Indische Industrie setzt auf Biotech-Forschung aus Österreich
Während viele Unternehmen Leistungen in Richtung Asien verlagern, gehen zwei indische Unternehmen einen anderen Weg. Sie setzen auf die Forschungsleistung im Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), um neue, umweltfreundliche Methoden für chemische Anwendungen zu entwickeln.
Die indischen Life-Science-Unternehmen Vivimed Labs Ltd. und „advanced enzymes“ setzen ab sofort auf Forschung aus Österreich und die Zusammenarbeit mit dem Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib). Beide Unternehmen sind führend im indischen Biotech- und Pharma-Sektor. Sowohl Vivimed aus Hyderabad als auch das Mumbaier Unternehmen „advanced enzymes“ sind interessiert an neuen Biokatalysatoren und Enzymtechnologien, die sich Lebensmittel-, Hygiene- und Pharmabereich einsetzen lassen. Das Budget beider Forschungsprojekte liegt bei rund 600.000 Euro.
Eingefädelt hat die Projekte Rama Krishna Gudiminchi. Der mittlerweile in Graz wohnende acib-Forscher hat seine indischen Wurzeln genützt, um die Forschungsprojekte in die Steiermark zu lotsen. „Für Vivimend werden wir Enzymreaktionen entwickeln, um bioaktive Substanzen in Lebensmitteln zu stabilisieren und deren Verfügbarkeit für uns Menschen zu erhöhen. Unser Ziel ist eine kostengünstige und umweltfreundliche, neue Technologie“, erklärt der Wissenschaftler. Um Enzyme geht es auch im Projekt mit „advanced enzymes“. „Wir arbeiten daran, Nährstoffe im Tierfutter besser verdaubar zu machen. Die bessere Verwertung des Futters hat den Vorteil, dass sich letztendlich weniger Verunreinigungen in jenen Böden anhäufen, auf denen die Nutztiere leben“, so Rama Gudiminchi.
Die Zusammenarbeit ist vorerst auf ein Jahr angesetzt. „Aber es gibt schon Ideen und Pläne für weitere Projekte“, freut sich der wissenschaftliche Leiter des acib Anton Glieder über die erste Partnerschaft mit der indischen Industrie.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische Kompetenzzentrum für industrielle Biotechnologie mit Standorten in Graz, Innsbruck, Tulln und Wien. Es ist ein Netzwerk von zehn Universitäten und mehr als 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die Universität für Bodenkultur Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 190 Beschäftigte an mehr als 40 Forschungsprojekten. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis
Thomas Stanzer
public relations
acib – austrian centre of industrial biotechnology
Petersgasse 14
8010 Graz
Austria
t: 0043 316 873 – 93 12
m: thomas.stanzer@acib.at
Enzyme gegen Pilzgifte im Tierfutter
Pilzgifte in Tierfutter sorgen derzeit für Aufregung im Lebensmittelbereich. Extrem giftige Mykotoxine auf Futtergetreide müsste es aber nicht geben. ForscherInnen der niederösterreichischen Firma BIOMIN und des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) haben eine Methode entwickelt, Enzyme großtechnisch herzustellen, welche Pilzgifte enzymatisch abbauen können. Damit wird das Futter ungefährlich – und unsere Nahrungsmittel ebenso.
Die natürlichen, häufig vorkommenden Pilzgifte in Getreidesorten wie Mais, Roggen, Weizen oder Gerste richten nicht nur bei Hühnern, Rindern und Schweinen Schäden an, die verseuchtes Getreidefutter fressen. Bestimmte Arten dieser Gifte – rund 300 sind derzeit bekannt – können sogar über Milch, Fleisch oder Eier die Konsumentinnen und Konsumenten erreichen. Man denke nur an Mutterkorn, das bis ins 20. Jahrhundert zu Todesfällen führte. Kein Wunder also, dass die Food & Agriculture Organization FAO die Verunreinigungen mit Mykotoxinen als Hauptbedrohung für Mensch und Tier einstuft. Sie schätzt, dass insgesamt rund ein Viertel der Welt-Nahrungsproduktion Mykotoxine enthält. Diese Bedrohung müsste allerdings keine sein.
