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Erfolgreiche Adipositas Forschung an der Med Uni Graz

Die Adipositas ist eine Erkrankung, die mit zahlreichen Störungen, wie Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und einer chronischen, niedriggradigen Entzündung einhergeht. Mit diesen Entzündungsprozessen beschäftigen sich zwei Publikationen eines Wissenschafterteams der Med Uni Graz. Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge und sein Team erteilen der Hoffnung, dass der mit der Entzündung verbundene oxidative Stress bei Adipositas durch eine gesteigerte Antioxidantienzufuhr positiv beeinflusst werden kann, eine klare Absage. Ebenso stellten die Forscher fest, dass sich die Entzündungsprozesse und der Tryptophanstoffwechsel – mit der Nahrung zugeführte essentielle Aminosäuren – bei jugendlicher und erwachsener Adipositas deutlich unterscheiden.

Adipositas – Suchterkrankung mit weitreichenden Folgen 

Es ist schon länger bekannt, dass Adipositas viele Ähnlichkeiten mit anderen Suchterkrankungen aufweist und durch ein Belohnungs-Defizit-Syndrom aufrechterhalten wird. In der Zeitschrift „Current Medicinal Chemistry“ beschreiben Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge, Leiter der Forschungseinheit Biomarker bei Entzündung und Lebensstilerkrankungen des Klinischen Instituts für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Med Uni Graz, und seine Mitarbeiter nun die Zusammenhänge zwischen den chronischen Entzündungsprozessen und dem Belohnungs-Defizit-Syndrom. Eine wichtige Rolle spielen dabei die T-Helferzellen, von denen es zwei zentrale Untergruppen gibt, die unterschiedliche Botenstoffe ausschütten. Charakteristisch für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen bei Adipositas ist eine verstärkte Aktivität der Th1-Zellen, die nicht nur die chronische niedriggradige Endzündung fördern, sondern auch den Weg für atherosklerotische Veränderungen in den Gefäßen bereiten.

Hormonelle Störung des Sättigungsgefühls führt zu steter Gewichtszunahme 

Prof. Mangge und sein Team arbeiteten bei ihren Untersuchungen eng mit Univ.-Prof. Dr. Dietmar Fuchs zusammen, der sich mit seiner Arbeitsgruppe an der Sektion für Biologische  Chemie des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck mit Biomarkern des Immunsystems beschäftigt. Im Rahmen dieser Forschungen wurde unter anderem der Zusammenhang zwischen Immunaktivierungsvorgängen und Veränderungen des Tryptophanstoffwechsels nachgewiesen. Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen werden muss, weil der Körper sie nicht selbst erzeugen kann. Bei Adipositas führt die verstärkte Th1-Aktivität dazu, dass beim Tryptophanumbau im Körper nicht genügend Sättigungshormone gebildet werden können und dadurch der gestörte Tryptophanstoffwechsel wahrscheinlich ein Schlüsselelement für die stetige Gewichtszunahme darstellt. Der durch die entzündlichen Prozesse bedingte Tryptophanmangel führt dazu, dass Übergewichtige nach tryptophanhältigen Nahrungsmitteln wie Eiern, Milchprodukten, Fleisch, Nüssen und Schokolade gieren und auf diese Weise in einen Teufelskreis geraten. Ebenso verstärkt der Mangel die mit der Adipositas assoziierten Schlafstörungen, welche ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung einer Stammfettsucht sind.

Antioxidantien zerstören positive Effekte des Sports bei Adipositas 

Prof. Mangge hält fest, dass Antioxidantien die Adipositas auf mehreren Ebenen ungünstig beeinflussen: Zum einen hemmen sie die Ausschüttung des Sättigungshormons Leptin. Ebenso kommt es zusätzlich zu einem vermehrten Hunger auf Nahrungsmittel, die mit Antioxidantien angereichert sind wie zum Beispiel zuckerhaltige Getränke. Überdies werden durch den übermäßigen Antioxidantienkonsum reaktive Sauerstoffverbindungen, die zum Beispiel bei Sport vermehrt freigesetzt werden, abgefangen und können so nicht ihre positiven Wirkungen wie die Anregung des körpereigenen Antioxidantiensystems und die Verbesserung der Insulinsensitivität entfalten. „Wir wissen heute, dass bestimmte Vitamine in hohen Dosen sogar toxisch wirken“, ergänzt Prof. Mangge seine kritische Einschätzung von Antioxidantienzusätzen oder Supplementen.

Wissenschafter warnen vor überzogenen Hoffnungen in Abnehmprogramme 

In ihrer zweiten Arbeit, die in der Zeitschrift „Obesity“ veröffentlicht wurde, beschäftigten sich die Grazer Forscher näher mit den Störungen des Tryptophanstoffwechsels bei der Adipositas. Sie gingen der Frage nach, ob alle Altersstufen von den Veränderungen in gleichem Maße betroffen sind und untersuchten dafür 571 normalgewichtige und übergewichtige Personen beiderlei Geschlechts im Alter von 10 bis 65 Jahren. Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich der Tryptophanstoffwechsel und die mit der Adipositas einhergehenden Entzündungsvorgänge bei Jugendlichen und Erwachsenen deutlich unterscheiden. Es stellte sich auch heraus, dass nicht der BMI, sondern der Bauchumfang am stärksten mit der Tryptophanabbaurate assoziiert ist.

Diese fortschreitenden Veränderungen haben auch Einfluss auf den Therapieerfolg. Wenn das System einmal entgleist ist, ist die Behandlung schwierig. „Bewegung und gesunde Ernährung haben sicher ihren Stellenwert in der Therapie der Adipositas, können das Problem bei vielen Menschen aber nicht mehr alleine lösen“, betont Prof. Mangge und warnt vor überzogenen Hoffnungen, die über Abnehmprogramme vermittelt werden. Vor allem sorgen unseriöse Anbieter von Adipositastherapien dafür, dass die Frustration der Betroffenen mit jedem Abnehmversuch steigt. „Die Adipositas ist eine Erkrankung, für die wir dringend weitere Lösungsansätze benötigen“, so der Experte. Daran werden die Wissenschafter der Med Uni Graz auch in Zukunft forschen.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge
Klinisches Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik Medizinische Universität Graz
eMail: harald.mangge@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 83340

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Körperliche Aktivität schützt vor Knochenschwund

Mangelnde körperliche Aktivität ist einer der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Osteoporose, da nicht gebrauchter Knochen ähnlich wie nicht genutzte Muskulatur rasch abgebaut wird. Wie nun Wissenschafter der Med Uni Graz zeigen, spielt Sclerostin, ein neuer Biomarker des Knochenstoffwechsels, dabei eine wichtige Rolle. Die im renommierten Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (JCEM) veröffentlichte Studie wurde nun von den Herausgebern der Zeitschrift als eine der 14 besten klinischen Forschungsarbeiten des Jahres 2012 ausgewählt und mit dem prestigeträchtigen „Endocrine Society’s International Award for Publishing Excellence“ ausgezeichnet.

