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Jedes einzelne Krebsmedikament ist wertvoll

Neue Studie untersucht Einfluss bestimmter Krebsmedikamente auf Lebensverlängerung und -qualität zum Zulassungszeitpunkt. Resultate verzerren den wahren Wert dieser Arzneimittel.

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im British Medical Journal, kommt zum Ergebnis, dass von 69 Krebsmedikamenten, die zwischen 2009 und 2013 zugelassen wurden, mehr als die Hälfte (57 %) keine signifikante Lebensverlängerung oder Verbesserung der Lebensqualität zum Zeitpunkt ihrer Zulassung brächten. Das zeichnet ein völlig falsches Bild vom Wert neuer Arzneimittel in der Krebstherapie. „So aufwändig und langwierig die Arzneimittelentwicklung auch ist, es ist vielfach nicht möglich, zum Zulassungszeitpunkt ausnahmslos alle Daten zur Wirkungsweise eines neuen Arzneimittels zu haben – speziell dann, wenn es um die Verlängerung der Lebenszeit geht. Wenn aber ein Medikament positiv durch alle Stadien der Entwicklung gebracht werden kann, sollte es auch so schnell wie möglich den Patienten zur Verfügung gestellt werden. Das Sammeln von Daten eines neuen Arzneimittels hört mit dessen Zulassung nicht auf“, hält Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, fest. 

Ziel bei der Arzneimittelentwicklung ist es, unabhängig ob zur Krebsbekämpfung oder für andere Krankheiten, die Krankheit zu heilen, Leben zu verlängern oder die Lebensqualität trotz Krankheit zu verbessern. In wie weit dies durch den Einsatz einer neuen Therapie erreicht werden kann, kann oft erst im Zuge einer breiteren Anwendung der Therapie im klinischen Alltag beantwortet werden. „Die Zulassungsbehörde würde zudem keine Therapie zulassen, die nicht auch tatsächlich wirksam ist“, so Huber.

Die Ergebnisse der Studie sind geeignet, die Leistungen eines Partners im Gesundheitswesen, der für einen großen Teil des Fortschritts in der Medizin steht, unter ihrem Wert darzustellen. „In der Arzneimittelentwicklung ist eine Vielzahl von Experten engagiert, eine große Anzahl an Patienten profitiert von diesem Einsatz. Nicht zu vergessen, dass die Industrie Millionen- bzw. auch Milliardenbeiträge in die Arzneimittelentwicklung investiert. Letztlich suggeriert die Studie auch, dass die Zulassungsbehörde nutzlose Medikamente zulassen würde. Das ist nicht zu akzeptieren“, so Huber.

Zahlen belegen eindrücklich und nachweislich den effektiven Nutzen medikamentöser Krebstherapien: Die Ausgaben für Krebsmedikamente bleiben seit Jahren gleich, obwohl immer mehr Krebspatienten behandelt werden. Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Krebs wurde in Österreich von 48 % auf 61 % enorm gesteigert. Europaweit liegt Österreich speziell bei Prostata-, Lungenkrebs und Nierenzellenkarzinom an der Spitze bei der Überlebensrate.

Links: British Medical Journal: Retrospective cohort study concerning the benefits on overall survival and quality of life of cancer drugs approved by European Medicines Agency: retrospective cohort study of drug approvals 2009-13.

Artikel: http://www.bmj.com/content/359/bmj.j4543

Rückfragehinweis:
Pharmig – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Peter Richter, BA, MA
Head of Communication & PR
01/40 60 290-20
peter.richter@pharmig.at
www.pharmig.at

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