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Lebensqualität durch maximale Mobilität

High-Tech Prothesen aus Österreich

Trotz rasanten Fortschritten in der Medizin betrifft die operative Entfernung von Gliedmaßen heute immer noch viele Menschen aller Altersgruppen. Krankheiten und Unfälle sind die Hauptursachen. Genau hier setzt das Unternehmen Otto Bock an: Das Unternehmen  entwickelt und fertigt Hightech-Prothesen.

Otto Bock Healthcare Products GmbH arbeitet mit der Vision, die körperliche Bewegungsfreiheit und damit die Lebensqualität von Menschen mit eingeschränkter Mobilität in dem größtmöglichen Ausmaß wiederherzustellen. Die Verwendung von modernen Prothesen erlaubt den Betroffenen, wieder ein möglichst normales Leben zu führen.

Wien entwickelt Weltmarktführer in Beinprothetik

Ein Meilenstein in der Beinprothetik ist das komplett mikroprozessorgesteuerte Beinprothesensystem C-Leg®. Das revolutionäre System bietet dem Anwender die größtmögliche Annäherung an den natürlichen Gang. Das C-Leg® denkt beim Gehen mit und bietet beinamputierten Menschen eine ganz neue Bewegungsfreiheit. Dieses neuartige Produkt wurde in der Wiener Niederlassung entwickelt und  gefertigt.

Eine große Forschungs- und Entwicklungabteilung und umfangreiche Produktionskapazitäten machen Wien zu einem bedeutenden Standort des Unternehmens. Mehr als ein Drittel der über 440 MitarbeiterInnen in Wien ist in der Forschung & Entwicklung tätig, für die im Jahr 2009 etwa 17,8 Mio. Euro aufgewendet wurden. Dies entspricht einem Anteil von rund 22 Prozent am Umsatz. Mit einer Exportquote von über 90 Prozent erleichtern Hightech-Hilfsmittel aus Wien das Leben von Menschen in aller Welt. Im Jahr 2009 erwirtschaftete die Niederlassung in Wien einen Umsatz von 80 Millionen Euro.

Neben dem mit dem Österreichischen Staatspreis für Innovation ausgezeichneten C-Leg® wird mit dem DynamicArm® ein weiteres innovatives Produkt in Wien hergestellt. Der DynamicArm® erlaubt dem Anwender den Arm schnell und präzise zu positionieren, wobei die Bewegung harmonisch und nach weitgehend natürlichen Mustern abläuft.

Ein breites Netzwerk erstklassiger Zulieferer

Otto Bock Prothesen sind wahre High-Tech Wunderwerke und bestehen aus einer Vielzahl von Präzisionseinzelteilen. Die Firma setzt dabei, neben umfangreichem orthopädischem Fachwissen, auf die Kombination von Computertechnologie und modernster Werkstoffe wie Karbon oder Silikon. Hochlegierte Stähle, hochfeste Aluminiumsorten oder Titan kommen ebenfalls zum Einsatz. Beschichtungen und Sonderbehandlungsverfahren tragen zu verschleißfesten und optisch ansprechenden Oberflächen bei. Hier treffen Entwicklungs– & Fertigungs-Know-how, hochentwickelte Technologien und präzise Handarbeit aufeinander. Toleranzen im Bereich von einem Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haares im Assembling von verschiedenen Baugruppen erfordern höchste Genauigkeit und Konzentration.

Möglich wird die Herstellung dieser Präzisionsprodukte auch durch ein verlässliches Netzwerk von erstklassigen Lieferanten. Aufgrund kleiner Stückzahlen und meist maßgeschneiderten Produkten sind die Anforderungen an einen potentiellen Lieferanten sehr hoch und Lieferanten werden entsprechend sorgfältig ausgewählt. Weltweit verfügt die Firma über mehrere Hundert verschiedene Lieferanten, mehr als die Hälfte davon stammen aus Österreich.

Die in Wien ansässige Firma PIU-Printex erzeugt Leiterplatten zum Aufbau der Elektronikkomponenten, die von Otto Bock gefertigt werden. Leiterplatten sind die Basiselemente für zuverlässig funktionierende, elektronische Baugruppen.  Mit viel technischer Erfahrung und sehr flexiblen Lieferzeiten hat sich das Familienunternehmen PIU-Printex für Otto Bock als idealer Zulieferer erwiesen.

