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Krebs

Die größte medizinische Herausforderung im Europa von heute

Die Überlebensraten nach der Diagnose Krebs sind in Österreich höher als in vielen anderen europäischen Ländern. Dafür gilt es dem medizinischen Personal als auch einer langen Liste von Unternehmen, die bahnbrechende Behandlungen und innovative Technologien anbieten Anerkennung zu zollen. Österreich steht im Kampf gegen Krebs in Europa an der Spitze und spielt mit wegweisenden Initiativen auch global eine führende Rolle.

Ganz egal ob bei innovativer Immuntherapie oder bei der Strahlentherapie – Wissenschaftler und Onkologen in ganz Österreich arbeiten an der Entwicklung und Kommerzialisierung von Diagnostika und Behandlungen. Die vielen unterschiedlichen Arten des Krebs, bedürfen benötigen multidisziplinäre Teams, die gemeinsam eine Lösung vorantreiben.

Inhalt

  1. Primärforschung: die Grenzen der Onkologie
    1. Partnerschaften zwischen Grundlagenforschung und Industrie
    2. Interdisziplinäre Ansätze
  2. Diagnose und Vorsorgeuntersuchung gegen Krebs
    1. Personalisierte Medizin
  3. Neue Behandlungsansätze
    1. Impfstoffe und Immuntherapie
    2. Weitere Behandlungsansätze

Primärforschung: die Grenzen der Onkologie


Im Zentrum der österreichischen Krebsforschung stehen multidisziplinäre Forschungsnetzwerke, in denen Industrie, Gesundheitswesen und Primärforschung zusammen arbeiten. Es ist wohl diesen Netzwerken zu verdanken, dass Österreich in Europa an der Spitze im Kampf gegen Krebs steht. Das Comprehensive Cancer Center Vienna (CCC) zum Beispiel, das vom Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien und der Medizinischen Universität Wien (MedUni) ins Leben gerufen wurde, forscht nach Mechanismen, die zur Entwicklung von Krebs und zum Wachstum von Krebsgeschwüren führen, mit dem Ziel, Vorbeugung, Diagnose und Therapie von bösartigen Geschwüren zu verbessern und die Sterblichkeitsraten nach der Krebsdiagnose zu verringern. Ein weiteres Beispiel ist die Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG), eine wichtige österreichische Organisation, die klinische Studien zu Brust- und Darmkrebs mit internationalem Erfolg durchführt. Eine Initiative für Strahlentherapie bei Patienten mit Brustkrebs, bei denen Tumore noch klein und Lymphknoten noch nicht betroffen sind und die in ABSCG-Spitälern angewandt wurde, erreichte in 80% der Fälle die Rettung der Brust. Das ist drei Mal so hoch wie ähnliche Statistiken, die in Österreich vor 25 Jahren durchgeführt wurden und sogar noch höher als die Raten in den USA. Derzeit nehmen 23 000 Frauen an den ABCSG-Studien teil, was gemessen an der Größe Österreichs eine beeindruckende Zahl ist.

Partnerschaften zwischen Grundlagenforschung und Industrie


Es gibt in Österreich einige bahnbrechende Forschungsinstitute, die medizinische Grundlagenforschung und Partnerschaften mit der Industrie kombinieren. Dazu zählt auch das Institute of Molecular Biotechnology (IMBA), ein Institut für Grundlagenforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ein internationales Forscherteam führt dort Primärforschung zu molekularen Mechanismen biologischer Prozesse durch, um Antworten auf Fragen moderner Life Sciences und Biomedizin zu finden. Das Ziel ist dabei, elementare Mechanismen von Gesundheit und Krankheit zu verstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden viele verschiedene Modellorganismen sowie moderne Technologien der Zellbiologie, Strukturbiologie, Biochemie, Genomforschung und Genetik verwendet.