Das vorsorgliche Behandeln von Tierfutter mit Enzymen, die diese natürlichen Pilzgifte vollständig und rückstandsfrei zerlegen können, spielt eine wichtige Rolle im Bestreben nach gesunder Tiernahrung – und damit auch für die Lebensmittelsicherheit für uns Konsumentinnen und Konsumenten. Die niederösterreichische Firma BIOMIN kann auf langjährige Erfahrung im Einsatz von Enzymen gegen verschiedene Pilzgifte zurückgreifen. Dr. Dieter Moll, Forschungsgruppenleiter am BIOMIN Research Center in Tulln: „Wir setzen die Enzyme auf sehr schonende Weise für die wertvollen Futtermittel ein – aber wirksam und effizient im Kampf gegen die Schadstoffe. Da die Giftstoffe durch diese Enzyme vollständig abgebaut werden, können sie ihre giftige Wirkung nicht mehr entfalten.“ Der Abbau der Giftstoffe passiert im Verdauungstrakt der Nutztiere, wo die dem Futter beigemischten Enzyme volle ihre Wirkung gegen Fumosine, Deoxyvalenol oder Zearalenon entfalten. Afaltoxine entfernt man hingegen durch das Binden an Tonmineralien in der Futtermischung.
BIOMIN setzt bei der Produktion der Enzyme auf eine Hefe namens Pichia pastoris, die heute aus der Biotechnologie nicht mehr wegzudenken ist. „Hefe kann nicht nur Wein vergären oder Teige aufgehen lassen, sie kann auch Enzyme herstellen, die von großtechnischem Nutzen sind; wie jene, die gegen die Pilzgifte zum Einsatz kommen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Diethard Mattanovich vom Department für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Die ForscherInnen bei BIOMIN und an der BOKU Wien haben im Rahmen des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) einen Hefestamm entwickelt, der diese Enzyme schnell und in großen Mengen produzieren kann. Außerdem wurde der Produktionsorganismus an die technischen Anforderungen angepasst und die Prozesswege optimiert, um die Herstellung der Enzyme kosteneffizienter zu machen. Das Projekt wurde im letzten Jahr mit dem Science2Busnisss Award ausgezeichnet.
Mykotoxine im Tierfutter müssten also kein Problem mehr sein – die Technologie dagegen ist bereits vorhanden. Und sie wird in Österreich verbessert. „Unsere Kooperation geht weiter. Wir optimieren das Produktionssystem, um die Enzyme kostengünstiger herstellen zu können und werden es auf andere Enzyme erweitern”, sagt acib-Projektleiter Mattanovich. Das Ziel ist, möglichst viele Mykotoxine enzymatisch entschärfen zu können.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische Kompetenzzentrum für industrielle Biotechnologie mit Standorten in Graz, Innsbruck, Tulln und Wien. Es ist ein Netzwerk von zehn internationalen Universitäten und mehr als 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie Biomin, Biocrates, BASF, DSM, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Lonza, Novartis, VTU Technology oder Sandoz. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die Universität für Bodenkultur Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 190 Beschäftigte an mehr als 40 Forschungsprojekten. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis Prof. Diethard Mattanovich acib GmbH, Department für Biotechnologie/Universität für Bodenkultur Wien Muthgasse 18 1190 Wien M: diethard.mattanovich@acib.at T: +43 1 47654-6569 Thomas Stanzer, Public Relations acib GmbH Petersgasse 14 8010 Graz M: thomas.stanzer@acib.at T: +43 316 873 9312 F: +43 316 873 9302 News ArchivBiotechnologie vereint Österreich und Slowenien

vorne: acib-CFO Mathias Drexler, Cobik-CEO Rebeka Koncilja, acib-CSO Anton Glieder, dahinter: Prof Aleš Podgornik (COBIK) und Prof. Dr. Alois Jungbauer (acib, Universität für Bodenkultur Wien).
Mit dem Center of Excellence for Biosensors, Instrumentation and Process Control (COBIK) geht das zweite Unternehmen aus Slowenien eine Partnerschaft mit dem Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ein. Die neue Kooperation soll der Forschung und dem Wissenstransfer in beiden Unternehmen zugute kommen. Das erste gemeinsame Projekt ist ein hoch spezialisierter, mehrtägiger Workshop über Aufarbeitungstechnologien für Biomoleküle und Nanopartikel im April 2013.
Die derzeit in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie verwendeten Produktionsmethoden sind meistens weder umweltfreundlich noch ressourcenschonend. Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und forscht an Möglichkeiten, diese alten Verfahren durch neue zu ersetzen. Das Ziel sind saubere und ökonomischere Prozesse nach dem Vorbild der Natur. Ab sofort verstärkt die strategische Partnerschaft zwischen acib und dem Slovenian Center of Excellence for Biosensors, Instrumentation and Process Control (COBIK) diese im acib schon mehrfach erfolgreich umgesetzte Vision.