Gesunder Knochenstoffwechsel als Garant für optimales Knochenwachstum 

Entgegen der landläufigen Meinung ist der Knochen ein sehr stoffwechselaktives Organ, das sich durch ständigen Umbau an wechselnde Belastungen anpasst: Wenn man körperlich aktiv ist, wird nicht nur die Muskulatur, sondern auch der Knochen gestärkt. Umgekehrt wird nicht gebrauchter Knochen rasch abgebaut. Das erklärt auch, warum die Osteoporose in Zeiten zunehmender körperlicher Inaktivität zu einer so weit verbreiteten und kostenintensiven Volkskrankheit geworden ist bzw. auch, warum ältere Menschen verstärkt von Osteoporose betroffen sind.

Sclerostin als mögliche Ursache des Knochenschwundes 

Auf der Suche nach den Ursachen des Knochenschwundes beschäftigten sich Forscher in den letzten Jahren unter anderem mit der Sclerosteosis und dem van Buchem-Syndrom, zwei seltenen angeborenen Erkrankungen, die sich durch außergewöhnlich starke Knochen auszeichnen, welche praktisch nie brechen. Durch ungehemmtes Knochenwachstum kommt es bei Betroffenen zu Knochendeformitäten und Nervenschäden durch Einengungen in den Knochenkanälen. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass bei beiden Erkrankungen ein Gendefekt vorliegt, der eine gestörte Bildung von Sclerostin zur Folge hat. Dieses Protein wird von reifen Knochenzellen, sogenannten Osteozyten, produziert und hemmt bei Gesunden ein übermäßiges Wachstum von Knochen. Sind die Sclerostinwerte jedoch erhöht, wird die Knochenbildung negativ beeinflusst und das Sclerostin wirkt als Hemmer auf die Knochenbildung.

Es gibt einige Hinweise, dass Sclerostin auch maßgeblich an der Entstehung von Osteoporose beteiligt sein könnte  und mit Immobilität assoziiert ist: Sowohl in „Bed-Rest-Studien“, in denen gesunde Probanden längere Zeit im Liegen verbringen, als auch bei bettlägerigen Schlaganfall-Patienten führte die Bewegungseinschränkung zu einer signifikanten Erhöhung von Sclerostin im Serum.

Körperliche Aktivität senkt den Sclerostinspiegel und erhält Knochen gesund 

Die Grazer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Ass.-Prof. Dr. Karin Amrein, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Univ.Klinik für Innere Medizin, Med Uni Graz, untersuchte nun erstmals, wie sich Körperzusammensetzung und körperliche Aktivität eines Menschen auf den Sclerostinspiegel auswirken. Studienteilnehmer waren 161 gesunde Männer und Frauen mit einem mittleren Alter von 44 Jahren, bei denen Parameter wie BMI, Körperfettanteil und –verteilung sowie Knochenmasse gemessen wurden. Die körperliche Aktivität wurde mit Hilfe eines detaillierten Fragebogens erhoben, der sowohl berufliche als auch sportliche und nichtsportliche Freizeitaktivitäten erfasste. Unterstützt wurden die Grazer Forscher dabei von einem Sportwissenschafter aus Erlangen.

„Je mehr Bewegung die Studienteilnehmer machten, desto niedriger war der neue Biomarker“, so Ass.-Prof. Amrein zum wichtigsten Ergebnis der Studie. Der Sclerostinspiegel im Serum korrelierte auch positiv mit dem Alter, dem BMI, dem Körperfett und der Knochenmasse der Probanden. Ein spezifischer Geschlechtsunterschied wurde nicht gefunden. Männer hatten zwar im Schnitt höhere Sclerostinspiegel, die aber allein durch die höhere Knochenmasse (=mehr Sclerostin-produzierende Osteozyten) erklärt werden konnten. „Körperliche Aktivität ist für die Knochengesundheit von immenser Bedeutung“, betont die Endokrinologin.

„Das gilt vor allem für das höhere Alter. Und es handelt sich dabei um eine Maßnahme, die sofort und von jedem selbst mit vergleichsweise geringen Nebenwirkungen umgesetzt werden kann. Beispielsweise ist das oft belächelte Wirbelsäulenturnen eine wichtige und effektive Basismassnahme.“

Interessant ist Sclerostin auch aus therapeutischer Sicht: die medikamentöse Sclerostinhemmung könnte ein vielversprechender Ansatz zur Erhaltung der Knochenmasse sein. Die Ergebnisse von ersten klinischen Studien mit einem Antikörper gegen Sclerostin stimmen die Forscher zuversichtlich. Auch die Grazer Arbeitsgruppe plant weitere Studien mit dem neuen Biomarker durchzuführen.

Weitere Informationen:
Ass.-Prof. PD Dr. Karin Amrein, MSc.
Univ.-Klinik für Innere Medizin
Klinische Abteilung für Endokrinologie
Medizinische Universität Graz
eMail: karin.amrein@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 82383

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Fremde Zellen im eigenen Körper

Wissenschafter der Med Uni Graz nehmen Vorreiterrolle in der Erforschung fremder Zellen ein

Die an der Med Uni Graz entwickelte Methode zur eindeutigen Identifizierung  des genetischen Ursprungs einzelner Zellen im menschlichen Körper spielt eine entscheidende Rolle bei der Erforschung fremder Zellen, dem Chimärismus bzw. wenn diese fremden Zellen vergleichsweise selten sind: Mikrochimärismus. Diese eindeutige Identifizierung ist essentiell, um die Rolle der fremden Zellen im eigenen Körper untersuchen zu können. Das Überleben fremder Zellen im menschlichen Körper und die daraus resultierenden Erkenntnisse sind das Thema einer international hochkarätig besetzten Tagung, welche von 30.Mai bis 01. Juni 2013 an der Med Uni Graz stattfinden wird. Wissenschafter aus der ganzen Welt treffen sich in Graz, um über Kooperationen und neueste Erkenntnisse zu sprechen.