Darüber hinaus geht Boehringer Ingelheim neue Wege bei innovativen Ansätzen zur Krebstherapie in Österreich mit seinem leistungsstarken Forschungszentrum, dem Research Institute of Molecular Pathology (IMP) und industriellen Biotech-Partnern wie f-star. Durch diese Kooperationen wird Boehringer Ingelheims Team von 240 Wissenschaftlern in Wien unterstützt, wodurch das Unternehmen zu einem wichtigen Teil in der Krebsforschung wurde. Besonders das IMP ist eine weltweit anerkannte Forschungseinrichtung, durch die besonders einflussreiche, von Fachleuten überprüfte Forschung entsteht und Spitzenforscher angezogen werden, um sich auf zelluläre Wachstumsregulierung und die komplexen biologischen Prozesse zu konzentrieren, die Krankheiten zu Grunde liegen.

Interdisziplinäre Ansätze


Das CeMM Research Centre for Molecular Medicine ist ein Vorzeigeforschungsinstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die einen neuen medizinischen Fokus verfolgen. Das CeMM integriert, angetrieben von medizinischen Bedürfnissen, Grundlagenforschung und klinische Expertise, um innovative Ansätze in Diagnostik und Therapeutik mit Schwerpunkt auf Krebs, Entzündungen und Immunschwächekrankheiten zu verfolgen. Das Ziel des CeMM ist es dabei, die Entwicklung von vorhersagender, vorbeugender und personalisierter Medizin der Zukunft zu unterstützen.

Das Children’s Cancer Research Institute (CCRI) der Kinderkrebsforschung des St. Anna Kinderspitals ist national und international für seinen interdisziplinären Ansatz zur Entschlüsselung von pathogenetischen Mechanismen und für die Verbesserung von Diagnose, Prognose und Krebsbehandlung bei Kindern und Jugendlichen renommiert.

Diagnose und Vorsorgeuntersuchung gegen Krebs


Wie bei allen Krebsarten ist die frühe Erkennung und Diagnose von Krebs entscheidend für die Wahl der optimalen Behandlungsart. Wirklich genaue Diagnosetests, durch die die Krankheit bereits in einem sehr frühen Stadium genau erkannt werden kann, können für ein positives Behandlungsergebnis ausschlaggebend sein. Dazu gehört auch therapiebegleitende Diagnostik, durch die festgestellt werden kann, ob ein Patient eher von einer bestimmten Therapieform profitieren kann. Dadurch wird offensichtlich, dass hochmoderne Technologien für Diagnostik und Vorsorge Leben retten können! Österreich ist seit langem ein Innovationsmotor in der Krebsdiagnostik.

Personalisierte Medizin


Ein wichtiges Ziel weltweit und einer der wichtigsten Antriebskräfte hinter der Forschung ist es, herauszufinden, bei welchen Patienten eine Behandlung anschlagen wird und bei welchen nicht, d. h. „personalisierte Medizin“. Dieser Frage widmet sich eine Arbeitsgemeinschaft von Wissenschaftlern bei Oncotyrol. Dieses Zentrum für personalisierte Medizin nutzt erstklassige Forschung, um Antworten auf die Frage zu finden, warum Krebsbehandlungen bei manchen Patienten wirken und bei anderen nicht.

Die Bemühungen des Konsortiums werden weiter durch die Zusammenarbeit mit dem neu eingerichteten Austrian Drug Screening Institute (ASDI) gestärkt, an dem Fachkenntnisse in Grundlagen- und translatorische Forschung mit dem Ziel zur Anwendung kommen, maßgeschneiderte Therapien zur Behandlung von Tumorpatienten zu finden.

Auch der Forschungsbereich für medizinische Biotechnologie an der FH IMC Krems ist äußerst anerkannt bei der Identifizierung von voraussagenden Biomarkern und individualisierter Medizin.

Neue Behandlungsansätze


Im Laufe der letzten 50 Jahre hat sich die Krebsbehandlung entschieden verbessert, aber um Behandlungen zu finden, die die Lebensqualität verbessern und für Ergebnisse mit minimalen Nebenwirkungen sorgen, ist es noch ein langer Weg. Die folgenden Beispiele umfassen eine ganze Reihe wissenschaftlicher Disziplinen und zeigen auf, wo österreichische Ärzte, Wissenschaftler und Unternehmen führend im Kampf gegen Krebs waren.