Beide Partner wollen neue, umweltfreundlichere und gleichzeitig wirtschaftlichere biotechnologische Verfahren in der industriellen Produktion etablieren, erklären Prof. Dr. Alois Jungbauer (acib, Universität für Bodenkultur Wien) and Prof. Dr. Aleš Podgornik (COBIK). Der Schwerpunkt der Kooperation liegt vorderhand auf dem Stärken der slowenischen und österreichischen Biotechnologie am internationalen Markt. „Wir denken zum Beispiel an gemeinsame Projekte, die von der EU gefördert werden können“, sagt Prof. Dr. Anton Glieder, wissenschaftlicher Geschäftsführer des acib. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Anwenden des Expertenwissens beim acib und bei COBIK in der Aus- und Weiterbildung für WissenschafterInnen – ein Angebot, dass nicht nur den acib-Standorten Graz, Innsbruck und Wien beziehungsweise jenen von COBIK in Solkan, Nova Gorica, Ajdovscina und Ljubljana zugute kommen soll. Rebeka Koncilja, CEO von COBIK, betont die Wichtigkeit von effizienten Partnerschaften, welche vorhandenes Expertenwissen und die eigenen Möglichkeiten aufwerten: „Für COBIK bringt die Zusammenarbeit internationale Anerkennung, die Möglichkeit einfacherer Zusammenarbeit mit Biotechnologieunternehmen und -forschungszentren im deutschen Sprachraum und die Möglichkeit, sich gemeinsam stärker um internationale Förderprogramme bemühen zu können.“
Das erste gemeinsame Projekt ist ein „Biodownstream Technology Course”. Der mehrtägige Workshop wird von 15. bis 19. April 2013 in der Marine Biology Station in der hübschen slowenischen Hafenstadt Piran stattfinden. Der Kurs richtet sich an IndustriemitarbeiterInnen aus dem Bereich des Up- und Downstream Processing, an WissenschafterInnen, die vor neuen Herausforderungen in Sachen Reinigung von Nukleinsäuren, Proteinen, Viren oder Viruspartikeln stehen oder an StudentInnen und PostDocs, die ihr theoretisches und praktisches Wissen über moderne Aufarbeitungstechnologien erweitern wollen. Mehr Information zum Kurs für maximal 20 Teilnehmende und zur Anmeldung gibt es unter http://goo.gl/7bMQl or http://btc.lba-bio.com.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit 8 Universitäten und 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten derzeit rund 190 Beschäftigte an mehr als 40 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit); hinzu kommen mehrere von der EU geförderte Forschungsprojekte.
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Über COBIK
Das Center of Excellence for Biosensors, Instrumentation and Process Control (COBIK) ist eine private, slowenische Forschungseinrichtung mit dem Ziel, neue Forschungslösungen für Hochtechnologieunternehmen zu etablieren. COBIK wurde 2009 von vier Industriepartnern und vier Forschungszentren (National Institute of Biology, Jozef Stefan Institute, Faculty of Electrical Engineering und Faculty of Economics) gegründet. Derzeit beschäftigt COBIK 83 hoch qualifizierte WissenschafterInnen, die an sechs Laborstandorten an neuen Kontrollsystemen, Instrumentierungen, biologischer Verfahrenstechnik Biosensoren und neuen Materialien forschen.
Seit 2009 setzt COBIK auf weltweite Kooperationen mit international bekannten, wissenschaftlichen Einrichtungen und auf das Einbinden anderer slowenischer Exzellenzzentren. Seit 2011 ist COBIK beispielsweise mit dem MedTex Cluster in St. Petersburg assoziiert, in dem 87 Unternehmen gebündelt sind – ein Schlüssel zu den Märkten in Osteuropa und den BRIC-Staaten. Heuer freute man sich bei COBIK über das erste Spin-Off-Unternehmen.
Contact
Hermina Ogrič, Public Relations, COBIK, Velika pot 22, 5250 Solkan, pr@cobik.si, T: +386 31 331 779 Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302 News Archiv80 SchülerInnen zu Gast beim acib
Rund 80 SchülerInnen aus 3 Grazer Schulen schnupperten im Rahmen der TakeTech-Aktion der steirischen Wirtschaftsförderung in die Welt der Biotechnologie. Beim Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ging es um neue Biotreibstoffe, Biolacke und umweltfreundliche Produktionsmethoden samt der Möglichkeit, selbst Hand anzulegen.
„Was Du mir sagst, vergesse ich. Was Du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was Du mich tun lässt, das verstehe ich“, wusste schon Konfuzius. Dem entsprechend stand bei der Take Tech-Aktion der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG beim Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) in Graz das selbst Hand Anlegen im Mittelpunkt. Biotechnologie zum Selbermachen war das Motto für rund 80 SchülerInnen aus 3 Grazer Gymnasien, die von 19. bis 22. November beim acib Forschungsluft schnupperten.