Mikrochimärismus – Fremde Zellen im Körper 

Der Ausdruck Mikrochimärismus beschreibt die Tatsache, dass wir im Körper fremde Zellen tragen, die oft einige bis viele Jahre überleben können. Diese Zellen können während der Schwangerschaft durch einen wechselseitigen Austausch über die Plazenta (den Mutterkuchen) zwischen Mutter und Kind in den Körper gelangen, aber auch nach Transfusionen noch lange im Wirtsorganismus weiterleben und sich wie die körpereigenen Zellen zu spezifischen Gewebszellen entwickeln.

Genetischer Fingerabdruck auf Einzelzellbasis 

Die eindeutige Identifizierung von fremden seltenen Einzelzellen im menschlichen Körper ist DI Dr. Thomas Kroneis, Leiter der Forschungseinheit für Einzelzellanalyse in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Peter Sedlmayr am Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz gelungen, dies in Zusammenarbeit mit Prof. Dr.  Erwin Petek vom Institut für Humangenetik. Diese Vorgehensweise orientiert sich an forensischen Methoden und ermöglicht es jede einzelne Zelle eindeutig zu identifizieren. Die Rückverfolgung geht sogar so weit, dass festgestellt werden kann, von welchem der leiblichen Kinder eine bestimmte fremde Zelle in der Mutter stammt. Wie Dr. Kroneis zusammen mit Assoz.-Prof.

Dr. Jochen Geigl vom Institut für Humangenetik der Med Uni Graz zeigte, können seltene fremde Einzelzellen nicht nur identifiziert, sondern auch weiteren molekulargenetischen Untersuchungen unterzogen werden, um so zum Beispiel Mutationen nachweisen zu können.

Was tun die fremden Zellen im Körper? 

Die fremden Zellen werden vom Immunsystem erkannt und in den meisten Fällen auch toleriert, koexistieren friedlich mit den Zellen des Wirtsorganismus. Jedoch weisen etliche Forschungsergebnisse darauf hin, dass der Mikrochimärismus für die Entstehung von Krankheiten mitverantwortlich sein kann, zB. bei der Entstehung entzündlich rheumatischer Krankheiten und anderer Autoimmunerkrankungen. In diesen Fällen wird das Immunsystem gegen körpereigene Antigene aktiv. Fremde Zellen können, sofern sie Teil des Immunsystems sind, an dieser Schädigung mitwirken.

Andererseits können fremde Zellen auch an Regenerationsprozessen des Körpers Anteil haben. So wird an der Tagung eine Forschungsgruppe aus Bristol ihre Untersuchungen der Bauchspeicheldrüse präsentieren, in denen sie gemeinsam mit den Wissenschaftern der Med Uni Graz von der Mutter stammende mikrochimäre Zellen identifizierte. Diese mütterlichen Zellen übernehmen die Funktionen typischer normaler Zellen der Bauchspeicheldrüse wie auch zB. die Insulinproduktion, was im Zusammenhang mit Diabetes mellitus von Interesse ist. Eine weitere Forschungskooperation der Med Uni Graz besteht mit einer Gruppe aus Seattle, die sich  mit der Rolle fremder Zellen in Zusammenhang mit Sklerodermie, einer zu Versteifung von Haut und Speiseröhre führenden Erkrankung, beschäftigt.

Diese und weitere Forschungsleistungen werden auf der an der Med Uni Graz stattfindenden Tagung von internationalen Spezialisten auf dem Gebiet des Mikrochimärismus präsentiert und diskutiert werden. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch soll zu einem besseren Verständnis der Rolle von Mikrochimärismus bei Krankheiten führen und weitere internationale Forschungskooperationen ermöglichen.

 

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Peter Sedlmayr
Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie Medizinische Universität Graz
eMail: peter.sedlmayr@medunigraz.at
Tel.: +43 316 380 4234
 
Dipl.-Ing. Dr. Thomas Kroneis
Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie Medizinische Universität Graz
eMail: thomas.kroneis@medunigraz.at
Tel.: +43 316 380 4236
 
Informationen zur Tagung:
http://chimerism.medunigraz.at/cms/website.php

 

 

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Grazer Mediziner erforschen neues Dianoseverfahren für Prostatakrebs

Erstmals nicht-invasive Befundung möglich

Graz, am 08. April 2013: Ein Interdisziplinäres Forscherteam der Medizinischen Universität Graz unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Michael Speicher und Assoz.-Prof. Dr. Jochen Geigl vom Institut für Humangenetik hat in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die „liquid biopsy“, ein neues nicht-invasives Diagnoseverfahren zur Erkennung von wiederkehrenden bzw. metastasen-bildenden Prostatakrebserkrankungen erforscht. Mit dieser Methode soll eine frühzeitige Befundung dieser weit verbreiteten Krebserkrankung auf kostengünstige und für den Patienten möglichst schonende Art und Weise erreicht werden.

Jährlich 2,6 Millionen Neuerkrankungen innerhalb von Europa

Der Prostatakrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung ausgehend vom Drüsengewebe der Prostata und zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Allein in Europa werden jährlich 2,6 Millionen Neuerkrankungen diagnostiziert. Innerhalb der Gruppe der an Krebs verstorbenen Männer ist er für etwa zehn Prozent der Todesfälle verantwortlich und stellt damit die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung nach Lungen- und Darmkrebs dar. Daher ist eine geeignete Maßnahme zur frühzeitigen Diagnose dieser Krankheit von großer Bedeutung.

„liquid biopsy“ zur nicht-invasiven Diagnose von Prostatakrebs

Durch das Verfahren der „liquid biopsy“ ist es möglich, metastasen-bildende oder wiederkehrende Prostatakrebserkrankungen nicht-invasiv und in kostengünstiger Art und Weise zu befunden. Die Untersuchung liefert eine detaillierte Genanalyse inklusive der für die Krebserkrankung verantwortlichen Gene. Eine solche Genanalyse ist bislang nur durch eine Gewebebiopsie, also durch eine Punktion des Tumorgewebes möglich. Eine Gewebebiospie ist aber ein invasives Verfahren, das für den Patienten oft eine belastende und schmerzliche Untersuchung darstellt. Im Gegensatz dazu wird bei der „liquid biopsy“ nur eine Blutprobe benötigt. Aus dem zellfreien Anteil des Blutes, dem so genannten Plasma, wird das Erbgut isoliert und analysiert. Weil absterbende Tumorzellen ihr Erbgut in die Blutzirkulation abgeben, können mit entsprechenden Computeralgorithmen Charakteristika des Tumorgenoms aus dem Blut errechnet und das Tumorgenom rekonstruiert werden. Aufgrund der Möglichkeit der nicht-invasiven Diagnostik kann die Untersuchung auch zu gegebenen Zeitpunkten leicht wiederholt werden, um Änderungen der für die Krebserkrankung verantwortlichen Gene zu erfassen. Solche Änderungen können beispielsweise Resistenzen gegen eine verabreichte Therapie anzeigen, sodass behandelnde Kliniker frühzeitig wissen, wann eine Therapie umgestellt werden sollte.