Impfstoffe und Immuntherapie


Impfstoffe und immuntherapeutische Ansätze sind ein wichtiges Mittel, um Krebs zu bekämpfen und seine Verbreitung innerhalb des Körpers aufzuhalten. APEIRON Biologics ist ein österreichisches Unternehmen, das innovative Immuntherapiestoffe entwickelt und unter anderem ein Kooperationsabkommen mit Merck KGaA über die Rechte zur Entwicklung und Kommerzialisierung einer neuen biologischen Behandlungsform gegen Neuroblastome und andere Krebsarten (derzeit bei Phase-III-Studien) unterzeichnet hat.

Sowohl Activartis Biotech, ein Ableger von CCRI, als auch die CELLMED Research mit ihrem Ableger LifeResearch Technologies, sind Spezialisten für Tumor-Immuntherapie und entwickeln therapeutische Krebsimpfstoffe für bisher unbehandelte Krebse. Dieser Ansatz basiert auf der Verwendung von Abwehrstoffen, in denen dendritische IL-12-Zellen vorhanden sind, was dem Immunsystem dabei hilft, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.

Activartis, eine Tochtergesellschaft von AOP Orphan, ist ein Spezialist bei der Immuntherapie gegen Krebs. Das Unternehmen hat eine eigene Impfstofftechnologie gegen Krebs entwickelt, Trivax, die seit 2002 patentiert ist. Die Technologie greift auf die Verwendung von Abwehrstoffen zurück, die sekretierende dendritische IL-12-Zellen aufweisen und dem Immunsystem mitteilen, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Die Trivax-Technologie von Activartis ist derzeit Teil einer randomisierten klinischen Phase-II-Effizienzstudie mit über 90 Patienten, die an metastasierendem Gehirntumor erkrankt sind.

Die CELLMED Research wurde im Jahr 2006 gegründet und ist ein österreichisches Life-Science-Unternehmen, das sich auf die Erforschung und Entwicklung von zellulären Therapien, insbesondere auf die Herstellung und klinische Anwendung von zellularen Immuntherapien für die Behandlung von soliden Tumoren, spezialisiert hat. Eine klinische Studie in Phase I/IIa zur Sicherheit von PROCURE® für die Behandlung von Eierstockkrebs wird derzeit durchgeführt.

Weitere Behandlungsansätze


Während Impfstoffe und andere immuntherapeutische Methoden wichtig sind, muss es auch Behandlungsoptionen für Patienten geben, bei denen die Krankheit bereits weiter fortgeschritten ist. Chemotherapie und Medikamente gegen Krebs werden deshalb weiterhin eine wichtige und integrale Rolle bei vielen Krebsbehandlungen spielen.

Neue oder modifizierte Moleküle gegen Krebs mit erhöhter Wirksamkeit und Effizienz sowie abgeschwächten Nebenwirkungen und geringerer Toxizität werden von Unternehmen wie Tube Pharmaceuticals entdeckt und entwickelt, die starke Medikamente gegen Krebs entwickeln, die Zytolysine genannt werden. Diese neue Klasse natürlicher Substanzen hat eine herausragende Wirksamkeit gegen sich teilende Zellen, einschließlich Krebszellen, bei ersten Proof-of-Concept-Studien durch Konjugationen hin zu kleinen Molekülen, Polymeren, Peptiden, Proteinen und Antikörpern gezeigt.

MedAustron ist eines der fortschrittlichsten Zentren für die Ionenstrahltherapie und befindet sich in Wiener Neustadt. Die Bestrahlungstherapie wird mit Kohlenstoffionen oder Protonen durchgeführt. Das Zentrum befindet sich derzeit noch im Bau und der technische Testbetrieb beginnt 2013. Die ersten Behandlungen werden 2015 durchgeführt. Wenn das Zentrum voll einsatzfähig ist werden bis zu 1 400 Patienten pro Jahr von dieser innovativen Behandlungsmöglichkeit profitieren.