Die SchülerInnen aus der 5a und 5b des BRG Lichtenfels, der 6a des BRG Seebacher und zweier 8. Klassen des BRG Körösistraße nutzen die TakeTech-Aktionswoche der Steirischen Forschungsförderung, um die Berufswelt von TechnikerInnen und NaturwissenschafterInnen kennen zu lernen. Zuerst gab es eine Einführung in die Forschung beim acib – ins Herstellen von Biosprit 2.0 aus landwirtschaftlichen Abfällen anstatt aus Getreide, ins perfekte Recycling von PET-Flaschen, in einen umweltfreundlichen Biolack „Made in Graz“ mit Enzymen statt giftigen Schwermetallen oder in eine neue österreichische Schlüsseltechnologie zum Testen von Medikamenten. Über allem steht der Gedanke, nach dem Vorbild der Natur bestehende Verfahren umweltfreundlicher zu machen oder neue, umweltfreundliche Methoden zu entwickeln. Eine „coole Sache“ für so manchen jungen Gast.
Danach ging es ins Labor. Dort stand das Arbeiten mit einem Enzym am Programm, das den Geruchsstoff von Geranien herstellen kann. Daneben probierten die SchülerInnen aus, ob Trockenhefe oder die „Würfelgerm“ aktiver ist, stellten fest, dass der pH-Wert von Red Bull eher dem von Magensäure entspricht als dem von Trinkwasser und staunten über das Farbspektrum, das Unterwasserquallen im UV-Licht zeigen.
Den Abschluss jedes Besuchs machte eine Führung durch das Haus der Biokatalyse in der Petersgasse 14. Der Appetit auf die biotechnologische Forschung war bei mehreren SchülerInnen geweckt. Einige überlegen, im Sommer 2013 ein Praktikum im acib zu machen.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie mit Standorten in Graz, Innsbruck und Wien. Es ist als Kompetenzzentrum ein Netzwerk von acht Universitäten und mehr als 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die Universität für Bodenkultur Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 190 Beschäftigte an mehr als 40 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis
Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302
News ArchivPreisregen für acib-ForscherInnen
Drei hochwertige Auszeichnungen, die unlängst an acib-ForscherInnen vergeben wurden, belegen die Qualität und die Vielfalt der Forschungsprojekte im Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib).
Herbstzeit ist Erntezeit. So wie viele Landwirte fährt auch das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) eine reiche Ernte ein – in Form von hochwertigen Preisen, die unlängst an acib-WissenschafterInnen für ihre Forschungsprojekte verliehen wurden. Den Preisregen eingeleitet hat Prof. Wolfgang Kroutil, der in Hamburg mit dem Biocat-Award 2012 ausgezeichnet wurde. Er forscht unter anderem an neuen Kunststoffen und modifiziert für deren Herstellung die klassische organisch-chemische Synthese, indem er umweltfreundliche Enzyme die Arbeit machen lässt. Der Bioinformatiker Jürgen Hartler bekam den Stefan Schuy-Preis für ein Computerprogramm, welches die Aussagekraft von Messwerten bei der Lipidanalyse wesentlich verbessert. Und Desiree Pressnitz erhielt den Christian Wandrey-Preis für ihre Diplomarbeit über die enzymatische Umwandlung von Ketonen in Amine; ein für die Zukunft viel versprechender Aspekt der organischen Chemie.
Chemische Synthese, Enzymtechnologie, Bioinformatik – schon die Schwerpunkte der ausgezeichneten acib-ForscherInnen zeigen, wie breit das Spektrum des Kompetenzzentrums acib ist. Ersterem Thema widmet sich Prof. Wolfgang Kroutil mit seinem Team an der Universität Graz im acib-Netzwerk. Sein Schwerpunkt sind Enzyme in der organischen Synthesechemie mit dem Ziel, neue Zugänge zu alternativen Medikamenten oder Aromastoffen und Polymerbausteinen für neue Kunststoffe zu entdecken. Dabei setzt der Grazer Forscher auf Kaskadenreaktionen. „Mehrere Enzyme arbeiten gleichzeitig in einem System. Die Synthese läuft bei milderen Bedingungen ab und funktioniert spezifischer. Im Gegensatz zur klassischen organischen Synthese lassen sich unsere Prozesse weiter verbessern und gut optimieren“, erklärt Kroutil. Auf diese Weise stellte seine Forschungsgruppe ein Mittel gegen einen europäischen Baumschädling her und fand einen Syntheseweg für ein Generikum, der nun patentiert wird. Kein Wunder, dass Kroutil heuer mit dem Biocat Award ausgezeichnet wurde. Der Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Leistungen in der Biokatalyse verliehen.