„liquid biopsy“ als Alternative zur herkömmlichen Biopsie

Die Forscher sind sich einig, dass die „liquid biopsy“ neben der herkömmlichen Biopsie ein geeignetes Diagnoseverfahren darstellt, wobei die Vorteile der „liquid biopsy“ klar auf der Hand liegen. „Die einfache Anwendung sowie die geringen Kosten der „liquid biopsy“ machen aus diesem genetischen Testverfahren eine geeignete Alternative zur herkömmlichen Biopsie. Die detaillierten genetischen Informationen, welche aus dieser Untersuchung gewonnen werden können, erlauben auch weiterführende Informationen zur geeigneten Behandlung der Prostatakrebserkrankung, besonders bei aggressiven Formen der Krankheit“, so Prof. Michael Speicher und Dr. Jochen Geigl unisono.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Michael Speicher
Institut für Humangenetik
Medizinische Universität Graz
eMail: michael.speicher@medunigraz.at
Tel.: +43 316 380 7524
 
Assoz.-Prof. PD Dr. Jochen Geigl
Institut für Humangenetik
Medizinische Universität Graz
eMail: jochen.geigl@medunigraz.at
Tel.: +43 316 380 4111

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Berliner Gesundheitspreises 2013 geht an die Med Uni Graz

Graz, am 25. März 2013: Bei der diesjährigen Verleihung des Berliner Gesundheitspreises wurden Univ.-Ass. Helga Elisabeth Breimaier, BScN MScN und Univ.-Prof. Dr.rer.cur. Christa Lohrmann, Institut für Pflegewissenschaft der Medizinischen Universität Graz, mit dem ersten Preis ausgezeichnet, der mit EUR 20.000,- dotiert ist. Dieser Preis wird in Deutschland seit 1995 alle zwei Jahre gemeinsam vom AOK-Bundesverband, der AOK Berlin-Brandenburg und der Ärztekammer Berlin für innovative und zukunftsweisende Projekte der Gesundheitsversorgung ausgeschrieben. Die diesjährige Ausschreibung stand unter dem Motto: Wissen und Wissenstransfer in der Patientenversorgung. Know how? Wie kommt Wissen in die Praxis?

Forscherinnen der Med Uni Graz erhalten den ersten Preis

Der mit insgesamt EUR 50.000,- dotierte Berliner Gesundheitspreis zeichnet innovative Konzepte in der Gesundheitsversorgung aus. Der Preis wird von einer unabhängigen Jury aus Medizin, Politik und Wissenschaft vergeben und will einen Beitrag zur Qualitätsdiskussion leisten. Es geht darum, den aktuellen Stand der medizinischen und pflegerischen Wissenschaft zu berücksichtigen und wie sich dieses evidenzbasierte Wissen praxistauglich umsetzen lässt.

Genau dies war das Thema der Forscherinnen des Instituts für Pflegewissenschaft. Wie internationale Forschungen zeigen ist bisher unklar, welche Strategien beziehungsweise welche Kombination an Strategien im Pflegebereich zur Umsetzung von Leitlinien erfolgreich sind. Diese Frage stellte sich Helga E. Breimaier, BScN MScN im Rahmen ihrer Dissertation unter Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Christa Lohrmann. Ziel war es herauszufinden, wie eine evidenzbasierte Leitlinie (hier die Evidence-based Leitlinie zur Sturzprophylaxe, die vom EBN-Projektteam am LKH-Univ. Klinikum Graz 2007 entwickelt wurde) effektiv und nachhaltig umgesetzt werden kann. Hierzu wählte Helga E. Breimaier einen innovativen Ansatz, die sogenannte Aktionsforschung.

Die Besonderheit dieses Projektes ist, dass verschiedene Forschungsmethoden und verschiedene Umsetzungsstrategien in enger Zusammenarbeit mit den Pflegepersonen zweier Kliniken des LKH-Univ. Klinikum Graz zur Anwendung kamen und so positive Ergebnisse erzielt werden konnten. Dazu zählen unter anderem die kontinuierliche Verbesserung des Kenntnisstandes zur Sturzprophylaxe, gezielte Einsetzung von Hilfsmitteln sowie das Fazit aller Beteiligten, dass die Umsetzung der Leitlinie ausgesprochen erfolgreich war.

Laudatio und Preisüberreichung

Frau Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, die in Vertretung des deutschen Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr, die Laudatio hielt, hob hervor, dass es eben nicht ausreiche, evidenzbasiertes Wissen zu haben. „Es müsse auch etwas dafür getan werden, dass dieses Wissen – wie in Graz gezeigt – im Alltag zum Tragen komme“. Besonders beeindruckt zeigte sich die Staatssekretärin vom hohen Beteiligungsgrad der Pflegepersonen, die Leitlinie in den pflegerischen Alltag umzusetzen. „Das Projekt verdiente sich die Auszeichnung wirklich“, so die Staatssekretärin. Weiter führte sie an, „wenn ein österreichisches Projekt zur Verhütung von Stürzen einen renommierten deutschen Gesundheitspreis gewinnt, ist das ein gutes Zeichen für Europa. Medizinisches Wissen grenzübergreifend einsetzen und als Nachbarn voneinander lernen, das ist ein Weg, wie wir die Gesundheitsversorgung und den europäischen Gedanken zum Nutzen der Menschen voranbringen.“ Beeindruckt zeigte sich auch der österreichische Botschafter in Berlin, Dr. Ralph Scheide, der sich besonders darüber freute, dass der Preis in die Steiermark und an die Medizinische Universität Graz ging.

Dieser Preis zeigt deutlich, dass eine intensive Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis in der Pflege möglich ist und kann als Vorbild sowohl für die Pflege als auch für die Medizin gelten.

Weitere Informationen:

Univ.-Ass. Helga Elisabeth Breimaier, BScN MScN
Institut für Pflegewissenschaft
Medizinische Universität Graz
eMail: helga.breimaier@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 72073

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Forscher identifizieren Harnsäure als Marker für das Herzkreislauf-Risiko

Graz, am 13. März 2013: Ein Forscherteam des Klinischen Instituts für medizinische und chemische Labordiagnostik (KIMCL) der Medizinischen Universität Graz hat in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg übergewichtige Kinder und Erwachsene untersucht. Eine wesentliche und neue Erkenntnis ist, dass die häufig nur mit der „Gichterkrankung” in Zusammenhang gebrachte Harnsäure bei Jung und Alt Rückschlüsse auf das Herzkreislauf-Risiko zulässt. Dadurch konnte ein kostengünstiger wie aussagekräftiger Biomarker identifiziert werden.

