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Life Sciences in Österreich

Wir machen Innovationen von morgen schon heute möglich

Life Sciences in ÖsterreichÖsterreich ist im Bereich der europäischen Life Sciences ein zentraler Standort, der international als wichtige Quelle für weit entwickelte Arzneimittelkandidaten, Produkte, Technologien und Dienstleistungen anerkannt ist. Die Life Science-Branche ist in Österreich sehr breit gefächert und umfasst kleine und große Unternehmen sowie eine Reihe multinationaler Konzerne, die hier ihren Hauptsitz haben oder über Produktionsstandorte verfügen – obwohl klein- und mittelständische Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen dominieren.

Der wirklich erstaunliche Faktor im Bereich der Life Sciences in Österreich ist der hohe Grad der Kooperation zwischen Herstellern, Zulieferernetzwerken und Dienstleistungsanbietern, die alle auf relativ kleinem Raum angesiedelt sind, wodurch die Ergebnisse tatsächlich „Made in Austria“ sind!

Inhalte

  1. Österreichs Life-Science-Branche in Zahlen
  2. Unternehmensstandort Österreich
    1. Infrastruktur
    2. Forschung und Lehre
    3. Förderung von Forschung und Innovation

Österreichs Life Science-Branche in Zahlen


Life Science Branche in ZahlenMit 823 Firmen im Biotechnologie, Pharma und Medical Device Sektor stellen die Lebenswissenschaften einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Zusammen erwirtschafteten diese Firmen einen Umsatz von 19,11 Milliarden Euro im Jahr 2014, das entspricht etwa 5,8% des österreichischen BIPs. 51.660 Menschen arbeiteten 2014 für ein österreichisches Life Science-Unternehmen.

Die österreichischen Life Science-Firmen sind sehr breit gefächert und es gibt kleine ebenso sehr große Unternehmen. Einige multinationale Konzerne haben Ihre Firmenzentrale in Österreich aufgeschlagen oder haben Produktions- und Forschungsstätten hier. Diese Unternehmen profitieren von der geographischen Lage Österreichs im Herzen Europas und dem hohen Grad der Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Zuliefernetzwerken und Dienstleistern – alle sehr nah beieinander. Dies machte viele Produkte und Dienstleistungen original „Made in Austria“.

Unternehmensstandort Österreich


Im Laufe der letzten Jahre spiegelte sich die Stärke des stetig wachsenden Bereichs der Life Sciences im gesteigerten Interesse von internationalen Unternehmen wider, mit Unternehmen in Österreich Geschäfte zu machen. Darüber hinaus bewährt sich Österreich auch als attraktiver Ort für Geschäftstätigkeiten und ausländische Direktinvestition für viele multinationale Konzerne.

Seit 1982 unterhält der amerikanische Konzern Baxter Bioscience seine größte Niederlassung außerhalb der USA und seinen wichtigsten Forschungsstandort weltweit in Österreich und beschäftigt dort über 4.000 Mitarbeiter (seit 01. Mai 2015: Aufspaltung in Baxter und Baxalta). Über 900 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland arbeiten derzeit an der Entwicklung neuer Medikamente sowie an der Verbesserung von Medikamenten, die bereits auf dem Markt sind. Die Life Science-Abteilung von Baxter in Österreich richtet sein Augenmerk auf die Entwicklung und Herstellung von biotechnologischen und biopharmazeutischen Therapeutika, die zu 90 Prozent exportiert werden. Der deutsche Prosthetik-Hersteller Otto Bock hat ebenfalls Österreich für einen wichtigen Standort gewählt und trägt zur Verbesserung und Wiederherstellung der Lebensqualität von Patienten rund um den Globus bei.

Warum hat Österreich einen so guten Ruf für Investitionen in Life Sciences? Das in New York angesiedelte Reputation Institute führte eine Studie durch, in der Österreich den neunten Platz von 50 im Hinblick auf Vertrauen, Ansehen, Bewunderung und positives Image belegte. Die Mercer-Studie aus dem Jahr 2015 bescheinigte Wien die beste Lebensqualität weltweit. Die umfassende Infrastruktur in Österreich und seine beneidenswerte Lage im geografischen Herzen Europas sind ebenfalls wichtige Gründe. Wenn man noch die Exzellenz der österreichischen Arbeitskräfte, die gut bekannte Qualität seines Bildungssystems und den Top-Status seiner Forschungseinrichtungen berücksichtigt, ist leicht zu erkennen, warum viele Unternehmen Österreich als einen verlockenden Standort für Geschäftstätigkeiten entdecken.

Infrastruktur


Eine großartige Infrastruktur ist eine wesentliche Antriebskraft für die Life Sciences in Österreich. In ganz Österreich gibt es mehrere Wissenschaftsparks, Gründerzentren und Initiativen für Technologietransfer, durch die das Wachstum der nationalen Industrie gewährleistet und eine Vielzahl etablierter multinationaler Konzerne angezogen wurde.