Eine ganz andere Art der biotechnologischen Forschung beschäftigt Jürgen Hartler. Der Bioinformatiker erhielt den Stefan Schuy-Preis für ein Projekt, bei dem es um das optimierte Identifizieren und Quantifizieren von Lipiden in Massenspektrometriedaten geht; sein Preis wird von der Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik vergeben. Wer viele verschiedene Lipide (Fette) in einer komplexen Mischung bestimmen möchte, wie sie beispielsweise in Zellkulturen oder in Fermentationen vorkommen, hat das Problem, dass die Signale mancher Substanzen ineinander verschwimmen. Eine Aussage über Lipidart und Menge wird unmöglich. Hartler nahm sich also tausender Daten auf Basis einer LC-MS-Analyse (Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie) an und programmierte einen Algorithmus, der nun sowohl das Unterscheiden der Lipide als auch die Aussage über die Menge einzelner Lipidsubstanzen verbessert. „Jetzt geht es daran, das Programm weiterzuentwickeln, um noch detaillierte Aussagen treffen zu können“, sagt der Forscher. Die Software steht für Forschungsanwendungen kostenlos unter http://goo.gl/Ccojn zur Verfügung.
Weil aller Guten Dinge drei sind, gibt es mit Desiree Pressnitz noch eine acib-Preisträgerin. Die Dissertantin bekam den alle zwei Jahre verliehenen Christian Wandrey-Preis für ihre Diplomarbeit, in der sie sich mit der Umwandlung von Ketonen in Amine beschäftigte. Im Gegensatz zur die Umwelt belastenden, metallabhängigen Synthese setzt auch sie auf ökologisch und ökonomischer arbeitende Enzyme, mit deren Hilfe sie Bausteine für Herbizide und Pharmazeutika herstellte – im Speziellen von Labetalol zur Behandlung von Bluthochdruck.
2012 war bisher ein an Preisen reiches Jahr für acib. Im Frühjahr gab es einen Hauptpreis beim science2business Award für ein Produktionsverfahren für Enzyme, die Pilzgifte im Futtergetreide abbauen können. Und im Sommer war acib im Finale um den Fast Forward Award dabei – mit einem neuen Biolack, bei dem die bisher in Anstrichen verwendeten, potenziell Krebs erregenden Schwermetalle durch Enzyme ersetzt sind.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Universitäten und 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten derzeit rund 190 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis
Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302
News Archivacib im Rampenlicht der internationalen Biotechnologie
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) präsentierte in Istanbul seine Forschung in einer eigenen acib-Konferenz im Rahmen des 15. European Congress on Biotechnology. Gut 1000 WissenschafterInnen nahmen an dieser größten Biotech Veranstaltung in Europa teil.
Biotechnologie für die industrielle Produktion“, war das Motto des 15. Europäischen Kongress über Biotechnologie, der von 23. bis 26. September in Istanbul über viele Bühnen ging (ECB15). acib (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) war nicht nur Partner der Veranstaltung, sondern hat dort viele spannende Forschungsergebnisse im internationalen Rampenlicht präsentiert.
Beim Kongress ging es insgesamt um alle Schwerpunktfelder der Biotechnologie: Bioenergie, Treibstoffe & Raffinerietechnologie, Humangenetik & Stammzellenforschung, Klimawandel samt biologischer Lebensmitteltechnologien sowie um den Einsatz von Computern & Informationstechnologie für die Medizin von morgen. 25 acib-MitarbeiterInnen haben sowohl im Hauptprogramm als auch in einem speziellen „acib-Symposium“ ihr Wissen präsentiert.
Prof. Alois Jungbauer informierte über Bioprozesstechnologie und das ideale Umsetzen vom biotechnischen Produktionsverfahren vom Labor- zum Industriemaßstab; vom Fingerhut- zum Swimmingpool-Maßstab sozusagen. Kathrin Greimel berichtete über den „Biolack“, der bei acib entwickelt wurde. Dabei sind Schwermetalle, die man bislang für die Lackhärtung brauchte, durch Enzyme ersetzt. Besagte Schwermetalle wurden als potenziell Krebs erregend eingestuft. Margit Winkler referierte über die „künstliche Leber“: Das weltweit erste Testsystem im präparativen Maßstab, das im Reagenzglas den Abbau von Medikamenten wie im Körper simuliert. Bei Regina Grillaris Vortrag ging es um neue Leber-Zellinien, mit denen sich eine mögliche Nephrotoxizität besser voraussagen lässt als bisher. Biokat Award 2012 Preisträger Prof. Wolfgang Kroutil erzählte über revolutionäre enzymatische Ansätze in der präparativen organischen Chemie. „Für uns sind Kongress wie dieser ideale Möglichkeiten, unsere Forschung auf internationaler Ebene zu präsentieren“, erklärt Prof. Anton Glieder, wissenschaftlicher Geschäftsführer des acib, und freut sich über viel Interesse am acib.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein internationaler Zusammenschluss von derzeit acht Universitäten und 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten derzeit rund 190 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit) sowie aus dem FP7 der EU.