Präzisionsfertigung macht C-Leg® einzigartig

Das Beinprothesensystem C-Leg® ist ein komplexes High-Tech Gerät, das insgesamt aus mehr als 500 Einzelteilen besteht. Die weltweit einzigartige Annäherung an das natürliche Gehen und die damit verbundene Steigerung der Lebensqualität für Menschen mit Beinamputationen wird durch modernste Komponenten erreicht: Ein Mikroprozessor im Kniegelenk steuert den gesamten Zyklus des Gehens, sowohl die Schwung- als auch die Standphase. Ein Hydrauliksystem steuert den Bewegungswiderstand für Beugung und Streckung in der Stand- und Schwungphase. Hochsensible Sensoren ermitteln 50-mal pro Sekunde, in welcher Phase des Schrittes sich der Prothesenträger gerade befindet.

Das Hydrauliksystem ist eine wichtige Baugruppe beim C-Leg®, die direkten Einfluss auf die Funktion der Beinprothese hat. Durch die relativ geringe Baugröße ergeben sich für die Einzelkomponenten hohe Ansprüche an Maßgenauigkeit, Form- und Lagetoleranzen sowie zu erfüllende Oberflächenkriterien. Die Einzelteile dafür liefern die Firmen Wild, MKE und Anton Paar ShapeTec.

Die Wild Gruppe, die an 4 Standorten über 300 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein ausgezeichneter Lieferant für diese Spezialteile. Langjährige Erfahrung in diesem Technologiebereich kombiniert mit modernem softwaregestützten Qualitäts- und Projektmanagementsystem und erstklassigen Mitarbeitern sind ein Garant für eine gute Zusammenarbeit.

Die Metall- und Kunststoffverarbeitende Firma MKE mit Sitz in Niederösterreich produziert ebenfalls seit Jahrzehnten komplexe Einzelteile. Basierend auf einer breiten Palette an verfügbarem KnowHow konnten Otto Bock und MKE gemeinsam viele technische Hindernisse in der langjährigen Zusammenarbeit lösen und für die Serienherstellung optimieren.

Technische Kompetenz, höchste Qualität und Flexibilität zeichnet auch die Grazer Firma Anton Paar ShapeTec aus. Verlässlichkeit und jahrelange sehr gute Zusammenarbeit bei vielen unterschiedlichen Dreh- und Frästeilen prägen die Wirtschaftsbeziehung zu diesem Unternehmen.

Otto Bock Prothesen werden bei verschiedenen anspruchsvollen Einsätzen, wie Fahrradfahren, Schifahren, Bergwanderungen oder Langlaufen eingesetzt. Dabei müssen Dichtungen äußeren Einflüssen wie Hitze, Kälte, Staub und Schmutz über viele Jahre standhalten. Mit der Firma Freudenberg wurde ein Partner gefunden, der auch bei Sonderlösungen kompetent unterstützt.

Das Ellbogen-System DynamicArm® ermöglicht neue Bewegungsfreiheit

Das Ellbogen-System DynamicArm® gleicht die Bewegungsabläufe optisch und funktionell den natürlichen Abläufen an. Es ermöglicht dem Benützer, den Arm schnell und präzise zu positionieren, wobei die Bewegung harmonisch und weitgehend gleich den natürlichen Mustern abläuft. Das Ellbogen-Gelenk ist extrem belastbar, so dass der Träger bis zu sechs Kilogramm aktiv heben kann. Die Position des Armes, die benötigte Kraft und die Geschwindigkeit der Armbewegung steuert der Anwender über Elektroden. Muskelimpulse weden dafür durch eine ausgeklügelte Elektronik vom Armstumpf auf die zu bewegenden Prothesenteile übertragen. Ein Getriebe ermöglicht dem Anwender, seine Prothese fast wie einen natürlichen Arm zu heben und zu senken.

