISI) seit 2002 als „Highly Cited Researcher“ (über 12.000 Zitationen) im Bereich Pharmakologie geführt.

Der renommierte Hirnforscher Univ.-Prof. Dr. Peter Jonas vom Institute of Science und Technology Austria in Klosterneuburg untersucht die Funktionsweise neuronaler Mikroschaltkreise. Dies stellt eine der größten Herausforderungen der Biowissenschaften im 21. Jahrhundert dar. Denn das menschliche Gehirn besteht aus ca. 10 Milliarden Neuronen, die an gigantisch vielen Kontaktstellen (~10^15) miteinander in Verbindung stehen. Diese Kontakt- und Kommunikationsstellen zwischen Neuronen werden Synapsen genannt. Der 51-jährige ist Gründungsprofessor eines Forschungsclusters “Neurowissenschaften” am IST Austria. Prof. Jonas erhielt zahlreiche hochdotierte Forschungspreise (unter anderem den Leibniz-Preis, Fick-Preis und Tsungming-Tu-Preis) und einen ERC Advanced Grant.

Seit 15. Juli 2011 verstärkt Mag. Dr. Wolfram Rieneck das Team des Servicecenters Forschung (SCF) der Medizinischen Universität Innsbruck. Herr Dr. Rieneck ist Mikrobiologe und war über zwölf Jahre am Büro für Europäische Programme als regionale und nationale Kontaktstelle für die Rahmenprogramme der Europäischen Union in Tirol und Vorarlberg verantwortlich. Mit Hilfe seiner langjährigen Expertise bei der Betreuung europäischer F&E-Vorhaben bietet das SCF den ForscherInnen der Medizinischen Universität nun eine intensive Betreuung von kooperativen, internationalen Forschungsprojekten in allen Projektphasen, von der Projektidee über die Einreichung bis zur intensiven Betreuung laufender Projekte und dem Projektmanagement an.

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Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.800 MitarbeiterInnen und ca. 3.000 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden folgende Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens. Neu im Studienplan seit Herbst 2011 ist das Bachelor-Studium der Molekularen Medizin. An das Studium der Human- oder Zahnmedizin kann außerdem der berufsbegleitendete Clinical PhD angeschlossen werden.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. Die Schwerpunkte der Forschung liegen in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Genetik, Epigenetik und Genomik sowie Infektiologie, Immunologie & Organ- und Gewebeersatz. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck im hochkompetitiven Bereich der Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

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