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis:
Thomas Stanzer Public Relations acib GmbH Petersgasse 14, 8010 Graz M: thomas.stanzer@acib.at T: +43 316 873 9312 F: +43 316 873 9302 www.acib.at News ArchivModerner Biosprit ohne Lebensmitteleinsatz
Das Verwenden von Lebensmitteln für Biosprit muss nicht sein. Das acib (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) entwickelt gemeinsam mit einem Industriepartner Methoden, bei denen landwirtschaftliche Abfälle und Stroh die Basis für neue Biotreibstoffe sind.
„Treibstoff statt Essen?“, ist eine derzeit häufig gestellte Frage – die sich eigentlich nicht stellen müsste. Denn Biotreibstoffe der 1. Generation, die aus Getreide oder Zuckerrohr gemacht werden, sind nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Biotreibstoffe der 2. Generation macht man aus landwirtschaftlichen Abfällen, aus Spänen, Holzschnitzeln, Stroh oder spezielle dafür angebauten „Energiepflanzen“. Das österreichische Kompetenzzentrum acib (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) hat Wege gefunden, diese erneuerbaren Zuckerressourcen für die Industrie und für die Produktion von Biosprit zugänglich zu machen.
Zum Einsatz kommen dabei Enzyme namens Cellulasen. Die können die Cellulose und Hemicellulose, aus der Holz (neben Lignin) besteht, zu kleinen Zuckermolekülen umsetzen, erklärt Professor Christian Kubicek von der TU Wien, der zusammen mit ForscherInnen an der TU Graz, bei einem Industriepartner und im Kompetenzzentrum acib am Zugang zu neuen Industriezuckern aus erneuerbaren Rohstoffen arbeitet. Die Enzyme funktionieren ähnlich einem Häcksler, weiß Professor Anton Glieder, wissenschaftlicher Leiter des acib: „Die langen Celluloseketten werden durch die Enzyme transportiert. Dabei spaltet das Enzym kleine Zuckermoleküle von der vergleichsweise riesigen Cellulosekette ab, bis die ganze Cellulose zu Zucker gespalten wurde.“ Die besten Enzyme für den Prozess stellen die Biotechnologen zum Beispiel mit Hilfe des Pilzes Trichoderma reesei her, der auf verfaulenden Holzresten wächst. Im steirischen Projekt „Macrofun“ an der TU Graz werden die Pilzenzyme mit Hilfe der Hefe Pichia pastoris weiter verbessert, um die „molekularen Häcksler“ noch robuster zu machen, erklärt Glieder.
Das gesamt Verfahren ist freilich noch umfangreicher, weiß Kubicek. Die Pflanzenreste oder die „Energiepflanzen“ wie Stielblütengras (Miscanthus) oder Rutenhirse (Switchgrass, Panicum virgatum) müssen zuerst „aufgeschlossen“ werden, um das Lignin abzutrennen und die Cellulosen zugänglich zu machen. Dann kommen die Cellulasen ins Spiel und machen aus den langen Cellulosen Zuckermoleküle. Diese wiederum werden – ähnlich der alkoholischen Gärung beim Wein – von Hefen zu Bioethanol umgesetzt, aus dem zuletzt Biosprit gemacht werden kann. Der große Vorteil dieses Verfahrens: Lebensmittel bleiben gänzlich unberührt und die Klimabilanz schaut wesentlich besser aus.
Wie vielversprechend diese Art der Zucker- und in weiterer Folge Biosprit-Produktion ist, zeigt die Tatsache, dass allein in Europa 400 Millionen Tonnen Weizenstroh pro Jahr anfallen. Für eine möglichst nachhaltige Nutzung sollen 30 % davon am Feld bleiben, um den Boden zu regenerieren, aber die gewaltige Restmenge lässt sich weiter verarbeiten.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Universitäten und 30 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten derzeit rund 190 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis
Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302
Die Leber im Reagenzglas
Das österreichische Kompetenzzentrum acib entwickelt mit den Industriepartnern F. Hoffmann LaRoche und Novartis eine neue steirische Schlüsseltechnologie: Das weltweit erste Testsystem im präparativen Maßstab, das im Reagenzglas den Abbau von Medikamenten wie im Körper simuliert.
„Über Wirkung und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen informieren Gebrauchsinformation….“ – Wer kann diesen Satz nicht schon seit Kindertagen aufsagen? Um eine neue Schlüsseltechnologie zum Erforschen von Wirkung und Nebenwirkungen geht es bei einem Forschungsprojekt des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib). Zusammen mit den Industriepartnern Novartis und F. Hoffmann LaRoche haben acib-ForscherInnen eine Technologie entwickelt, mit welcher der Abbau der Medikamente wie im Körper untersucht und nachgestellt werden kann – quasi die Leber im Reagenzglas. Die Leber ist der Hauptabbauort von Pharmazeutika im Körper.