Das Familienunternehmen Merten mit Sitz in Wien liefert den Grundträger, der einen Ellbogenaufbau der besonderen Art ermöglicht. Damit der DynamicArm® Träger annähernd 6 kg (mehr als das Sechsfache des Gewichts der Prothese selbst) aktiv heben kann, muss über eine  leichte aber stabile  Konstruktion eine Zugkraft von 600N (60kg) erzeugt werden. Dazu ist der Einsatz von hochfestem Aluminium und höchste Präzision in der Herstellung notwendig.

Dreh- und Frästeile aus verschiedensten Stahllegierungen bis hin zu hochfesten Aluminiumlegierungen werden auch von der Firma Bertmann gefertigt. Ein besonders komplex zu fertigendes Präzisionsteil mit einem Spezialgewinde ist der Eingussring, der das Verbindungsstück zwischen DynamicArm® und Oberarmstumpf bildet. Durch die hohe Qualität und Zuverlässigkeit ist das Wiener Unternehmen Bertmann zu einem langjährigen Partner für Otto Bock geworden.

Extreme Toleranzen und komplexe Freiflächen von Präzisionsteilen machen das Eloxieren von Otto Bock Prothesen zu einer wahren Herausforderung. Das Familienunternehmen Prägler ist diesen Herausforderungen gewachsen und beschichtet einen Großteil der von Otto Bock eingesetzten Aluminiumteile.

Naturnahe Oberflächen und perfekte Kosmetik

Der Trend in der Prothesenentwicklung geht dahin, die zu ersetzenden Gliedmaßen in Funktionalität und Aussehen möglichst naturnah nachzubilden. Das erfordert von Otto Bock die gleiche Leidenschaft für das Design der Produkte, wie für ihre technische Perfektion. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Verschiedene Produkte wurden international für ihr gutes Design ausgezeichnet.

Mit GP designpartners hat Otto Bock einen idealen Partner gefunden. Für Otto Bock arbeitet man an Produkten im Bereich der Neurostimulation und an  einer neuen Generation von Beinprothesen. GP designpartners hat es geschafft trotz der technischen Zwänge, intelligente Lösungen und ein ansprechendes Design umzusetzen. GP designpartners hat sich dabei rasch in der Umsetzung, mit großer Sensibilität und zukunftsorientierter Denkweise gezeigt.

Was die Zukunft bringt

Bei Otto Bock wird konstant an neuen Entwicklungen gearbeitet um die Lebensqualität von Menschen mit Amputationen noch weiter zu verbessern. Dem Wiener Standort kommt dabei eine tragende Rolle zu, denn eine sensationelle Neuentwicklung im Bereich der Medizintechnik wurde hier entwickelt: die gedankengesteuerte Armprothese.

Die neuartige Armprothese bedeutet einen enormen Fortschritt, da sie gezielt über jene Nerven gesteuert wird, die auch ursprünglich für die Bewegung des Armes zuständig waren. Damit gibt sie ihrem Träger viel mehr Aktionsmöglichkeiten, da der Patient die Bewegungen intuitiv ausführt und die Prothese diese gedanklichen Befehle direkt umsetzt. Außerhalb der USA war ein junger Österreicher der erste und bisher einzige Anwender dieser Prothese.

AKH Wien und Medizinische Universität Wien wichtiger Partner

Ein zentraler Schlüssel zum Erfolg bei der Entwicklung der gedankengesteuerten Armprothese ist die Zusammenarbeit mit dem AKH Wien, einem der größten Krankenhäuser Europas und führend auf dem Gebiet der neuromuskulären Rekonstruktion und der Medizinischen Universität Wien. Der Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Prof. Dr. Manfred Frey, hat gemeinsam mit seinem Team die medizinischen Voraussetzungen für die Steuerung der gedankengesteuerten Armprothese geschaffen. Im Zuge des so genannten selektiven Nerventransfers wurden die verbliebenen Nerven aus dem Armstumpf in die Brust verlegt. Dieser mehrstündige Eingriff wurde außerhalb den USA erstmals an der Universitätsklinik in Wien von Prof. Dr. Manfred Frey und Prof.Dr.Oskar Aszmann erfolgreich durchgeführt.