Massenphänomen Fettleibigkeit

Laut dem Ernährungsbericht 2012 sind rund 40% der Erwachsenen in Österreich übergewichtig, wobei 12% davon sogar als stark fettleibig bezeichnet werden können. Bei älteren Menschen hat mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung einen zu hohen Körperfettanteil. Betrachtet man die Kinder in Österreich, so ist besonders besorgniserregend, dass bereits jedes vierte Kind übergewichtig bzw. oft sogar fettleibig ist.

„Gesunder” versus „kranker” Stoffwechsel

Ein gut funktionierender „gesunder” Stoffwechsel ist essentiell, da er im Körper für lebenswichtige Vorgänge, wie die Energiegewinnung und die Erhaltung der Körpersubstanz, verantwortlich ist. Beim „kranken” Stoffwechsel kommt es zu Störungen und Beeinträchtigungen dieser Funktionen. Fettleibigkeit verursacht bei den meisten Betroffenen eine Insulinresistenz, was wiederum zur Erkrankung am Typ-2-Diabetes führt sowie zu weiteren Begleitkrankheiten des Stoffwechsels. Dies kann bei einer Vielzahl der Patienten beobachtet werden, jedoch nicht bei allen. Eine Subgruppe adipöser Menschen zeigt keine oder nur gering ausgeprägte Risikofaktoren wie Insulinresistenz, subklinische Entzündungen, Fettstoffwechselstörungen und Herzkreislauferkrankungen. „In unserer Forschungsarbeit gingen wir der Frage nach, wie sich stoffwechsel-gesunde Fettleibige von stoffwechsel-kranken fettleibigen Menschen von der Kindheit bis ins Alter unterscheiden”, so Univ. Prof. Dr. Harald Mangge von der Medizinischen Universität Graz.

Um diese Frage besser beantworten zu können, untersuchten Grazer Wissenschafter unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge in einer Kooperation mit PD Dr. Daniel Weghuber von der Univ.-Klinik f. Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg und Kollegen von der University of Maryland, USA 355 Kinder bzw. Jugendliche (8-18 Jahre) und 354 Erwachsene (18-60 Jahre). Die beiden Gruppen setzten sich jeweils aus normal- und übergewichtigen Probanden der STYJOBS/EDECTA Kohorte zusammen.

Harnsäure als neuer Herzkreislaufmarker identifiziert

„Zu unserer Überraschung trat ein von der Gicht bekannter Indikator als wesentlicher Herz-Kreislauf-Marker in Ergänzung zu etablierten Stoffwechsel-Risikoparametern in den Vordergrund – die Harnsäure. Ihre Bestimmung scheint eine Unterscheidung von Menschen mit „gesundem” und „kranken” Stoffwechsel, die an Übergewicht bzw. Fettleibigkeit leiden, zu ermöglichen. Dies gilt offensichtlich für Kinder und Erwachsene”, so Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge. Dieser aussagekräftige wie auch kostengünstige Biomarker soll nach Meinung der Wissenschafter zukünftig sinnvollerweise in die Diagnose von Herz-Kreislauf-Risiken einfließen und verstärkt berücksichtigt werden.

Die Forscher weisen auf eine wesentliche mögliche Konsequenz dieser Ergebnisse hin: „Die Identifizierung von übergewichtigen oder fettleibigen Menschen mit keinen oder nur geringen Herzkreislauf-Risiko-Parametern ist wichtig. Für sie müssen in Zukunft möglicherweise andere, weniger aggressive Therapieempfehlungen gelten als für jene mit krankem Übergewicht bzw. kranker Fettleibigkeit”, so Harald Mangge von der Medizinischen Universität Graz und Daniel Weghuber von der Salzburger Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Auf Basis von Biomarkern könnten zukünftig neue Therapieansätze zur Behandlung von Fettleibigkeit etabliert werden, so der Tenor der beiden Wissenschafter.

Die STYJOBS/EDECTA Studie wird in Zukunft weiter ausgebaut. An Hand der gesammelten Ergebnisse wird zukünftig ein stark verfeinertes Risikoprofil aus Körpermerkmalen und Biomarkern zur Verfügung stehen. Dadurch wird eine individuelle Einschätzung von zukünftigen potentiell lebensbedrohlichen Ereignissen Jahre vor ihrem Auftreten gewährleistet.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Harald Mangge
Klinisches Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik
Forschungseinheit: Biomarker bei Entzündung und Lebensstilerkrankungen,
Medizinische Universität Graz
eMail: harald.mangge@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 83340
 
PD Dr. Daniel Weghuber
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Universitätsklinikum der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Müllner Hauptstrasse 48
A-5020 Salzburg
eMail: d.weghuber@salk.at
Tel.: +43 662 4482 57518

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Grazer Forscher entwickeln erstes nicht-invasives Diagnoseverfahren für Lungenhochdruck

Graz, am 05. März 2013: Lungenhochdruck ist eine lebensgefährliche Erkrankung mit schleichendem Krankheitsverlauf. Da die Symptome dieser Krankheit nicht eindeutig sind und eine Früherkennung im Rahmen von Routineuntersuchungen bisher nicht möglich war, erfolgt die Diagnose von Lungenhochdruck meist erst in einem fortgeschrittenen Krankheitszustand. Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer an Erkrankten. Nun ist es einem Grazer Forscherteam um Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz gelungen, eine Methode zu entwickeln, mit welcher der Lungenhochdruck mittels einer Computertomographie- Untersuchung (CT) erstmals nicht-invasiv erkannt werden kann.

Lungenhochdruck – eine gefährliche Erkrankung mit schleichendem Verlauf

Am LBI für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz werden die Funktion und Erkrankungen der Lungengefäße, die sämtliches Blut des Körpers im Minutentakt durch die Lunge transportieren, erforscht. Wenn diese Gefäße erkrankt sind, kann sich zum Beispiel Lungenhochdruck entwickeln. Lungenhochdruck ist eine seltene und komplexe Erkrankung, deren Diagnostik und Therapie hoch spezialisierte Untersuchungen und individuelle Behandlungsformen erfordern. Unerkannt kann ein schwerer Lungenhochdruck schon nach wenigen Jahren tödlich enden. Die Betroffenen kämpfen nicht nur mit starker funktioneller Einschränkung, auch ihre Psyche und das soziale Leben sind stark beeinträchtigt. Da als häufigstes Symptom Atemnot bei körperlicher Belastung genannt wird, geschieht die Diagnose von Lungenhochdruck meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Die Früherkennung dieser Krankheit und die Erforschung neuer Signalwege, die zu innovativen Medikamenten führen können, stehen im Fokus des LBI für Lungengefäßforschung an der Med Uni Graz.