Bis neue Medikamente auf den Markt kommen, dauert es Jahre. Das liegt an vielen Tests, die sicherstellen, dass das Medikament nicht nur wirkt, sondern im Idealfall keine Nebenwirkungen hat. Bisher musste die Pharmaindustrie alle Abbauprodukte, die im Körper aus dem Medikament entstehen, vorhersagen, chemisch herstellen und einzeln auf ihre Wirksamkeit überprüfen. „Im schlimmsten Fall sind die Vorhersagen falsch, weil der Abbauprozess im Körper ganz anders abläuft als gedacht“, erklärt Margit Winkler, Forscherin beim Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib). Die neue acib-Methode verwendet körpereigene Enzyme und simuliert im Reagenzglas den Abbau der Medikamente genau so, wie das der Körper auch macht.
Die pharmazeutische Industrie entwickelt ständig neue Arzneimittelkandidaten, um die Behandlungsmöglichkeiten unserer Ärzte zu erweitern und unsere Gesundheit zu verbessern. Was passiert mit pharmazeutischen Wirkstoffen im Körper? „Die Verbindungen entfalten einerseits ihre gewünschte Wirkung, andererseits werden sie abgebaut, damit sie schneller ausgeschieden werden können“, so Projektmanagerin Margit Winkler.
Die erste Stufe dieses Abbaus im Körper vollziehen zwei Enzymsorten, nämlich Hydrolasen und Redoxenzyme. Letzteren und genau genommen den Oxygenasen widmet sich das Forschungsprojekt von acib, Novartis und F. Hoffmann LaRoche. „Unser Ziel ist, jedes einzelne Enzym aus dem menschlichen Abbau-Stoffwechsel zur Verfügung zu haben, damit man damit beispielsweise spezielle Funktionen der menschlichen Leber simulieren kann“, erklärt die acib-Forscherin.
Die Pharmaindustrie kann mit dieser „künstlichen Leber“ neue Wirkstoffkandidaten testen und weiß in einer sehr frühen Entwicklungsphase, welche Abbauprodukte entstehen. Mit dieser Information und den richtigen Enzymen ist es dann ein Kinderspiel, genügend Material dieser Abbauprodukte für weitere Untersuchungen herzustellen. Das Raten entfällt, die Sicherheit steigt.
Die acib-Methode wurde bereits zum Abbau des Medikaments Moclobemid eingesetzt; die Substanz wird bei Depressionen verschrieben. Dieses Forschungsprojekt macht es weltweit erstmals möglich, ein exaktes Stoffwechselprodukt enzymatisch in brauchbaren Mengen herzustellen, um es für weitere Tests zugänglich zu machen. „Novartis und F. Hoffmann LaRoche wenden diese neue, steirische Schlüsseltechnologie schon bei der Entwicklung neuer Wirkstoffkandidaten an“, freut sich acib-Geschäftsführer Anton Glieder darüber, dass wieder eine neue Technologie aus dem Kompetenzzentrum acib in der Medikamentenentwicklung eingesetzt wird. Mit neuen Verfahren auf Basis von Enzymen aus dem Mandelbaum und der Schweineleber kann acib bereits auf erfolgreiche Verbesserungen für die Pharmaindustrie verweisen. Eine wissenschaftliche Publikation zur „Leber im Reagenzglas“ ist eben erschienen.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit sieben Universitäten und 27 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 170 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Rückfragehinweis
Margit Winkler, Scientist, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: margit.winkler@acib.at, T: +43 316 873 9333, F: +43 316 873 9302 Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302 News ArchivSteirischer Kren macht aktive Enzyme sichtbar
Biokatalysatoren kommen immer öfter beim Herstellen von Pharmazeutika zum Einsatz. Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology forscht an der Herstellung von Transaminasen im großen Stil und kann deren Aktivität mit einem neuen Testverfahren schnell erfassen. Der Test beruht auf einer Farbreaktion, die von einem Enzym des Krens (Meerrettich) katalysiert wird. Der neue Assay wurde eben publiziert.
Transaminasen sind nicht nur im Stoffwechsel unentbehrlich, sie können auch Vorstufen für Medikamente besser – also umweltfreundlicher und spezifischer – herstellen als die klassische Chemie. Wichtig ist das zum Beispiel bei der Produktion von Wirkstoffen zur Aids-Therapie. Bei einem Projekt des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) geht es zusammen mit einem Firmenpartner um das Herstellen dieser Transaminasen in großem Stil. acib hat den Herstellungsprozess der Enzyme durch einen neuen Test wesentlich vereinfacht. Mit ihm ist feststellbar, ob die biotechnologische Produktion zu brauchbaren Transaminasen geführt hat.