Forschung und Lehre


Die österreichischen medizinischen Universitäten konzentrieren sich auf hochmoderne Forschung und Entwicklung für neue therapeutische Substanzen. Etwa 20.000 Menschen sind in der akademischen Life Science-Forschung beschäftigt. Die Medizinische Universität Graz ist eine von drei österreichischen medizinischen Universitäten mit einer beträchtlichen Bedeutung für die Forschung. Die Universität richtet ihr Augenmerk auf kardiovaskuläre Forschung, Krebsforschung, Molekulare Grundlagen Lipid-assoziierter Erkrankungen (FFL), Neurowissenschaft sowie das Querschnittsthema „Nachhaltige Gesundheitsforschung“. Die Medizinische Universität Innsbruck richtet ihr Augenmerk auf molekulare Life Sciences, Neurowissenschaften, Krebsforschung, molekulare Bildgebung und Sportmedizin. Die Medizinische Universität Innsbruck beherbergt auch mehrere international anerkannte Projekte einschließlich der „österreichischen Proteomik Plattform“ und „Oncotyrol“, die beide Wissenschaftler aus aller Welt anziehen. Die Medizinische Universität Wien nimmt eine starke Rolle bei interdisziplinärer und translationaler Forschung sowie bei klinischen Programmen ein, die verschiedene Disziplinen wie Allergologie & Immunologie, Onkologie, Neurowissenschaften und Gefäßmedizin umfassen.

Neben den medizinischen Universitäten gibt es weitere renommierte akademische Einrichtungen, die zur Forschung im Bereich der Life Sciences in Österreich beitragen und zu vielen erfolgreichen Life Science Spin offs geführt haben. Die BOKU zum Beispiel ist die wichtigste Universität des Landes für Bodenschätze und Life Sciences während die Technische Universität Graz und die Technische Universität Wien eine wichtige Rolle in der biowissenschaftlichen Forschung und der Schulung qualifizierter Ingenieure spielen. Die Universität Graz konzentriert sich auf Forschung und Lehre in den molekularen Life Sciences, insbesondere in den Bereichen Enzymologie und Physiologie, während sich die Veterinärmedizinische Universität in Wien vor allem mit dem veterinärmedzinischen Bereich beschäftigt und verstärkt Schnittstellen zur Humanmedizin erforscht. Unter den wichtigsten Forschungszielen finden sich die rasche Erkennung von ansteckenden Krankheiten und die Entwicklung von vorbeugenden, direkten Maßnahmen, um ansteckende Krankheiten einzudämmen und für gesunde Nahrungsmittel zu sorgen.
Neben den universitären Einrichtungen ist die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die führende Organisation, die wissenschaftliche Forschung außerhalb der Universitäten in Österreich vorantreibt. Das Forschungsportfolio der ÖAW im Bereich der Life Sciences beinhaltet das Research Centre for Molecular Medicine (CeMM), das Gregor Mendel Institute of Molecular Plant Biology (GMI), das Research Institute for Biomedical Aging Research (IBA) sowie das Institute of Molecular Biotechnology (IMBA). Österreichs größte außeruniversitäre Forschungsinstitute sind das Austrian Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) und das Austrian Institute of Technology (AIT) welche den Forschungsschwerpunkt auf große gesellschaftliche Veränderungen gelegt hat.
Die Max F. Perutz Laboratories (MFPL) sind Teil eines gemeinsamen Forschungs- und Lehrzentrums, das von der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien ins Leben gerufen wurde und an dem 530 Wissenschaftler im Bereich Discovery Research tätig sind und Weiterbildung in Molekularbiologie anbieten.

Die Forschung am Institute of Molecular Pathology (IMP) deckt einen weiten Themenbereich ab und ist hauptsächlich in vier Feldern organisiert: Leben im molekularen und zellulären Bereich, Informationsverarbeitung und Speicherung in neuronalen Schaltkreisen, Entwicklungsmechanismen von Organismen und Krankheiten sowie interdisziplinäre Ansätze, die Ideen und Methoden anderer Bereiche nutzen, um Antworten auf biologische Fragen zu finden. Das gemeinsame Ziel all dieser Bereiche ist es, Mechanismen und Prinzipien, die komplexen biologischen Prozessen zugrunde liegen, zu klären.

Das gemeinsame Ziel all dieser Bereiche ist es, Mechanismen und Prinzipien, die komplexen biologischen Prozessen zugrunde liegen, zu klären.

Förderung von Forschung und Innovation


Zu einem guten Teil wären die erfolgreichen Investitionen der jüngeren Vergangenheit wohl nicht ohne eine Regierung möglich gewesen, die Innovation unterstützt und sich für herausragende akademische Forschung einsetzt. Die daraus resultierende Spitzenforschung an österreichischen Universitäten ist die wichtigste Quelle für Technologietransfer an junge Unternehmen, die in der österreichischen Life Science-Branche immer zahlreicher werden.

Die österreichische Bundesregierung bekennt sich zu diesem boomenden Sektor und unterstützt die Entwicklung eines unternehmerischen Umfeldes, durch das junge Unternehmensausgründungen erfolgreich arbeiten können. 2015 wird Österreich voraussichtlich eine Rekordsumme von 3,01% des BIP in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren. Dies ist bereits weit mehr als der EU-Durchschnitt, der 2011 bei 2,02% lag (Innovation Union Competitiveness Report 2013). Die neue Strategie der Regierung für die Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation hat sogar noch höhere Ziele: Österreich soll innerhalb der EU zum führenden Land für Innovation werden und den Anteil von Forschung und Entwicklung bis 2020 auf 3,76% erhöhen.

Darüber hinaus gibt es ein investitionsfreundliches und attraktives Steuersystem: 10% Steuergutschrift für Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie einen einheitlichen Körperschaftsteuersatz von 25%.

Weitere Zahlen und Fakten können Sie im Life Science Report Austria 2015 (EN) nachlesen.