Diagnose von Lungenhochdruck erstmals nicht-invasiv möglich

Wesentliche Verbesserung für betroffene Patienten Für eine eindeutige Diagnose „Lungenhochdruck“ muss ein aufwendiger Herzkatheter gelegt werden, in dem operativ ein Katheter durch die rechte Herzkammer in die Lungenarterie eingeführt wird. Dies stellt eine Belastung für den Patienten dar und ist ungeeignet für Routineuntersuchungen an der breiten Bevölkerung. „Unsere neue Methode erfasst den Blutfluss in der Lungenarterie im Rahmen von Computertomographie Untersuchungen, welche häufig aus anderen Gründen durchgeführt werden. Unser Verfahren benötigt nur eine geringe zusätzliche Röntgendosis“, erläutert Dr. Zoltán Bálint, Programmlinienleiter im LBI für Lungengefäßforschung.

Univ.-Prof. Dr. Horst Olschewski, Leiter der Klinischen Abteilung für Pulmonologie an der Medizinischen Universität Graz: „Dieses neue Diagnoseverfahren, das im Rahmen einer Routineuntersuchung angewandt wird, hilft uns den Lungenhochdruck in einer breiteren Bevölkerung zu erkennen und den Betroffenen die Chance auf eine frühere Therapie dieser gefährlichen Krankheit zu geben.“ Das neue bildgebende Verfahren ist für Patienten sehr angenehm, da es keinen wesentlichen zusätzlichen Aufwand bedeutet und der Lungenhochdruck quasi als Nebenbefund erhoben werden kann. Ob dadurch zukünftig die belastende Katheter-Untersuchung ersetzt wird, müssen jetzt die weiteren Untersuchungen zeigen. Zudem ist die Computertomographie Untersuchung im Vergleich zur Katheter- Untersuchung auch weniger personalintensiv und kann kostengünstiger durchgeführt werden. Die neue Methode wurde aktuell zum Patent angemeldet. Bei erfolgreicher Etablierung stellt dieses Verfahren eine geeignete Methode zur Früherkennung des Lungenhochdrucks im Rahmen von Routineuntersuchungen dar.

Drei Ludwig Boltzmann Institute an der Med Uni Graz

Neben dem LBI für Lungengefäßforschung, welches sich intensiv mit der Erforschung der heimtückischen Lungenhochdruckerkrankung beschäftigt, gibt es noch zwei weitere LBIs an der Medizinischen Universität Graz. Im Zentrum des LBIs für Klinisch-Forensische Bildgebung steht die gerichtsmedizinische Untersuchung von lebenden Personen im Zusammenhang mit der Klärung rechtlicher Fragestellungen. Am LBI für Translationale Herzinsuffizienzforschung erforscht man neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der Herzmuskelschwäche.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski
Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung an der Medizinischen Universität Graz
eMail: andrea.olschewski@lvr.lbg.ac.at
Tel.: +43 316 385-72057
 
Univ.-Prof. Dr. Horst Olschewski
Klinische Abteilung für Pulmonologie
Medizinische Universität Graz
eMail: horst.olschewski@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385-12183

 

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Internationale Forschung zur Bluterkrankheit mit Grazer Beteiligung im NEJM

Kein Unterschied in der Hemmkörperbildung zwischen plasmatischen und gentechnischen Präparaten

Graz, am 19. Februar 2013: Das Forschungsnetzwerk PedNet ist ein Zusammenschluss der führenden Zentren Europas, die sich mit der Bluterkrankheit beschäftigen, zu denen auch die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Graz zählt.  Eines der größten Probleme, mit denen sich die Forscher beschäftigen liegt darin, dass die Patienten während der Behandlung Antikörper gegen die verabreichten Gerinnungsfaktoren entwickeln. Die Bedeutung dieser Thematik unterstreicht nun eine Veröffentlichung im renommierten New England Journal of Medicine, in der die Wissenschafter der Frage nachgingen, ob die Immunogenität der für die Blutgerinnung verantwortlichen Faktor VIIIPräparate von deren Herstellungsprozess abhängt.

Die Hämophilie A ist eine angeborene Störung der Blutgerinnung, die fast ausschließlich das männliche Geschlecht betrifft. Ursache ist ein Mangel an Faktor VIII, einem essentiellen Bestandteil des endogenen Gerinnungssystems. Unbehandelt kommt es bei den Patienten nicht nur zu verlängerten Blutungen nach Verletzungen, sondern auch zu Spontanblutungen in Muskulatur und Gelenken, die über kurz oder lang zu irreversiblen Schäden und Bewegungseinschränkungen führen.

Die Erkrankung lässt sich heute durch die intravenöse Substitution des fehlenden oder defekten Faktors VIII sehr gut behandeln. Für die Prophylaxe wird das Faktorkonzentrat in der Regel dreimal pro Woche verabreicht, bei Bedarf werden zusätzliche Dosen gegeben. Die Gerinnungsfaktoren werden entweder aus menschlichem Plasma gewonnen oder gentechnisch erzeugt. Obwohl mittlerweile ein Infektionsrisiko durch Plasmapräparate praktisch ausgeschlossen werden kann, entscheidet sich die überwiegende Zahl der Patienten oder deren Eltern in Österreich heute für rekombinante (=gentechnisch hergestellte) Faktor VIII-Konzentrate. In Schwellen- und Entwicklungsländern bilden aber nach wie vor plasmatische Faktorkonzentrate das Rückgrat der Versorgung.

Die schwerwiegendste Komplikation der Behandlung ist die Entwicklung von Antikörpern gegen die verabreichten Gerinnungsfaktoren. Die Hemmkörper, die bei etwa 25% der Patienten auftreten, führen dazu, dass die Substitutionstherapie unwirksam wird. Meist ist es zwar möglich die Hemmkörper durch Erzeugung einer Immuntoleranz wieder zu eliminieren, diese Therapie, bei der über Monate zweimal täglich sehr hohe Dosen Faktor VIII verabreicht werden müssen, ist allerdings sehr teuer und für die Patienten ziemlich belastend. Umso wichtiger ist die Frage, ob die Entstehung von Hemmkörpern durch das therapeutische Vorgehen beeinflusst werden kann.