Transaminasen sind wichtige Enzyme in jedem Organismus; sie kommen im Eiweiß-Stoffwechsel zum Einsatz. Seit die Pharmaindustrie nach umweltfreundlicheren und effizienteren Produktionsmethoden für Wirkstoffe sucht, sind Enzyme auch industriell gefragt. Das gilt auch für Transaminasen, die Aminogruppen von einem Molekül auf ein anderes übertragen können; und das spezifischer, effizienter, ökologischer als durch chemische Synthese.
Zusammen mit einem Firmenpartner sucht das Austrian Centre of Industrial Biotechnology nach einem Weg, Transaminasen in großen Mengen herzustellen, damit sie dann in der industriellen Produktion zum Einsatz kommen können. „Wir verwenden dazu eine Transaminase aus E. coli-Bakterien, die wir mit der Hefe Pichia pastoris produzieren. Hefe kann das in den geforderten Mengen“, erklärt Katrin Weinhandl. Um nach der biotechnologischen Produktion festzustellen, ob genug aktive Transaminasen vorhanden sind, hat die acib-Forscherin einen Test entwickelt, mit dem die Aktivität der Transaminasen messbar ist. Der neue Assay koppelt die Transaminase-Reaktion mit 2 weiteren Enzymreaktionen. Die letzte wird von einem Enzym des steirischen Kren (Meerrettich) katalysiert – einer Peroxidase– und führt zu einer grünen Farbe, wenn die Transaminase-Aktivität brauchbar ist. Grünes Licht gab es für den neuen Assay in Form einer Publikation, die eben vom Magazin Tetrahedron akzeptiert wurde.
Über acib
Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit sieben Universitäten und 27 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 170 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
Thomas Stanzer Public Relationsacib – austrian centre of industrial biotechnology
Petersgasse 14
8010 Graz
Austria
t: 0043 316 873 – 93 12
m: thomas.stanzer@acib.at
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Biotech-Forschung als Publikumsrenner
„Biotechnologie zum Angreifen“ war das Motto des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) bei der Langen Nacht der Forschung. Hunderte BesucherInnen schnupperten in Graz und Wien in die Welt von Mikroorganismen, Erbgut und Co.
Hochwertiges Recyclen von PET-Flaschen, Maiglöckchenduft aus dem Labor als Parfumbestandteil, Enzyme gegen Schimmelpilzgifte, Gesundheitsuntersuchung von Mikroorganismen mit Hilfe derer „Atemluft“ – das Austrian Centre of Industrial Biotechnology präsentierte zuletzt mehrere bahnbrechende Forschungsergebnisse. Kein Wunder also, dass das Interesse an industriellen Biotechnologie bei acib bei der österreichischen Langen Nacht der Forschung am 27. April groß war. Über 500 Gäste probierten an mehr als 10 Stationen, die von rund 40 acib-MitarbeiterInnen im Haus der Biokatalyse in Graz und an der Universität für Bodenkultur in Wien betreut wurden, biotechnologische Experimente aus.
Ein Schwerpunkte an beiden Standorten war das Mikroskopieren – von Hefezellen, Käse, Joghurt oder Sauerkraut. Da zeigte sich eine kleine, mit freiem Auge unsichtbare Welt riesengroß. Höhepunkte waren die Stationen, bei denen es Erbgut zum Anschauen gab: In Graz holten die Betreuenden mit den BesucherInnen Plasmid-DNA (winzige Erbgutringe) aus Bakterienzellen, während in Wien das Erbgut aus Tomaten gefischt wurde. Ebenso spannend waren Versuche, ob entfärbte Fruchtsäfte noch gut schmecken, wie aus einer Tablette eine Schlange wird oder ob es eine Welt ohne Leben gibt. Schafft ein Desinfektionsmittel wirklich eine keimfreie Umgebung und wenn ja, wie lange? Wer da war, weiß die Antwort darauf und noch viel mehr über Enzyme, leuchtende Eiweißstoffe, die Kraft der Hefe und vieles andere. „Für uns war diese lange Nacht der Forschung eine ideale Gelegenheit, unsere Forschung der Öffentlichkeit zu zeigen“, freut sich acib-Geschäftsführer Anton Glieder über das große Interesse an der biotechnologischen Forschung in Österreich.
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Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist das österreichische K2-Zentrum für industrielle Biotechnologie. Es ist ein Zusammenschluss von derzeit sieben Universitäten und 27 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research.
Beim acib forschen und arbeiten rund 180 Beschäftigte an mehr als 30 Forschungsprojekten. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. Öffentliche Fördermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsförderungsgesellschaft der Republik Österreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).
Das Kompetenzzentrum acib – Austrian Centre of Industrial Biotechnology – wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die Länder Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.
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Thomas Stanzer, Public Relations, acib GmbH, Petersgasse 14, 8010 Graz; M: thomas.stanzer@acib.at, T: +43 316 873 9312, F: +43 316 873 9302
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