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Berliner Gesundheitspreises 2013 geht an die Med Uni Graz

Graz, am 25. März 2013: Bei der diesjährigen Verleihung des Berliner Gesundheitspreises wurden Univ.-Ass. Helga Elisabeth Breimaier, BScN MScN und Univ.-Prof. Dr.rer.cur. Christa Lohrmann, Institut für Pflegewissenschaft der Medizinischen Universität Graz, mit dem ersten Preis ausgezeichnet, der mit EUR 20.000,- dotiert ist. Dieser Preis wird in Deutschland seit 1995 alle zwei Jahre gemeinsam vom AOK-Bundesverband, der AOK Berlin-Brandenburg und der Ärztekammer Berlin für innovative und zukunftsweisende Projekte der Gesundheitsversorgung ausgeschrieben. Die diesjährige Ausschreibung stand unter dem Motto: Wissen und Wissenstransfer in der Patientenversorgung. Know how? Wie kommt Wissen in die Praxis?

Forscherinnen der Med Uni Graz erhalten den ersten Preis

Der mit insgesamt EUR 50.000,- dotierte Berliner Gesundheitspreis zeichnet innovative Konzepte in der Gesundheitsversorgung aus. Der Preis wird von einer unabhängigen Jury aus Medizin, Politik und Wissenschaft vergeben und will einen Beitrag zur Qualitätsdiskussion leisten. Es geht darum, den aktuellen Stand der medizinischen und pflegerischen Wissenschaft zu berücksichtigen und wie sich dieses evidenzbasierte Wissen praxistauglich umsetzen lässt.

Genau dies war das Thema der Forscherinnen des Instituts für Pflegewissenschaft. Wie internationale Forschungen zeigen ist bisher unklar, welche Strategien beziehungsweise welche Kombination an Strategien im Pflegebereich zur Umsetzung von Leitlinien erfolgreich sind. Diese Frage stellte sich Helga E. Breimaier, BScN MScN im Rahmen ihrer Dissertation unter Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Christa Lohrmann. Ziel war es herauszufinden, wie eine evidenzbasierte Leitlinie (hier die Evidence-based Leitlinie zur Sturzprophylaxe, die vom EBN-Projektteam am LKH-Univ. Klinikum Graz 2007 entwickelt wurde) effektiv und nachhaltig umgesetzt werden kann. Hierzu wählte Helga E. Breimaier einen innovativen Ansatz, die sogenannte Aktionsforschung.

Die Besonderheit dieses Projektes ist, dass verschiedene Forschungsmethoden und verschiedene Umsetzungsstrategien in enger Zusammenarbeit mit den Pflegepersonen zweier Kliniken des LKH-Univ. Klinikum Graz zur Anwendung kamen und so positive Ergebnisse erzielt werden konnten. Dazu zählen unter anderem die kontinuierliche Verbesserung des Kenntnisstandes zur Sturzprophylaxe, gezielte Einsetzung von Hilfsmitteln sowie das Fazit aller Beteiligten, dass die Umsetzung der Leitlinie ausgesprochen erfolgreich war.

Laudatio und Preisüberreichung

Frau Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, die in Vertretung des deutschen Bundesministers für Gesundheit Daniel Bahr, die Laudatio hielt, hob hervor, dass es eben nicht ausreiche, evidenzbasiertes Wissen zu haben. „Es müsse auch etwas dafür getan werden, dass dieses Wissen – wie in Graz gezeigt – im Alltag zum Tragen komme“. Besonders beeindruckt zeigte sich die Staatssekretärin vom hohen Beteiligungsgrad der Pflegepersonen, die Leitlinie in den pflegerischen Alltag umzusetzen. „Das Projekt verdiente sich die Auszeichnung wirklich“, so die Staatssekretärin. Weiter führte sie an, „wenn ein österreichisches Projekt zur Verhütung von Stürzen einen renommierten deutschen Gesundheitspreis gewinnt, ist das ein gutes Zeichen für Europa. Medizinisches Wissen grenzübergreifend einsetzen und als Nachbarn voneinander lernen, das ist ein Weg, wie wir die Gesundheitsversorgung und den europäischen Gedanken zum Nutzen der Menschen voranbringen.“ Beeindruckt zeigte sich auch der österreichische Botschafter in Berlin, Dr. Ralph Scheide, der sich besonders darüber freute, dass der Preis in die Steiermark und an die Medizinische Universität Graz ging.

Dieser Preis zeigt deutlich, dass eine intensive Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis in der Pflege möglich ist und kann als Vorbild sowohl für die Pflege als auch für die Medizin gelten.

Weitere Informationen:

Univ.-Ass. Helga Elisabeth Breimaier, BScN MScN
Institut für Pflegewissenschaft
Medizinische Universität Graz
eMail: helga.breimaier@medunigraz.at
Tel.: +43 316 385 72073

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