Da es sich bei der schweren Hämophilie um eine seltene Erkrankung handelt (Häufigkeit 1:10.000 im männlichen Geschlecht), ist es für einzelne Forschergruppen oft schwer, die für aussagekräftige Studien erforderlichen Fallzahlen zu erreichen. Aus diesem Grund haben sich die führenden Hämophilie-Forschungszentren Europas vor zehn Jahren zum Exzellenznetzwerk PedNet (European Paediatric Network for Haemophilia Management) zusammengeschlossen. Teil dieses Netzwerks ist auch die Klinische Abteilung für allgemeine Pädiatrie der Universitätsklinik für Kinder– und Jugendheilkunde an der Medizinischen Universität Graz. Das Team um Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Muntean hat sich vor allem mit der Erforschung der biochemischen Grundlagen der Hämophilie und der Neugeborenen-Blutstillung international einen Namen gemacht.

Eines der wichtigsten Projekte von PedNet ist die vor acht Jahren ins Leben gerufene Forschungsdatenbank. Im PedNet Registry werden die Daten von 29 Hämophilie-Zentren aus 16 Europäischen Ländern, Kanada und Israel gesammelt und ausgewertet. Die großen Datenmengen sollen helfen, bisher ungelöste Fragen in der Hämophiliebehandlung zu klären. Ein erstes Ergebnis wurde nun im New England Journal of Medicine veröffentlicht. „In unserer Studie sind wir der Frage nachgegangen, ob die Art der Behandlung eine Auswirkung auf die Hemmkörperbildung hat“, berichtet Koautor Prof. Muntean. „Sind gentechnisch erzeugte Faktorpräparate tatsächlich immunogener, wie von manchen Forschern postuliert wurde? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der in Plasmapräparaten enthaltene von-Willebrand-Faktor? Erhöht der Wechsel zwischen verschiedenen Präparaten die Wahrscheinlichkeit der Hemmkörperbildung?“ Ausgewertet wurden in der Arbeit die Daten von 574 Kindern, die in den Jahren 2000-2010 geboren wurden. Im Untersuchungszeitraum entwickelten 177 Patienten Faktor VIII-Antikörper, davon 116 einen klinisch relevanten hohen Hemmkörper-Titer. Das wichtigste Ergebnis: Gentechnische Faktorkonzentrate führten nicht häufiger zur Hemmkörperbildung als Plasmapräparate. „Damit können wir uns bei der Wahl der  herapie erstmals auf umfangreiche Daten berufen“, unterstreicht Prof. Muntean die Bedeutung dieser Studie. „Die positive Nachricht für Schwellenländer ist, dass Plasmapräparate in dieser Hinsicht nicht schlechter abschneiden.“ Gezeigt werden konnte auch, dass der unterschiedliche Gehalt des von-Willebrand-Faktors in den verschiedenen Plasmapräparaten keine Auswirkungen auf das Hemmkörperrisiko hat. Eine weitere gute Nachricht ist, dass der Wechsel zwischen verschiedenen Präparaten die Wahrscheinlichkeit einer Hemmkörperbildung offensichtlich nicht erhöht.

Warum manche Patienten Antikörper gegen Gerinnungsfaktoren bilden, ist nach wie vor ungeklärt. Die Wahl des Präparates scheint kein entscheidender Faktor zu sein. Spielt die Behandlungsstrategie in diesem Zusammenhang eine Rolle? Sollen die Kinder früher oder später therapiert werden, anfänglich nur einmal oder gleich dreimal pro Woche? Diese und ähnliche Fragen wollen die Forscher nun in weiteren Studien mit Daten aus dem PedNet Registry beantworten.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Muntean
Klinische Abteilung für Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
eMail: wolfgang.muntean@medunigraz.at
Tel: +43 316 385-12679
 

“Factor VIII Products and Inhibitor Development in Severe Hemophilia A”: N Engl J Med

2013 368: 231-239

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20 Jahre Uni-Klinik für Urologie: Einzigartiges Zentrum für urologische-onkologische Chirurgie

Graz, am 30. Jänner 2013: Die Universitätsklinik für Urologie am Universitätsklinikum Graz feiert dieser Tage ihr 20jähriges Jubiläum. In den letzten Jahren hat sich die Grazer Klinik zu einem einzigartigen Zentrum für urologische-onkologische Chirurgie entwickelt; mit über 3.000 Prostatektomien (Prostataentfernungen), über 4.000 Eingriffen aufgrund eines Nierenzellkarzinoms und einer Vielzahl an Top-Publikationen in diesen Bereichen.

Neue Forschungserkenntnisse und der technische Fortschritte haben die urologischen Behandlungsmöglichkeiten innerhalb der letzten 20 Jahre auf allen Gebieten deutlich verbessert. So können zahlreiche urologische Erkrankungen minimal-invasiv erfolgreich behandelt werden, wie dies auch in Graz der Fall ist. Das Team der Universitätsklinik für Urologie ist unter anderem im Bereich der Forschung und Patientenbetreuung auf die
Nierenchirurgie spezialisiert.

Nierentumor – Behandlung und Forschung

Nierenkarzinome gehören zu den seltenen Krebserkrankungen – rund 1.300 Menschen in Österreich erkranken pro Jahr an dieser Tumorart. Die Entstehungsursachen dieses Krebses sind unbekannt. Im Anfangsstadium kommt es meist zu keinerlei Beschwerden, daher wird der Nierenkrebs eher zufällig, zum Beispiel bei Gesundenuntersuchungen, entdeckt. Die Behandlung stellt in der Regel eine operative Entfernung des Tumors oder der betroffenen Niere dar. In Graz wurden in den letzten 20 Jahren rund 4.000 dieser Eingriffe durchgeführt. Solange der Tumor keine Metastasen gestreut hat, sind mit der Operation hohe Heilungschancen verbunden. Auch ein Leben mit einer Niere stellt kein Problem für die Patienten dar. Der Behandlungserfolg steht daher in engem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Entdeckung. Und genau daran forschen die Mitarbeiter der Universitätsklinik
für Urologie. „Die experimentelle und klinische Forschung über die Diagnose und Therapie des Nierentumors stellt ein zentrales Thema unserer Forschungsarbeiten dar,“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Karl Pummer, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie. „Die Etablierung von Biomarkern in diesem Bereich, um die Diagnose rasch zu stellen und die Therapie perfekt an den Patienten anzupassen, ist ein großes Ziel unserer Forschung,“ so Pummer.

Im Bereich des Prostatakrebses wurde bereits in Graz ein entsprechender Biomarker eingeführt. Die Universitätsklinik für Urologie in Zahlen Mit einem Einzugsgebiet von über 800.000 Einwohnern erfüllt die Univ.-Klinik für Urologie einen einzigartigen Versorgungsauftrag. Sie bietet das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Behandlung des Faches Urologie und Andrologie an. Zahlreiche Spezialambulanzen, wie zum Beispiel für Prostatakarzinome, Harnblasenkarzinome, Nierenzellkarzinome, Steinerkrankungen, Andrologie und Erektile Dysfunktionen, Neurourologie, sowie penile Lichen-Erkrankungen stellen die Diagnose, Behandlung und
Beratung dieser Erkrankungen nach gängigen, Leitlinien-konformen und international anerkannten Kriterien und Standards sicher. In den letzten 20 Jahren wurden über 50.000 Operationen an Niere, Harnleiter, Blase, Prostata, Hoden, Harnröhre und über 15.000 Steinzertrümmerungen durchgeführt sowie über 70.000 stationäre und 400.000 ambulante Patienten betreut.

Forschung und Lehre werden wie Patientenbetreuung an der Universitätsklinik für Urologie exzellent durchgeführt. Mit über 200 Publikationen, über 1.200 Impactpunkten, über 500 Fachvorträgen im In- und Ausland in den letzten fünf Jahren sowie zahlreichen internationalen Kooperationen und Auslandsaufenthalten ist die Klinik ein Garant für Forschung auf höchstem internationalem Niveau. Im Curriculum der Humanmedizin ist das
Fach der Urologie mit Vorlesungen, Seminaren, Übungen etc. bestens integriert.

Weitere Informationen:

Univ.-Prof. Dr. Karl Pummer
Leiter der Universitätsklinik für Urologie
karl.pummer@medunigraz.at
Tel.: +43/316/385-13384

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Forscher finden wichtiges Molekül, das an der Entstehung von bösartigen Hirntumoren

beteiligt ist Hochkarätige Hirntumorforschung an der Medizinischen Universität Graz

Graz, am 06. Dezember 2012: Eine der spannenden Fragen in der modernen Tumorforschung ist, durch welche Mutationen aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle wird. Mittlerweile wurde bei zahlreichen Tumoren nachgewiesen, dass in diesem Prozess kleine RNA-Moleküle (so genannte MicroRNAs oder miRs) eine entscheidende Rolle spielen. Das gilt offensichtlich auch für maligne Gliome, eine besonders aggressive Form von Hirntumoren. In Kooperation mit einem Forschungsteam aus Singapur konnte der Grazer Neuropathologe Assoz.-Prof. DDr. Johannes Haybäck in einer aktuellen Arbeit zeigen, dass die MicroRNA-138 bei der Gliomentstehung tumorfördernd wirkt und ihre erhöhte Expression ein molekulares Merkmal von Gliomstammzellen ist. Die Bedeutung dieser Entdeckung liegt darin, dass die miR-138 nicht nur als prognostischer Biomarker verwendet werden könnte, sondern auch ein mögliches Zielmolekül für die Behandlung von malignen Gliomen ist. Maligne Gliome sind die häufigsten und aggressivsten bösartigen Hirntumoren bei Erwachsenen. Betroffene haben eine mittlere Überlebenszeit von weniger als einem Jahr. Im Schnitt verlängern auch Operation, Bestrahlung und Chemotherapie das Leben nur um wenige Monate. Man geht heute davon aus, dass für die Entstehung und die Rezidivneigung des Tumors spezifische Gliomstammzellen verantwortlich sind, die besonders resistent gegenüber unterschiedlichen Therapieansätzen sind: Je höher die stammzellige Komponente des Tumors,
desto aggressiver ist sein Wachstum und desto höher die Rezidivneigung.

Johannes Haybäck, Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz, und seine Forscherkollegen gingen nun der Frage nach, was Gliomstammzellen auf molekularer Ebene charakterisiert. Insbesondere interessierten sie sich dabei für MicroRNAs. Diese kurzen RNAMoleküle werden nicht in Proteine umgesetzt, sondern regulieren die Aktivität von Genen. Wird dadurch die Entstehung und Progression von Tumoren beeinflusst, bezeichnet man die beteiligte miR auch als OncomiR.

Erhöhte miR-138-Expression in Gliomstammzellen

Im angesehen Wissenschaftsjournal “Cell Reports” berichten die Wissenschafter nun, dass humane Gliomstammzellen und gesunde neuronale Stammzellen tatsächlich ein unterschiedliches Expressionsmuster von MicroRNAs aufweisen. Am deutlichsten war der Unterschied in der vorliegenden Studie bei der Expression von miR-138: Die Anschaltung von miR-138 in Gliomstammzellen hatte zur Folge, dass sich ein aggressiver Tumor entwickelte. Die miR-138 fungierte also bei der Gliomentstehung als OncomiR. Entsprechend der Stammzell-Hypothese zeigten Gliome mit verstärkter miR-138-Expression eine größere Aggressivität und Rezidivneigung. „Die klinische Bedeutung dieser Befunde liegt darin, dass die miR-138 bei Patienten mit Gliomen als prognostischer Biomarker verwendet werden könnte“, erklärt Prof. Haybäck.

Mindestens ebenso interessant ist die miR-138 als mögliches Angriffsziel für neue Therapieansätze. „Die miR-138 ist sicher nicht die alleinige Ursache der Tumorentstehung, aber aus unserer Sicht eine wichtige Triebfeder des aggressiven Wachstums“, so der Neuropathologe. Unterstützt wird diese Annahme auch durch Tiermodelle: Dort konnte nachgewiesen werden, dass im Fall einer miR-138-Blockade durch eine künstliche Anti-miR das Tumorwachstum in der Zellkultur und die Tumorentstehung in vivo verhindert werden. Bevor eine derartige Therapie auch bei Gliompatienten mit starker Stammzellkomponente klinisch getestet werden kann, gilt es aber noch eine Reihe von Hindernissen, wie die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Anti-miR-basierte Behandlungsansätze mit kleinen Molekülen, die ganz spezifisch auf bestimmte MicroRNAs wirken und daher kaum Nebenwirkungen haben, gehören aber zweifellos zu den spannendsten Therapiekonzepten der näheren Zukunft.

Weitere Informationen:

Assoz.-Prof. DDr. Johannes Haybäck
Institut für Pathologie, Medizinische Universität Graz
eMail: johannes.haybaeck@medunigraz.at
Tel: +43 316 385 80594
Publikation: “Targeting Glioma Stem Cells by Functional Inhibition of a Prosurvival OncomiR-138 in
Malignant Gliomas”: Cell Reports 2(3): 591-602. doi: 10.1016/j.celrep.2012.07.012

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